Wie funktioniert Selbstbräuner? DHA, Haut und Praxis

Kurz gesagt: Selbstbräuner enthält Dihydroxyaceton (DHA), einen Zucker. Er reagiert mit Eiweißen in der obersten Hornschicht der Haut und bildet braune Farbstoffe. Die Bräune sitzt also nur außen auf – sie schützt nicht vor Sonne.

Es ist dieselbe Reaktion, die Brot beim Backen braun macht – nur bei Körpertemperatur und langsamer.

Die Reaktion

DHA reagiert mit Aminosäuren in den abgestorbenen Zellen der Hornschicht. Dabei entstehen bräunliche Farbstoffe, die Melanoidine.

Das ist die Maillard-Reaktion – bekannt aus der Küche. Sie läuft ohne Beteiligung der lebenden Hautzellen ab und ohne Melanin, den körpereigenen Bräunungsstoff.

Die Färbung beginnt nach zwei bis vier Stunden und ist nach etwa acht bis zwölf Stunden vollständig.

Warum sie verschwindet

Die Hornschicht erneuert sich ständig – abgestorbene Zellen lösen sich ab. Mit ihnen geht die Farbe.

Deshalb hält die Bräune etwa fünf bis sieben Tage und verblasst dann ungleichmäßig, besonders an Stellen, die viel gewaschen oder gerieben werden.

So wird es gleichmäßig

1. Peeling am Vortag. Der wichtigste Schritt – lose Hornschüppchen nehmen sonst überproportional viel Farbe an.

2. Rasieren ebenfalls vorher, nicht danach.

3. Trockene Stellen eincremen. Knie, Ellbogen, Knöchel und Hände nehmen am meisten auf – dort eine dünne Schicht Feuchtigkeitscreme auftragen, bevor der Selbstbräuner kommt.

4. Mit Handschuh auftragen und in kreisenden Bewegungen verteilen.

5. Hände zuletzt und nur sparsam – orangefarbene Handflächen sind das klassische Erkennungszeichen.

6. Trocknen lassen und mehrere Stunden nicht duschen oder schwitzen.

Der Geruch

Der typische Geruch entsteht als Nebenprodukt der Reaktion und lässt sich nicht vollständig überdecken. Duftstoffe im Produkt mildern ihn nur.

Kein Sonnenschutz

Das ist der wichtigste Punkt: Die Bräune aus dem Selbstbräuner schützt praktisch nicht vor UV-Strahlung. Der Lichtschutzfaktor liegt im Bereich von etwa 3 – ohne praktische Bedeutung.

Wer selbstgebräunt in die Sonne geht, braucht denselben Sonnenschutz wie ungebräunt.

Sicherheit

DHA ist als Kosmetikinhaltsstoff zugelassen und in den zulässigen Konzentrationen bewertet. Nicht angewendet werden sollte es auf Schleimhäuten und in der Nähe der Augen.

Bei Sprühbräune in der Kabine wird empfohlen, Einatmen zu vermeiden – dafür gibt es Nasen- und Mundschutz.

Woher der Wirkstoff kommt

Dihydroxyaceton ist ein einfacher Zucker, der großtechnisch aus Glycerin hergestellt wird. Seine bräunende Wirkung wurde in den 1950er Jahren zufällig entdeckt, als der Stoff in der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen eingesetzt wurde. Kinder, die ihn verschütteten, bekamen braune Flecken auf der Haut.

Aus dieser Beobachtung entstanden ab 1960 die ersten Produkte. Die frühen Rezepturen führten häufig zu orangestichigen Ergebnissen. Heutige Mittel kombinieren den Stoff mit Erythrulose, die langsamer und gleichmäßiger wirkt.

Die Reaktion selbst heißt Maillard-Reaktion und ist dieselbe, die Brot und Braten braun werden lässt. Sie läuft zwischen Zucker und Aminosäuren ab. In der Haut betrifft sie ausschließlich die obersten, abgestorbenen Zellen.

Warum die Farbe wieder verschwindet

Die Hornschicht erneuert sich fortlaufend, abgestorbene Zellen lösen sich ab. Weil die Färbung nur in dieser Schicht sitzt, verblasst sie mit der Erneuerung. Der Vorgang dauert etwa drei bis sieben Tage.

Schneller geht es an Stellen mit dicker Hornschicht wie Knien, Ellenbogen und Füßen, weil dort mehr Zellen abgetragen werden. Genau dort wird die Farbe auch zuerst ungleichmäßig. Peeling vor dem Auftragen mildert das.

Häufiges Duschen, Schwimmen und Sport verkürzen die Haltbarkeit zusätzlich. Rückfettende Pflege verlängert sie. Ein völlig gleichmäßiges Verblassen gibt es nicht.

Wie das Ergebnis gleichmäßig wird

Bewährt hat sich: vorher peelen, die Haut vollständig trocknen, an trockenen Stellen eine dünne Schicht Feuchtigkeitscreme auftragen und das Mittel mit einem Handschuh in kreisenden Bewegungen verteilen. Danach mindestens sechs Stunden nicht duschen. Handflächen sofort waschen.

Übergänge an Handgelenken, Knöcheln und am Haaransatz sind die häufigsten Problemzonen. Dort hilft, das Produkt mit einem Rest auf dem Handschuh auszustreichen statt neu aufzutragen. Auch ein weicher Pinsel eignet sich.

Ist eine Stelle zu dunkel geworden, hilft ein Peeling oder eine Mischung aus Backpulver und Zitronensaft. Wirksam, aber langsam. Vollständig entfernen lässt sich die Färbung nicht.

Was zur Sicherheit bekannt ist

Die europäische Kosmetikverordnung erlaubt Dihydroxyaceton in kosmetischen Mitteln in festgelegten Höchstkonzentrationen. Das zuständige wissenschaftliche Gremium der EU-Kommission hat die Anwendung auf der Haut mehrfach bewertet und als sicher eingestuft. Entscheidend ist die bestimmungsgemäße Verwendung.

Kritisch beurteilt wird das Einatmen bei Sprühkabinen, weil dazu weniger Daten vorliegen. Empfohlen wird, Augen, Nase und Mund dabei zu schützen. Für Cremes und Lotionen stellt sich diese Frage nicht.

Wichtig bleibt: Selbstbräuner ersetzt keinen Sonnenschutz. Die Färbung entsteht in abgestorbenen Zellen und schützt nicht vor ultravioletter Strahlung. Wer sich in der Sonne aufhält, braucht weiterhin Lichtschutz.

Welche Produktformen es gibt

Verbreitet sind Lotionen, Schäume, Sprays, Tücher und getönte Tagescremes mit geringem Wirkstoffanteil. Schäume ziehen schnell ein und eignen sich für große Flächen, Lotionen lassen sich langsamer und dadurch genauer verteilen. Tücher sind für unterwegs praktisch, aber ergiebig nur bei kleinen Partien.

Produkte mit Sofort-Tönung enthalten zusätzlich Farbpigmente, die zeigen, wo bereits aufgetragen wurde. Sie werden beim ersten Duschen abgewaschen, die eigentliche Färbung bleibt. Für Anfänger sind sie deshalb hilfreich.

Für das Gesicht gibt es eigene Rezepturen mit geringerer Konzentration. Körperprodukte führen dort leicht zu Flecken. Ein Test an einer kleinen Stelle ist immer sinnvoll.

Häufige Fehler beim Auftragen

Die drei häufigsten Fehler sind fehlendes Peeling, zu viel Produkt an Knien und Ellenbogen und das Auftragen direkt nach dem Duschen auf noch feuchte Haut. Alle drei führen zu Flecken. Sie lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden.

Ebenfalls verbreitet ist, zu früh Kleidung anzuziehen. Das Produkt braucht Zeit zum Trocknen und färbt sonst auf helle Stoffe ab. Diese Flecken lassen sich meist auswaschen, nicht immer rückstandsfrei.

Häufige Fragen

Wie lange hält Selbstbräuner?

Etwa fünf bis sieben Tage.

Was hilft gegen orange Hände?

Handschuh benutzen und die Hände sofort waschen.

Kann man ihn im Gesicht anwenden?

Ja, mit Produkten für das Gesicht und sparsam am Haaransatz.

Wie bekommt man Flecken wieder weg?

Mit Peeling oder Zitronensaft; vollständig verschwinden sie erst mit der Hauterneuerung.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

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