Knochendichtemessung: Ablauf, T-Wert und die Kosten

Kurz gesagt: Der Standard ist die DXA-Messung mit zwei sehr schwachen Röntgenstrahlen unterschiedlicher Energie. Gemessen wird meist an Lendenwirbelsäule und Hüfte. Das Ergebnis ist der T-Wert: ab −2,5 spricht man von Osteoporose. Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten und ist schmerzfrei.

Die Strahlenbelastung liegt deutlich unter der eines normalen Röntgenbilds.

Wie gemessen wird

DXA steht für Dual-Energy X-ray Absorptiometry. Zwei Röntgenstrahlen mit unterschiedlicher Energie durchdringen den Körper.

Weichteile und Knochen schwächen die beiden Energien unterschiedlich stark ab. Aus der Differenz berechnet das Gerät den Mineralgehalt des Knochens.

Gemessen wird an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals – dort, wo osteoporotische Brüche am folgenreichsten sind.

Der Ablauf

Man liegt angezogen auf einer Liege, ein Arm des Geräts fährt über den Körper. Metallteile wie Reißverschlüsse und Gürtel sollten nicht im Messfeld liegen.

Die Untersuchung dauert 10 bis 15 Minuten, ist schmerzfrei und erfordert keine Vorbereitung. Man wird nicht in eine Röhre geschoben.

Der T-Wert

Er gibt an, um wie viele Standardabweichungen die gemessene Dichte von der eines gesunden jungen Erwachsenen abweicht.

über −1: normal

−1 bis −2,5: verminderte Knochendichte, Osteopenie

unter −2,5: Osteoporose

unter −2,5 mit bereits erfolgtem Bruch: manifeste Osteoporose

Daneben gibt es den Z-Wert, der mit Gleichaltrigen vergleicht – er ist bei jüngeren Menschen und Kindern aussagekräftiger.

Was der Wert nicht sagt

Die Knochendichte ist nur ein Faktor des Bruchrisikos. Alter, frühere Brüche, Stürze, Rauchen, Kortisontherapie und familiäre Vorbelastung zählen ebenso.

Deshalb arbeiten Leitlinien mit einer Risikoabschätzung, in die der T-Wert einfließt – nicht mit dem Wert allein.

Wer sie bekommen sollte

Empfohlen wird sie unter anderem bei Frauen nach den Wechseljahren mit Risikofaktoren, bei Männern ab höherem Alter mit Risikofaktoren, nach Brüchen ohne angemessene Gewalteinwirkung und bei langfristiger Kortisontherapie.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn eine entsprechende Indikation vorliegt – insbesondere nach einem Bruch oder bei konkretem Verdacht. Ohne diese Voraussetzungen ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Andere Verfahren

Quantitative Computertomografie. Genauer bei bestimmten Fragestellungen, aber mit höherer Strahlenbelastung.

Ultraschall am Fersenbein. Ohne Strahlung, aber weniger aussagekräftig – nicht der Standard für die Diagnose.

Was die Untersuchung kostet

Seit 2021 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Messung, wenn ein begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht. Vorher war sie nur nach einem bereits eingetretenen Knochenbruch Kassenleistung. Diese Änderung hat den Zugang deutlich erleichtert.

Wer ohne solchen Verdacht messen lassen möchte, zahlt selbst. Die Beträge liegen meist zwischen dreißig und sechzig Euro. Die Praxis muss vorher schriftlich darüber informieren.

Eine Wiederholung wird üblicherweise erst nach mehreren Jahren empfohlen, weil sich die Knochendichte nur langsam ändert. Bei laufender Behandlung kann der Abstand kürzer sein. Die behandelnde Praxis entscheidet das.

Wie hoch die Strahlenbelastung ist

Die übliche Messung mit zwei Röntgenenergien arbeitet mit sehr geringer Dosis. Sie liegt im Bereich eines Bruchteils der natürlichen Strahlung, der ein Mensch in Deutschland ohnehin an einem Tag ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Eine Aufnahme des Brustkorbs belastet deutlich stärker.

Trotzdem gilt auch hier, dass jede Röntgenuntersuchung eine rechtfertigende Indikation braucht. Reihenuntersuchungen ohne Anlass sind deshalb nicht vorgesehen. Das regelt das Strahlenschutzgesetz.

In der Schwangerschaft wird die Messung nicht durchgeführt. Für diesen Fall stehen andere Verfahren zur Verfügung. Die Praxis fragt vorher danach.

Was neben dem Messwert zählt

Für die Entscheidung über eine Behandlung wird nicht nur der Messwert herangezogen, sondern das Gesamtrisiko für einen Knochenbruch. Dazu zählen Alter, frühere Brüche, Stürze, bestimmte Medikamente wie Kortison, Rauchen und Erkrankungen wie Rheuma. Fachgesellschaften stellen dafür Berechnungsbögen bereit.

Deshalb kann eine Behandlung auch bei nur leicht erniedrigtem Wert sinnvoll sein, wenn viele weitere Risiken vorliegen. Umgekehrt wird bei niedrigem Gesamtrisiko oft abgewartet. Der Wert allein entscheidet nicht.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Für die Einordnung des eigenen Befundes ist die behandelnde Praxis zuständig. Sie kennt die vollständige Vorgeschichte.

Was den Knochen sonst stärkt

Belegt wirksam sind regelmäßige Bewegung mit Belastung des Skeletts, eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sowie der Verzicht auf Rauchen. Krafttraining und Gehen wirken dabei besser als Schwimmen oder Radfahren, weil das Gewicht auf den Knochen wirken muss. Diese Empfehlungen stehen in den einschlägigen Leitlinien.

Ebenso wichtig ist die Vermeidung von Stürzen, etwa durch das Entfernen von Stolperfallen und die regelmäßige Kontrolle der Sehstärke. Ein Bruch entsteht fast immer durch einen Sturz. An dieser Stelle lässt sich am meisten erreichen.

Warum an Hüfte und Wirbelsäule gemessen wird

Gemessen wird an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals, weil dort die folgenschwersten Brüche auftreten. Ein Bruch am Oberschenkelhals führt bei älteren Menschen häufig zu dauerhaftem Verlust an Selbstständigkeit. Deshalb richtet sich die Diagnostik gezielt auf diese Stellen.

Messungen an Ferse oder Unterarm mit Ultraschall liefern zwar Werte, sind aber nicht gleichwertig. Sie eignen sich für eine erste Einschätzung, nicht für die Diagnose. Für die Therapieentscheidung wird die Standardmessung verlangt.

Wenn an der Wirbelsäule Verschleiß oder Verkalkungen vorliegen, fällt der Wert dort fälschlich zu hoch aus. In solchen Fällen wird nur der Hüftwert herangezogen. Die Praxis erkennt das an den Einzelwerten der Wirbel.

Wie der Befund gelesen wird

Der Bericht enthält neben dem T-Wert meist auch einen Z-Wert, der mit Gleichaltrigen vergleicht. Für die Diagnose bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern ab fünfzig zählt der T-Wert. Der Z-Wert ist vor allem bei jüngeren Menschen aussagekräftig.

Zusätzlich werden die Einzelwerte der gemessenen Wirbel aufgeführt. Weichen sie stark voneinander ab, deutet das auf Verschleiß hin. Die Praxis berücksichtigt das bei der Bewertung.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Sehr gering, deutlich unter der eines normalen Röntgenbilds.

Wie oft sollte man messen?

Bei Behandlung meist alle ein bis zwei Jahre, sonst nach ärztlicher Empfehlung.

Was kostet sie als Selbstzahlerleistung?

Meist ein niedriger dreistelliger Betrag.

Kann man Osteoporose behandeln?

Ja – mit Medikamenten, Bewegung, Calcium und Vitamin D sowie Sturzprävention.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

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