Wie funktioniert eine Standheizung? Arten und Kosten

Kurz gesagt: Eine Standheizung verbrennt Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank in einem kleinen eigenen Brenner und heizt damit Kühlwasser oder Luft. Der Motor läuft dabei nicht. Verbraucht werden je Stunde etwa 0,3 bis 0,5 Liter, dazu Strom aus der Batterie.

Sie ist keine Elektroheizung. Sie ist ein kleiner Ofen im Auto.

Die zwei Bauarten

Wasserheizung. Sie erwärmt den Kühlwasserkreislauf. Damit werden Motor und Innenraum warm, und das Fahrzeug enteist von innen. Der Motor startet warm, was Verschleiß und Verbrauch in der Kaltstartphase senkt. Die häufigste Bauart in Pkw.

Luftheizung. Sie erwärmt nur die Innenraumluft, nicht den Motor. Verbreitet in Wohnmobilen und Lkw, weil sparsamer und leichter.

Der Ablauf

Eine Dosierpumpe fördert Kraftstoff in eine kleine Brennkammer. Dort wird er gezündet und verbrennt.

Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme auf Kühlwasser oder Luft. Eine Umwälzpumpe verteilt das warme Wasser, ein Gebläse die warme Luft.

Abgase werden über ein eigenes kleines Rohr nach außen geführt – getrennt vom Auspuff des Motors.

Verbrauch und Batterie

Der Kraftstoffverbrauch liegt bei etwa 0,3 bis 0,5 Liter je Stunde – bei 30 Minuten Laufzeit also im Bereich eines Viertelliters.

Wichtiger ist der Strom: Gebläse, Pumpen und Steuerung ziehen aus der Batterie. Bei häufigem Heizen ohne anschließende längere Fahrt kann die Batterie leerlaufen. Faustregel: Die Fahrzeit sollte mindestens der Heizzeit entsprechen.

Bedienung

Gesteuert wird per Zeitschaltuhr, Funkfernbedienung oder App. Die meisten neueren Systeme lassen sich per Smartphone starten – auch aus dem Bett.

20 bis 30 Minuten reichen im Winter meist aus. Längeres Heizen bringt wenig zusätzlichen Nutzen.

Rechtliches

Das Heizen mit stehendem Fahrzeug ist erlaubt – anders als das Laufenlassen des Motors zum Warmlaufen, das als unnötige Lärm- und Abgasbelästigung geahndet werden kann.

In geschlossenen Räumen wie Garagen darf eine Standheizung wegen der Abgase nicht betrieben werden.

Vor der Fahrt müssen alle Scheiben frei sein – die Standheizung nimmt einem das Kratzen ab, nicht die Pflicht.

Elektroautos

Dort heißt die Funktion Vorklimatisierung und arbeitet elektrisch. Hängt das Fahrzeug an der Ladesäule, kommt die Energie aus dem Netz – die Reichweite bleibt unangetastet. Ohne Ladekabel geht sie zulasten der Batterie.

Was der Einbau kostet

Nachrüstsätze für Wasserheizungen liegen inklusive Einbau meist im mittleren vierstelligen Bereich, Luftheizungen sind günstiger. Der Einbau gehört in eine Fachwerkstatt, weil Kraftstoffleitung, Abgasführung und Elektrik betroffen sind. Eigenbau ist hier keine gute Idee.

Ab Werk bestellte Anlagen sind häufig günstiger als Nachrüstungen und besser integriert. Wer ein Fahrzeug neu bestellt, sollte das prüfen. Nachträglich wird es teurer.

Hinzu kommen laufende Kosten für Kraftstoff und gelegentliche Wartung. Der Verbrauch liegt je nach Bauart bei einem halben Liter pro Stunde oder darunter. Über eine Saison bleibt das überschaubar.

Was rechtlich zu beachten ist

Der Betrieb im Stand ist erlaubt, weil das Verbot des unnötigen Laufenlassens sich auf den Fahrzeugmotor bezieht. Eine Standheizung ist kein Motor. Kommunale Regelungen können dennoch abweichen.

In geschlossenen Räumen und in Tiefgaragen darf sie nicht betrieben werden, weil Abgase entstehen. Auch an Tankstellen ist der Betrieb untersagt. Diese Verbote stehen in der Bedienungsanleitung.

Für die Hauptuntersuchung muss die Anlage ordnungsgemäß eingebaut und abgenommen sein. Der Einbau wird in der Regel im Fahrzeugschein vermerkt. Die Werkstatt kümmert sich darum.

Wie sie bedient wird

Üblich sind Fernbedienung, Zeitschaltuhr im Fahrzeug und Steuerung über eine App mit Mobilfunkmodul. Die App bietet den größten Komfort, erfordert aber ein Abonnement für die Verbindung. Ohne Netz funktioniert sie nicht.

Die Vorlaufzeit beträgt je nach Außentemperatur zwanzig bis dreißig Minuten. Bei strengem Frost darf es länger dauern. Eine automatische Anpassung bieten neuere Anlagen.

Was sie für die Batterie bedeutet

Eine Wasserheizung braucht Strom für Pumpe und Gebläse, typischerweise zwischen zwanzig und fünfzig Watt. Über eine halbe Stunde ist das für eine gesunde Batterie unkritisch. Bei einer schwachen Batterie im Winter kann es dagegen den Start verhindern.

Viele Steuergeräte messen die Spannung und schalten ab, bevor es kritisch wird. Wer häufig kurze Strecken fährt, sollte die Batterie regelmäßig laden. Andernfalls entlädt sie sich über die Saison.

Bei Elektrofahrzeugen entfällt das Problem, weil dort die Antriebsbatterie die Energie liefert. Der Reichweitenverlust ist geringer, als wenn erst während der Fahrt geheizt wird. Am Ladekabel ist er null.

Wie viel Zeit man einplant

Bei leichtem Frost genügen zwanzig Minuten, bei starkem Frost sind dreißig sinnvoll. Länger zu heizen bringt kaum zusätzlichen Nutzen und verbraucht unnötig. Die meisten Anlagen begrenzen die Laufzeit ohnehin.

Wichtig ist, die Scheiben vorher freizukratzen, wenn Schnee liegt. Die Heizung taut Eis von innen, entfernt aber keine Auflage von außen. Das übersehen viele Nutzer.

Wie sie eingebaut wird

Bei der Wasserheizung wird ein kleiner Brenner in den Kühlkreislauf eingebunden, dazu kommen Kraftstoffleitung, Abgasrohr und Steuerung. Der Einbau dauert je nach Fahrzeug einen halben bis ganzen Arbeitstag. Er gehört in eine Fachwerkstatt.

Luftheizungen werden dagegen direkt im Innenraum verbaut und blasen warme Luft aus. Sie sind vor allem in Wohnmobilen und Nutzfahrzeugen verbreitet. Der Kühlkreislauf bleibt dabei unberührt.

Wichtig ist eine fachgerechte Abgasführung ins Freie, weil sonst Kohlenmonoxid in den Innenraum gelangen kann. Ein Melder im Fahrzeug ist eine sinnvolle Ergänzung. In Wohnmobilen ist er inzwischen üblich.

Welche Alternativen es gibt

Elektrische Standheizungen für die Steckdose gibt es ebenfalls, sie brauchen aber einen Stromanschluss am Stellplatz. In Garagen und auf Betriebshöfen ist das möglich, auf der Straße meist nicht. Der Betrieb ist dafür emissionsfrei.

Einfacher und günstiger sind eine Frontscheibenabdeckung und beheizbare Sitze. Beides ersetzt keine Innenraumheizung, spart aber Zeit am Morgen. Für viele reicht das aus.

Häufige Fragen

Wie lange sollte man vorheizen?

20 bis 30 Minuten.

Kann man sie nachrüsten?

Ja, bei vielen Fahrzeugen. Der Einbau gehört in eine Fachwerkstatt.

Läuft der Motor mit?

Nein.

Was kostet eine Nachrüstung?

Je nach Fahrzeug und System im vierstelligen Bereich einschließlich Einbau.

Quellen

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