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Kurz gesagt: Eine Infrarotheizung gibt Wärmestrahlung ab. Diese trifft auf Wände, Möbel und Menschen und erwärmt deren Oberflächen direkt – so wie die Sonne wärmt, auch wenn die Luft kalt ist. Sie heizt also Flächen, nicht die Raumluft.
Das Prinzip ist überzeugend. Die Stromrechnung ist der Haken.
Der Unterschied zur normalen Heizung
Ein Heizkörper erwärmt die Luft. Die steigt auf, kühlt an der Außenwand ab, sinkt und zieht dabei als Zugluft am Boden entlang.
Eine Infrarotheizung überspringt diesen Umweg. Ihre Strahlung wird von festen Oberflächen aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Erst diese warmen Flächen geben Wärme an die Luft ab.
Deshalb kann sich ein Raum bei gleicher Lufttemperatur wärmer anfühlen: Für das Empfinden zählt auch die Temperatur der umgebenden Flächen.
Der Aufbau
Im Kern ist es eine Heizfolie oder ein Heizdraht hinter einer Platte aus Glas, Keramik oder Metall. Strom fließt hindurch, die Platte erhitzt sich und strahlt ab.
Mehr Technik steckt nicht darin. Das erklärt die niedrigen Anschaffungskosten und die geringe Wartung.
Der Wirkungsgrad – und warum er täuscht
Jede Elektroheizung wandelt praktisch den gesamten Strom in Wärme um. Das klingt nach 100 Prozent, sagt aber nichts über die Kosten.
Entscheidend ist der Preis pro Kilowattstunde. Strom kostet ein Vielfaches von Gas. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme; eine Infrarotheizung genau eine.
Bei gleichem Wärmebedarf ist sie damit die teuerste Art zu heizen.
Wo sie trotzdem sinnvoll ist
Selten genutzte Räume. Gästezimmer, Hobbyraum, Gartenhaus – dort, wo eine Erweiterung der Zentralheizung unverhältnismäßig wäre.
Bad als Zusatzheizung. Für kurze Zeiträume mit direkter Wärme.
Gut gedämmte Neubauten mit sehr geringem Wärmebedarf und eigener Photovoltaikanlage.
Als alleinige Heizung eines schlecht gedämmten Altbaus ist sie in aller Regel ein teurer Fehler.
Worauf es bei der Montage ankommt
Strahlung wirkt nur, wo sie hinkommt. Die Fläche muss frei auf den Aufenthaltsbereich strahlen; ein Schrank davor blockiert sie. Deckenmontage verteilt gleichmäßiger, Wandmontage wirkt gezielter.
Wie Strahlungswärme wirkt
Infrarotstrahlung überträgt Energie ohne Luft als Träger und erwärmt Flächen, auf die sie trifft. Diese Flächen geben die Wärme anschließend an die Raumluft ab. Deshalb wird die Wärme als angenehm und schnell empfunden.
Wirksam ist die Strahlung nur bei direkter Sichtverbindung. Verstellte Flächen, Vorhänge und Möbel schirmen sie ab. Die Platzierung entscheidet deshalb stärker über die Wirkung als bei einer Konvektionsheizung.
Ein Nebeneffekt ist die gleichmäßigere Wandtemperatur, was Kondensation und damit Schimmel entgegenwirken kann. Voraussetzung ist ausreichende Leistung. Als Sanierungsersatz taugt sie nicht.
Warum der Wirkungsgrad täuscht
Elektrische Heizungen wandeln nahezu den gesamten aufgenommenen Strom in Wärme um, weshalb Hersteller gern von hundert Prozent sprechen. Das sagt jedoch nichts über die Kosten, weil Strom je Kilowattstunde ein Vielfaches von Gas oder Fernwärme kostet. Entscheidend ist der Preis der Energie, nicht der Wirkungsgrad.
Eine Wärmepumpe erreicht durch Nutzung von Umweltwärme ein Vielfaches der eingesetzten Strommenge. Im Vergleich dazu ist direktes Heizen mit Strom teuer. Diese Rechnung wird in Werbetexten regelmäßig ausgeblendet.
Sinnvoll ist die Betrachtung der Jahreskosten für den konkreten Raum. Dafür genügen Fläche, Dämmstandard und Strompreis. Eine überschlägige Rechnung ist schnell gemacht.
Wo sie sinnvoll ist
Geeignet ist sie für selten genutzte Räume, Bäder als Zusatzheizung, Wintergärten, Werkstätten und Übergangszeiten. Dort zählt schnelle Wärme mehr als Dauerbetrieb. Auch für Ferienwohnungen ist sie verbreitet.
Als alleinige Heizung eines gut gedämmten Neubaus kann sie in Einzelfällen wirtschaftlich sein, wenn eigener Solarstrom zur Verfügung steht. Ohne eigene Erzeugung ist sie meist teuer. Der Vergleich mit einer Wärmepumpe fällt in der Regel deutlich aus.
In Bestandsgebäuden mit schlechter Dämmung ist sie kaum sinnvoll, weil der Wärmebedarf hoch bleibt. Dann steigen die Stromkosten stark. Dämmung wirkt dort mehr als jede Heiztechnik.
Montage und Sicherheit
Paneele werden an Wand oder Decke montiert, mit ausreichendem Abstand zu brennbaren Materialien. Die Herstellerangaben nennen Mindestabstände. Sie sind einzuhalten, weil Oberflächentemperaturen mehrere hundert Grad erreichen können.
Deckenmontage verteilt die Strahlung gleichmäßiger, Wandmontage wärmt gezielter. In Bädern gelten zusätzliche Anforderungen an Schutzbereiche und Schutzart. Elektroarbeiten gehören in Fachhände.
Geräte sollten das GS-Zeichen oder eine vergleichbare Prüfung tragen. Billiganbieter ohne Nachweise sind ein Risiko. Auch die Thermostatsteuerung entscheidet über den Verbrauch.
Steuerung und Kosten senken
Ohne Regelung laufen solche Geräte durch und verbrauchen erheblich. Ein Raumthermostat mit Zeitprogramm ist deshalb Pflicht, keine Option. Funkthermostate lassen sich nachrüsten.
Sinnvoll sind kurze, gezielte Heizphasen statt Dauerbetrieb, weil die Wärme unmittelbar wirkt. Vorheizen über Stunden bringt bei Strahlungsheizungen wenig. Das unterscheidet sie von Fußbodenheizungen.
Wer eigene Photovoltaik hat, kann Heizzeiten in Erzeugungsphasen legen. Ein Energiemanagement steuert das automatisch. Damit sinken die Bezugskosten spürbar.
Was Werbeaussagen wert sind
Verbreitet sind Behauptungen zu Gesundheit, Schimmelfreiheit und Einsparungen gegenüber anderen Heizungen. Belastbare Belege fehlen für die meisten dieser Aussagen. Verbraucherzentralen haben mehrfach darauf hingewiesen.
Vergleiche in Prospekten beruhen oft auf günstigen Annahmen zu Strompreisen und Dämmstandards. Wer nachrechnet, kommt regelmäßig zu anderen Ergebnissen. Eine unabhängige Energieberatung ist hier hilfreich.
Geförderte Energieberatung für Wohngebäude gibt es beim Bund. Sie ist unabhängig und liefert eine schriftliche Empfehlung. Für größere Investitionen lohnt sie sich immer.
Häufige Fragen
Ist Infrarotstrahlung gefährlich?
Nein. Es handelt sich um langwellige Wärmestrahlung, wie sie jeder warme Körper abgibt – nicht um ionisierende Strahlung.
Wie viel Watt braucht man pro Raum?
Als grober Anhaltspunkt gelten 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, abhängig von Dämmung und Fensterfläche.
Spart eine Infrarotheizung Heizkosten?
Gegenüber anderen Elektroheizungen kaum, gegenüber Gas oder Wärmepumpe in der Regel nicht.
Erfüllt sie die gesetzlichen Anforderungen?
Bei Neubau und Heizungstausch gelten Vorgaben zum Anteil erneuerbarer Energien. Ob eine Stromdirektheizung zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab – das klärt ein Energieberater.
Warum ist der Wirkungsgrad kein gutes Argument?
Weil Strom je Kilowattstunde deutlich teurer ist.
Wo ist sie sinnvoll?
In selten genutzten Räumen und als Zusatzheizung.
Braucht man ein Thermostat?
Ja, sonst läuft das Gerät durch.
Quellen
Das passt dazu
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