Inhalt
Kurz gesagt: Es gibt zwei Sorten. Das physikalische Pflaster erzeugt echte Wärme durch die Oxidation von Eisenpulver an der Luft — rund 40 Grad über acht bis zwölf Stunden. Das Capsaicin-Pflaster erzeugt keine Wärme, sondern reizt Nervenenden, sodass ein Hitzegefühl entsteht.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Das physikalische Pflaster
In flachen Kammern stecken Eisenpulver, Aktivkohle, Salz und Wasser. Solange der Beutel verschlossen ist, geschieht nichts. An der Luft oxidiert das Eisen und gibt dabei Wärme ab — derselbe Vorgang wie Rosten, nur beschleunigt.
Die Temperatur bleibt weitgehend gleichmäßig, weil die Sauerstoffzufuhr über die Lochung der Folie begrenzt wird.
Das Capsaicin-Pflaster
Capsaicin ist der scharfe Bestandteil von Chili. Es bindet an den Rezeptor TRPV1 in der Haut — denselben Rezeptor, der auf Hitze anspricht. Das Gehirn meldet Wärme, obwohl die Haut nicht wärmer wird.
Bei längerer Anwendung werden die Nervenenden unempfindlicher. Das ist der schmerzlindernde Effekt und der Grund, warum diese Pflaster länger nachwirken.
Was Wärme bewirkt
Sie erweitert die Blutgefäße, verbessert die Durchblutung und senkt den Muskeltonus. Bei Verspannungen und unspezifischen Rückenschmerzen ist das nachvollziehbar wirksam.
Bei frischen Verletzungen, Schwellungen und Entzündungen ist Wärme dagegen falsch — dort kühlt man.
Worauf man achtet
- Nie auf verletzte oder gereizte Haut
- Nicht bei eingeschränktem Temperaturempfinden — bei Diabetes mit Nervenschädigung sind Verbrennungen beschrieben
- Nicht zusätzlich abdecken oder mit einer Wärmflasche kombinieren
- Capsaicin-Pflaster: Hände danach waschen, Augenkontakt vermeiden
- Nicht im Schlaf tragen, wenn die Packung es untersagt
Wann zum Arzt
Bei Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, bei Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen, Fieber oder Beschwerden, die länger als ein paar Tage bestehen.
Was im physikalischen Pflaster steckt
Die Wärme entsteht durch die Oxidation von Eisenpulver, das mit Aktivkohle, Salz und einem Trägermaterial gemischt ist. Sobald der Luftabschluss der Verpackung entfällt, verbindet sich das Eisen mit dem Sauerstoff der Luft und gibt Wärme ab. Das ist im Grunde beschleunigtes Rosten.
Die Außenhülle lässt nur begrenzt Luft durch und steuert damit Temperatur und Laufzeit. Übliche Pflaster halten acht bis zwölf Stunden bei etwa vierzig Grad. Wieder verwenden lassen sie sich nicht.
Dieselbe Chemie steckt in Einweg-Handwärmern. Der Unterschied liegt nur in Form und Klebefläche. Der Wirkstoff ist derselbe.
Wie Capsaicin wirkt
Capsaicin ist der Scharfstoff der Chilischote und bindet an einen Rezeptor in der Haut, der eigentlich auf Hitze reagiert. Das Gehirn deutet das Signal deshalb als Wärme, obwohl die Temperatur unverändert bleibt. Fachlich heißt dieser Rezeptor TRPV1.
Bei längerer Anwendung erschöpfen sich die Botenstoffe in den betreffenden Nervenenden, wodurch die Schmerzweiterleitung nachlässt. Dieser Effekt tritt verzögert ein und hält über Stunden an. Er ist der eigentliche Zweck solcher Pflaster.
Die Wirkung ist dosisabhängig und kann zu Brennen und Rötung führen. Hochdosierte Pflaster sind verschreibungspflichtig und werden nur ärztlich angewendet. Frei verkäufliche Produkte enthalten deutlich weniger.
Worauf man achten sollte
Aufgetragen wird nur auf unverletzte, saubere und trockene Haut. Nicht angewendet werden dürfen Wärmepflaster auf Schleimhäuten, im Gesicht, an den Augen und bei entzündeter Haut. Nach dem Anfassen sind die Hände gründlich zu waschen.
Wärme und ein Bad oder eine Sauna dürfen nicht zusammenkommen, weil sich die Wirkung dann verstärkt und Verbrennungen entstehen können. Auch enge Kleidung über dem Pflaster ist ungünstig. Die Packungsbeilage nennt die Einzelheiten.
Vorsicht gilt bei eingeschränktem Temperaturempfinden, etwa bei Diabetes mit Nervenschädigung. Dort werden Verbrennungen zu spät bemerkt. In der Schwangerschaft und bei Kindern ist ärztlicher Rat einzuholen.
Wann eine ärztliche Abklärung nötig ist
Rückenschmerzen, die länger als sechs Wochen anhalten, gehören abgeklärt. Sofort ärztlich untersucht werden müssen Schmerzen mit Taubheit, Lähmungen, Störungen von Blase oder Darm sowie Fieber. Diese Zeichen sprechen für eine ernste Ursache.
Bei akuten unspezifischen Rückenschmerzen empfehlen Leitlinien in Bewegung zu bleiben statt Schonung. Wärme kann dabei unterstützen, ersetzt die Bewegung aber nicht. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was Wärme im Körper bewirkt
Wärme erweitert die Blutgefäße in der Haut und im darunterliegenden Gewebe, wodurch die Durchblutung steigt. Zugleich sinkt der Muskeltonus, verspannte Muskulatur entspannt sich. Beides ist messbar und gut belegt.
Hinzu kommt ein Effekt auf die Schmerzweiterleitung: Wärmereize konkurrieren im Rückenmark mit Schmerzsignalen und dämpfen sie. Dieses Prinzip heißt Gate-Control-Theorie. Es erklärt auch, warum Reiben nach einem Stoß hilft.
Bei akuten Verletzungen mit Schwellung ist Wärme dagegen ungeeignet, weil sie die Schwellung verstärkt. Dort ist Kühlung angezeigt. Die Unterscheidung ist wichtig.
Welche Alternativen es gibt
Neben Pflastern gibt es Wärmflaschen, Kirschkernkissen, Rotlicht und wärmende Salben. Für den Rücken sind Pflaster praktisch, weil sie unter der Kleidung bleiben und mehrere Stunden wirken. Zu Hause ist eine Wärmflasche günstiger.
Belegt wirksam gegen unspezifische Rückenschmerzen ist vor allem Bewegung. Leitlinien empfehlen sie ausdrücklich vor passiven Maßnahmen. Wärme ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
Was auf der Packung steht
Angegeben sind Wirkstoff oder Wirkprinzip, Temperaturbereich, Anwendungsdauer und Warnhinweise. Bei Capsaicin-Pflastern ist zusätzlich die Konzentration genannt. Diese Angaben sind vorgeschrieben.
Physikalische Pflaster sind Medizinprodukte, Capsaicin-Pflaster dagegen Arzneimittel. Für beide gelten unterschiedliche Zulassungsverfahren. Erkennbar ist das an der Kennzeichnung.
Wie lange man sie anwenden sollte
Übliche Anwendungsdauern liegen bei acht bis zwölf Stunden pro Pflaster, danach folgt eine Pause. Eine Daueranwendung über Wochen ist nicht vorgesehen. Bleiben die Beschwerden, gehört die Ursache abgeklärt.
Nach dem Abnehmen sollte die Haut kontrolliert werden. Rötungen klingen meist binnen Stunden ab. Blasen oder anhaltende Schmerzen gehören ärztlich angesehen.
Wo man Wärmepflaster bekommt
Physikalische Pflaster gibt es in Drogerien, Apotheken und im Handel. Capsaicin-Pflaster sind apothekenpflichtig, hochdosierte Varianten verschreibungspflichtig. Die Beratung in der Apotheke ist kostenfrei.
Die Kosten liegen bei wenigen Euro pro Stück. Eine Erstattung durch die Krankenkasse gibt es in der Regel nicht. Bei ärztlicher Verordnung kann das anders sein.
Häufige Fragen
Wie warm wird ein Wärmepflaster?
Physikalische Pflaster etwa 40 Grad.
Wie lange hält es?
Acht bis zwölf Stunden.
Wärmt Capsaicin wirklich?
Nein, es erzeugt nur ein Hitzegefühl.
Bei welchen Beschwerden nicht?
Bei frischen Verletzungen und Entzündungen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:






