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Kurzantwort: Rettungsdecken bekommst du in Apotheken, Drogerien, Baumärkten, im Autozubehörhandel, in Outdoorläden und online. Achte auf die Norm DIN 13232 und das Standardmaß von etwa 210 mal 160 Zentimetern. In jedem Verbandkasten nach DIN 13164 ist ohnehin eine enthalten — oft brauchst du gar keine einzeln.
Die Rettungsdecke ist das unscheinbarste Teil im Verbandkasten und eines der wirksamsten. Sie wiegt kaum etwas und verhindert, dass ein Verletzter auskühlt.
Wer eine einzeln kauft, tut das meist für den Rucksack, das Fahrrad oder das Auto als Ersatz. Der Kauf ist unkompliziert, ein paar Punkte lohnen trotzdem den Blick.
Wo du eine Rettungsdecke bekommst
Apotheken führen sie praktisch immer, oft an der Kasse. Drogeriemärkte haben sie in der Abteilung für Reise- und Verbandmittel.
Im Baumarkt findest du sie beim Arbeitsschutz, im Autozubehörhandel neben Verbandkästen und Warnwesten. Outdoor- und Campingläden führen zusätzlich robustere Varianten mit verstärkten Kanten.
Online ist die Auswahl am größten, dort kaufst du auch Mehrfachpackungen. Achte bei günstigen Angeboten darauf, dass eine Norm angegeben ist und nicht nur „Notfalldecke“ auf der Verpackung steht.
Wer nur eine einzelne Decke braucht, fährt mit der Apotheke am schnellsten. Wer mehrere für Verein, Fuhrpark oder Rucksäcke der Familie besorgt, kauft im Set meist günstiger — und hat gleich Ersatz für die Decke, die nach einem Einsatz fehlt.
Worauf du beim Kauf achtest
Der wichtigste Punkt ist die Norm DIN 13232. Sie legt fest, wie die Decke beschaffen sein muss, damit sie als Rettungsdecke gilt.
Das Standardmaß beträgt rund 210 mal 160 Zentimeter. Die Folie ist eine etwa 12 Mikrometer dünne, biaxial gereckte Polyesterfolie mit aufgedampfter Aluminiumschicht — einseitig oder beidseitig bedampft.
Prüfe außerdem, ob ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt ist. Die Folie selbst altert langsam, die Faltung kann aber brüchig werden, wenn die Decke jahrelang in der Hitze hinter der Windschutzscheibe liegt.
Beidseitig bedampfte Folien sind etwas robuster gegen kleine Risse. Für den Verbandkasten spielt das kaum eine Rolle, für den Rucksack, in dem die Packung jahrelang gedrückt wird, schon.
Outdoor-Varianten gibt es zusätzlich als reißfeste Ausführung mit Ösen. Sie wiegen mehr, lassen sich dafür als Notunterstand spannen. Für den Kfz-Verbandkasten brauchst du sie nicht, dort ist die genormte Standarddecke die richtige Wahl.
Gold oder Silber: welche Seite nach außen
Die silberne Seite reflektiert etwa 99 Prozent der Infrarot-Wärmestrahlung, die goldene rund 97 Prozent. Der Unterschied ist in Versuchen gering.
Bei Unterkühlung liegt die Silberseite zum Körper, damit die abgestrahlte Körperwärme zurückgeworfen wird. Im Gebirge dreht man die Goldseite gern nach außen, weil sie für Rettungskräfte besser sichtbar ist.
Bei drohender Überhitzung spannst du die Decke als Sonnensegel mit der Silberseite nach außen. Wichtiger als die Farbwahl ist ohnehin etwas anderes: Die Decke muss dicht um den Körper anliegen.
So wendest du sie an
Die Wirkung entsteht vor allem durch die luftdichte Hülle. Sie stoppt Wärmeverlust durch Luftbewegung und durch Verdunstung — die Folie selbst dämmt nicht.
Lege deshalb zusätzlich etwas Isolierendes unter den Betroffenen, eine Jacke oder eine Decke. Am Boden geht sonst mehr Wärme verloren, als die Folie oben halten kann.
Schlage die Ränder unter und lass das Gesicht frei. Bei Wind hilft es, die Decke an den Ecken zu beschweren, sonst reißt sie an den Faltkanten.
Rechne mit dem Geräusch. Die Folie raschelt laut, und das verunsichert Betroffene zusätzlich. Sag kurz an, was du tust, bevor du die Decke ausbreitest.
Was sie kann und was nicht
Die Rettungsdecke hält Wärme, sie erzeugt keine. Wer stark ausgekühlt ist, wird darunter nicht von selbst wieder warm — die Folie verlangsamt nur den weiteren Verlust.
Sie ersetzt außerdem keinen Wetterschutz über längere Zeit. Bei Regen und Wind reißt die dünne Folie schnell an Kanten und Ecken. Für den Notfall im Rucksack ist sie richtig, für eine geplante Übernachtung im Freien nicht.
Nützlich ist sie noch in zwei weiteren Rollen: als Sichtschutz und als Signal. Die reflektierende Fläche fällt aus der Luft und von Weitem auf und erleichtert Rettungskräften das Auffinden einer Person im Gelände.
Wann du sie ersetzen musst
Einmal benutzt, gehört die Decke entsorgt. Sie lässt sich nicht sauber zurückfalten, und die Folie bekommt beim Auseinanderziehen kleine Risse.
Ersetze sie auch, wenn die Verpackung geöffnet, eingerissen oder verklebt ist. Beim jährlichen Blick in den Verbandkasten prüfst du sie am besten gleich mit.
Wer eine Decke zum Üben auspacken will, kauft dafür ein zweites Exemplar. Einmal entfaltet, passt sie ohnehin nie wieder in die ursprüngliche Verpackung — und eine lose zusammengeknüllte Folie im Verbandkasten kostet im Ernstfall Zeit.
Lagere Ersatzdecken kühl und dunkel. Hitze im geparkten Auto und dauerhafte Sonneneinstrahlung setzen der Folie und ihrer Beschichtung über die Jahre zu.
Häufige Fragen
Brauche ich überhaupt eine einzelne Rettungsdecke?
Meist nicht. Sie ist Bestandteil der Verbandkästen nach DIN 13164, DIN 13157 und DIN 13169.
Welche Seite zum Körper bei Kälte?
Die silberne. Sie reflektiert die Körperwärme etwas besser als die goldene.
Wie groß ist eine Rettungsdecke?
Üblich sind etwa 210 mal 160 Zentimeter.
Schützt sie vor Sonne?
Sie hält nahezu die gesamte UV-B-Strahlung ab und lässt nur wenig Licht durch. Als Sonnensegel funktioniert sie gut.
Kann ich sie mehrfach verwenden?
Nach einem echten Einsatz nicht. Für Übungszwecke ja, dann aber nicht mehr im Verbandkasten aufbewahren.
Hilft die Decke allein gegen Unterkühlung?
Nein. Ohne isolierende Unterlage geht am Boden zu viel Wärme verloren.
Woran erkenne ich eine normgerechte Decke?
An der Angabe DIN 13232 auf der Verpackung, zusammen mit Maß und Haltbarkeitsdatum. Fehlt die Norm, ist die Decke für den Verbandkasten nicht geeignet.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion wissenkosmos.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.






