Wie ist die Welt entstanden? Vom Urknall bis zur Erde

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Nach heutigem Wissen ist die Welt mit dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren entstanden. Aus einem extrem heißen, dichten Anfangszustand dehnte sich das Universum aus und kühlte ab. Es bildeten sich Atome, Sterne und Galaxien. Unsere Erde entstand vor rund 4,54 Milliarden Jahren aus einer Scheibe aus Staub und Gas rund um die junge Sonne.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Universum ist etwa 13,8 Milliarden Jahre alt.
  • Die ersten Atome entstanden rund 400.000 Jahre nach dem Urknall.
  • Die Erde bildete sich vor etwa 4,54 Milliarden Jahren.
  • Der Mond entstand vermutlich durch einen Zusammenstoß mit dem Planeten Theia.

Der Urknall: der Anfang von allem

Mit dem Urknall begannen Raum und Zeit selbst. Das Universum war am Anfang unvorstellbar heiß und dicht. Seitdem dehnt es sich aus. Diese Ausdehnung haben Astronomen im 20. Jahrhundert entdeckt. Galaxien entfernen sich voneinander, und zwar umso schneller, je weiter sie weg sind.

Was vor dem Urknall war, kann die Physik bisher nicht beantworten. Die kleinste sinnvolle Zeitspanne ist die Planck-Zeit von etwa 5,4 · 10⁻⁴⁴ Sekunden. Davor versagen die bekannten Gesetze.

Kurzantwort: Die Welt entstand vor etwa 13,8 Milliarden Jahren im Urknall. Seitdem dehnt sich das Universum aus und kühlt ab.

Die ersten Minuten und Jahre

In den ersten Bruchteilen einer Sekunde passierte enorm viel. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Stationen:

Zeit nach dem Urknall Was geschah
10⁻³⁵ bis 10⁻³² Sekunden Inflation: Das Universum bläht sich blitzartig auf
etwa 10⁻⁴ Sekunden Protonen und Neutronen bilden sich
erste drei Minuten Atomkerne von Wasserstoff und Helium entstehen
etwa 400.000 Jahre erste Atome, das Universum wird durchsichtig
einige 100 Millionen Jahre erste Sterne und Galaxien leuchten auf

Nach drei Minuten bestand die Materie zu etwa 75 Prozent aus Wasserstoff und zu 25 Prozent aus Helium. Schwerere Elemente gab es kaum. Erst als Atome entstanden, konnte Licht ungehindert reisen. Dieses Licht messen Forscher heute als kosmische Hintergrundstrahlung. Sie ist das älteste Licht, das sich beobachten lässt.

Sterne machen die Bausteine der Welt

Die Schwerkraft zog Gaswolken zusammen. So zündeten die ersten Sterne. In ihrem Inneren verschmolz Wasserstoff zu Helium und später zu schwereren Elementen. Kohlenstoff, Sauerstoff und Eisen stammen aus solchen Sternen. Große Sterne explodierten am Ende als Supernova. Dabei verteilten sie ihre Elemente im All.

Aus diesem Staub entstanden neue Sterne und Planeten. Fast alle Atome im menschlichen Körper außer Wasserstoff wurden in Sternen gebildet. Der Satz „Wir sind aus Sternenstaub“ ist deshalb wörtlich zu nehmen.

Wie die Erde entstanden ist

Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren fiel eine Gaswolke in sich zusammen. In der Mitte entstand die Sonne. Um sie kreiste eine flache Scheibe aus Gas und Staub. Darin klebten Staubkörner zu Brocken zusammen. Die Brocken wuchsen zu Planetenbausteinen und schließlich zu Planeten.

Die junge Erde war ein glühender Ball. Kurz nach ihrer Entstehung prallte ein Planet von der Größe des Mars mit ihr zusammen. Forscher nennen ihn Theia. Aus den Trümmern bildete sich wahrscheinlich der Mond. Danach kühlte die Oberfläche ab. Das älteste bekannte Mineral der Erde ist ein Zirkon mit einem Alter von rund 4,4 Milliarden Jahren. Es zeigt, dass es schon früh feste Kruste und vermutlich Wasser gab.

Kurzantwort: Die Erde entstand vor rund 4,54 Milliarden Jahren aus Staub und Gestein, das die junge Sonne umkreiste. Ein Zusammenstoß mit Theia schuf vermutlich den Mond.

Vom ersten Leben bis zum Menschen

Auf der abgekühlten Erde bildeten sich Ozeane. Dort entstand das erste Leben. Die ältesten Spuren von Mikroben sind rund 3,5 Milliarden Jahre alt. Später begannen Bakterien mit der Photosynthese. Sie reicherten die Luft mit Sauerstoff an. Erste mögliche Vielzeller sind etwa 2,1 Milliarden Jahre alt.

Vor rund 541 Millionen Jahren tauchten in kurzer Zeit fast alle heutigen Tierstämme auf. Diese Phase heißt Kambrische Explosion. Die Dinosaurier starben vor 66 Millionen Jahren aus. Der moderne Mensch, Homo sapiens, betrat erst vor rund 300.000 Jahren die Bühne. Auf ein Jahr umgerechnet wäre der Urknall am 1. Januar. Die Erde entstünde Anfang September. Der Mensch käme erst in den letzten Minuten vor Mitternacht am 31. Dezember.

Andere Erklärungen: Mythen und Religionen

Lange bevor es Teleskope gab, erzählten Menschen eigene Geschichten über den Anfang. In der Bibel erschafft Gott die Welt in sechs Tagen. In der nordischen Sage entsteht die Welt aus dem Körper des Riesen Ymir. Viele Kulturen kennen ein Urmeer oder ein Weltei. Solche Bilder wie der Baum des Lebens tauchen in vielen Traditionen auf. Sie beantworten eher die Frage nach dem Sinn. Die Naturwissenschaft beschreibt dagegen, wie die Welt entstanden ist.

Woher die Forscher das wissen

Drei Belege stützen die Urknall-Theorie besonders stark:

  • Die Ausdehnung: Fast alle Galaxien entfernen sich von uns.
  • Die Hintergrundstrahlung: Sie erfüllt gleichmäßig den ganzen Himmel und passt zum heißen Anfang.
  • Die Häufigkeit der Elemente: Das Verhältnis von Wasserstoff zu Helium entspricht den Berechnungen.

Das Alter der Erde bestimmen Geologen über den Zerfall radioaktiver Elemente in Gesteinen und Meteoriten. Wer sein Wissen testen will, findet passende Fragen in unserem Quiz mit 50 Fragen zum Allgemeinwissen.

Fazit

Die Welt ist nach heutigem Wissen vor 13,8 Milliarden Jahren im Urknall entstanden. Aus Wasserstoff und Helium wurden Sterne, die schwerere Elemente erzeugten. Aus deren Staub formte sich vor 4,54 Milliarden Jahren die Erde. Leben gibt es seit etwa 3,5 Milliarden Jahren, den Menschen erst seit rund 300.000 Jahren.

FAQ – Häufige Fragen

Wie alt ist das Universum?

Etwa 13,8 Milliarden Jahre. Dieser Wert stammt aus Messungen der Hintergrundstrahlung.

Wie alt ist die Erde?

Rund 4,54 Milliarden Jahre. Das zeigen radioaktive Datierungen von Gesteinen und Meteoriten.

Was war vor dem Urknall?

Das weiß niemand. Die bekannten Gesetze der Physik gelten erst ab der Planck-Zeit.

War der Urknall eine Explosion?

Nein. Der Raum selbst begann sich auszudehnen. Es gab keinen Mittelpunkt und kein Außen.

Wie ist der Mond entstanden?

Vermutlich durch den Zusammenstoß der jungen Erde mit dem marsgroßen Planeten Theia.

Wann entstand das erste Leben?

Die ältesten Spuren von Mikroben sind etwa 3,5 Milliarden Jahre alt.

Wann entstanden die ersten Sterne?

Einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall.

Woher kommen die Elemente?

Wasserstoff und Helium stammen aus dem Urknall. Schwerere Elemente entstanden in Sternen und Supernovae.

Seit wann gibt es Menschen?

Der moderne Mensch Homo sapiens lebt seit rund 300.000 Jahren auf der Erde.

Widerspricht der Urknall der Religion?

Viele Gläubige sehen keinen Widerspruch. Die Wissenschaft erklärt den Ablauf, der Glaube fragt nach dem Sinn.

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Quellen

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