Einheit der Lichtstärke: Candela einfach erklärt

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die Einheit der Lichtstärke ist die Candela mit dem Zeichen cd. Sie beschreibt, wie viel Licht eine Quelle in eine bestimmte Richtung abstrahlt. Eine Haushaltskerze erreicht ungefähr 1 cd, daher der lateinische Name für „Kerze“.

Kurzantwort: Die Lichtstärke misst man in Candela (cd). Eine Candela entspricht einem Lumen pro Steradiant, also dem Lichtstrom, der in einen Raumwinkel von einem Steradiant fällt.

Candela als SI-Einheit der Lichtstärke

Die Candela zählt zu den sieben Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems. Neben ihr stehen Meter, Kilogramm, Sekunde, Ampere, Kelvin und Mol. Die zugehörige Größe heißt Lichtstärke und trägt das Formelzeichen Iv. Sie gehört zur Photometrie, also zur Messung von Licht, wie das menschliche Auge es wahrnimmt.

Wichtig ist der Richtungsbezug. Die Lichtstärke sagt nichts über die gesamte Lichtmenge einer Lampe aus. Sie gibt an, wie viel Licht in einer bestimmten Richtung ankommt. Eine Glühbirne strahlt fast gleichmäßig in alle Richtungen. Ein Spot bündelt dasselbe Licht in einen engen Kegel und erreicht dort eine viel höhere Candela-Zahl.

Die Definition der Candela im Wortlaut

Seit 1979 hängt die Definition an einer festen Frequenz. Die aktuelle Fassung des SI legt das photometrische Strahlungsäquivalent Kcd für Strahlung mit 540 · 1012 Hz auf den Zahlenwert 683 lm/W fest. Diese Frequenz entspricht in Luft einer Wellenlänge von etwa 555 Nanometern. Es ist grünes Licht, für das das Auge bei Tag am empfindlichsten reagiert.

Praktisch bedeutet das: Eine Lichtquelle, die 1/683 Watt pro Steradiant in grünem Licht dieser Frequenz abstrahlt, hat 1 cd. Für Alltag und Beleuchtungstechnik genügt die Faustregel mit der Kerze. Die Definition sorgt dafür, dass Labore weltweit dieselben Werte messen.

Geschichte: von der Neuen Kerze zur Candela

Früher dienten echte Flammen als Vergleichsmaß. Verschiedene Länder nutzten unterschiedliche Kerzen und Lampen, was die Werte schwer vergleichbar machte. 1946 führte man daher die „Neue Kerze“ ein, die sich auf einen glühenden Schwarzen Strahler stützte. Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht bestätigte 1948 den Namen Candela. Ab 1967 ersetzte er den älteren Begriff vollständig.

Weil die Realisierung des Schwarzen Strahlers bei hohen Temperaturen schwierig war, änderte man 1979 die Definition. Der Zahlenwert 683 lm/W schließt bewusst an die alte Festlegung an. Die Werte blieben also gleich, die Messung wurde einfacher.

Candela, Lumen und Lux im Vergleich

Drei Einheiten der Lichttechnik tauchen ständig gemeinsam auf. Sie messen unterschiedliche Dinge, deshalb lassen sie sich nicht einfach gleichsetzen. Die Tabelle ordnet sie ein.

Einheit Größe Bedeutung Beziehung
Candela (cd) Lichtstärke Licht pro Raumwinkel in eine Richtung 1 cd = 1 lm/sr
Lumen (lm) Lichtstrom Gesamtes sichtbares Licht einer Quelle 1 lm = 1 cd · sr
Lux (lx) Beleuchtungsstärke Licht, das auf eine Fläche trifft 1 lx = 1 lm/m²

Die Candela steht also am Anfang der Kette. Aus ihr folgt der Lichtstrom, aus dem Lichtstrom folgt die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Wer Lampen kauft, findet auf der Packung meist Lumen. Auf Taschenlampen und Scheinwerfern steht dagegen oft Candela, weil dort die Bündelung zählt.

Lumen in Candela umrechnen: Formel und Beispiel

Die Formel ist kurz: Lichtstärke = Lichtstrom geteilt durch Raumwinkel, also Iv = Φv / Ω. Der Raumwinkel wird in Steradiant angegeben. Eine komplette Kugel hat 4π, das sind rund 12,57 Steradiant.

  • Gleichmäßig strahlende Lampe mit 800 lm: 800 / 12,57 ergibt rund 64 cd.
  • Taschenlampe mit 300 lm und einem Lichtkegel von 10° Halbwinkel: Der Raumwinkel beträgt etwa 0,096 sr, das ergibt rund 3.100 cd.
  • Derselbe Lichtstrom in einem engeren Kegel liefert noch mehr Candela.

Kurzantwort: Ohne Abstrahlwinkel lässt sich Lumen nicht in Candela umrechnen. Erst der Raumwinkel verbindet beide Werte über die Formel cd = lm / sr.

Typische Lichtstärken aus dem Alltag

Die folgenden Werte sind grobe Richtgrößen. Sie schwanken je nach Modell und Messverfahren.

Lichtquelle Lichtstärke (ungefähr)
Haushaltskerze 1 cd
Kleine LED-Signalleuchte 0,01 bis 1 cd
Klassische Glühlampe (60 W) etwa 60 cd
Fahrradscheinwerfer mit Reflektor mehrere hundert cd
Leistungsstarke Taschenlampe mehrere tausend cd

Sehr kleine Werte kennt man von Kontrollleuchten. Wie diese Anzeigen im Auto zu verstehen sind, erklärt der Beitrag zu den Kontrollleuchten und ihrer Bedeutung. Wer dagegen selbst Licht erzeugen möchte, findet Anregungen im Artikel Fahrrad Strom erzeugen.

Warum das Auge die Candela prägt

Die Candela ist die einzige SI-Basiseinheit, die ausdrücklich den Menschen einbezieht. Sie berücksichtigt die Hellempfindlichkeitskurve des Auges. Grünes Licht bei 555 Nanometern wirkt bei gleicher Leistung deutlich heller als rotes oder blaues. Deshalb rechnen Messgeräte mit einer Gewichtung nach dieser Kurve.

Wer verstehen will, wie das Auge Helligkeit verarbeitet, findet Hintergründe unter Wie funktioniert ein Auge. Für die Lichttechnik gilt: Zwei Lampen mit gleicher Wattzahl der Strahlung können sehr verschieden hell erscheinen, wenn ihre Farben unterschiedlich liegen.

Weitere Einheiten der Lichttechnik

  • Lumen (lm): Lichtstrom, in der Regel auf Verpackungen von Leuchtmitteln angegeben.
  • Lux (lx): Beleuchtungsstärke, etwa für Arbeitsplätze. Vollmondnächte liegen bei etwa 0,25 lx, Büros bei rund 500 lx und direktes Sonnenlicht bei bis zu 100.000 lx.
  • Candela pro Quadratmeter (cd/m²): Leuchtdichte, wichtig für Bildschirme und Displays.
  • Lumen pro Watt (lm/W): Lichtausbeute, das Maß für die Effizienz einer Lampe.

Zur Einordnung anderer Alltagsmaße eignen sich Beiträge wie 3/4 Liter in ml oder Mond Umfang. Auch dort hilft es, die Einheit zuerst sauber zu klären.

Fazit

Die Candela ist die SI-Basiseinheit der Lichtstärke. Sie misst, wie viel Licht in eine Richtung strahlt, und hängt über Lumen und Steradiant mit dem Lichtstrom zusammen. Mit der Formel cd = lm / sr lassen sich Werte umrechnen, sobald der Abstrahlwinkel bekannt ist. Lux und Lumen ergänzen das Bild, ersetzen die Candela aber nicht.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist die Einheit der Lichtstärke?

Die Einheit der Lichtstärke heißt Candela, Einheitenzeichen cd. Sie gehört zu den sieben Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems (SI).

Wofür steht das Formelzeichen der Lichtstärke?

Das Formelzeichen lautet I mit dem Index v für „visuell“, also Iv. Der Index unterscheidet die Größe von der Stromstärke, die ebenfalls I heißt.

Wie viel Candela hat eine Kerze?

Eine Haushaltskerze leuchtet mit etwa 1 cd. Daher stammt auch der Name der Einheit, denn „candela“ ist lateinisch für „Kerze“.

Was ist der Unterschied zwischen Candela und Lumen?

Lumen misst den gesamten Lichtstrom einer Lampe in alle Richtungen. Candela gibt an, wie viel davon in eine bestimmte Richtung fällt.

Wie rechnet man Lumen in Candela um?

Man teilt den Lichtstrom in Lumen durch den Raumwinkel in Steradiant. Ohne Angabe des Abstrahlwinkels lässt sich der Wert nicht berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen Candela und Lux?

Lux beschreibt, wie hell eine Fläche beleuchtet wird. Candela beschreibt die Lichtquelle selbst. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter.

Seit wann gibt es die Candela?

Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht beschloss den Namen 1948. Zuvor hieß die Einheit „Neue Kerze“, ab 1967 galt der Name Candela vollständig.

Warum gilt die Candela als Basiseinheit?

Das SI legt sie als Basiseinheit für die Lichtstärke fest. Die Wahl hat historische Gründe, weil Lichtmessung früher über Kerzen und Glühfäden lief.

Wie ist die Candela heute definiert?

Die Definition beruht auf dem photometrischen Strahlungsäquivalent von 683 lm/W bei einer Frequenz von 540 Billionen Hertz. Das entspricht grünem Licht mit rund 555 Nanometern.

Wird die Candela auch bei LEDs angegeben?

Ja, vor allem bei Taschenlampen, Scheinwerfern und Reflektorlampen. Der Wert zeigt dort die Helligkeit im Lichtkegel, den der Lumenwert allein nicht verrät.

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Quellen

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