Sardinen: Fisch-Steckbrief, Lebensweise und Nährwerte

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die Sardine (Sardina pilchardus) ist ein kleiner Schwarmfisch aus dem Nordostatlantik und dem Mittelmeer. Sie wird meist etwa 20 Zentimeter lang, frisst Plankton und zieht in großen Schwärmen durchs offene Wasser. Als Speisefisch liefert sie viel Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. In Deutschland kennen die meisten sie als Ölsardine aus der Dose.

Das Wichtigste in Kürze

  • Länge: im Schnitt 20 cm, höchstens etwa 28 cm.
  • Alter: bis zu etwa 15 Jahre.
  • Lebensraum: Nordostatlantik, Nordsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer.
  • 100 g liefern rund 151 kcal und über 2 g Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Sardinen-Steckbrief

Merkmal Angabe
Wissenschaftlicher Name Sardina pilchardus
Andere Namen Europäische Sardine, Pilchard
Ordnung Heringsartige
Durchschnittliche Länge ca. 20 cm
Maximale Länge ca. 27 bis 28 cm
Höchstalter ca. 15 Jahre
Nahrung Plankton, Fischlaich, Larven, kleine Krebstiere
Eier pro Weibchen 50.000 bis 60.000

Aussehen des Fisches

Die Sardine hat einen langgestreckten, fast zylindrischen Körper. Flanken und Bauch schimmern silbrig. Der Rücken ist meist blaugrün gefärbt. Diese Färbung tarnt sie gut. Von oben verschmilzt der dunkle Rücken mit dem tiefen Wasser, von unten der helle Bauch mit dem Licht der Oberfläche.

Die englische Wikipedia ordnet die Art der Familie Alosidae zu. Sie gehört damit zu den Heringsartigen und ist nah mit dem Hering verwandt.

Lebensraum und Verbreitung

Laut Fischlexikon reicht das Verbreitungsgebiet vom Nordostatlantik und der Nordsee bis vor die Küste Senegals. Im Mittelmeer ist die Sardine im Westen häufiger als im Osten. Weitere Bestände leben im Marmarameer und im Schwarzen Meer.

Sardinen wandern mit den Jahreszeiten. Im Sommer ziehen die Schwärme nach Norden, im Winter nach Süden. So tauchen sie im Sommer auch in der Nordsee auf.

Kurzantwort: Sardinen leben im Nordostatlantik von der Nordsee bis Senegal, im Mittelmeer, im Marmarameer und im Schwarzen Meer.

Lebensweise: ein Leben im Schwarm

Sardinen sind ausgeprägte Schwarmfische. Tagsüber halten sich die Schwärme meist in 25 bis 100 Metern Tiefe auf. Nachts steigen sie auf 10 bis 35 Meter. Dort folgen sie dem Plankton, das nachts ebenfalls nach oben wandert.

Der Schwarm schützt vor Räubern. Tausende Fische bewegen sich wie ein einziger Körper und verwirren Angreifer. Trotzdem sind Sardinen eine wichtige Beute für Thunfische, Delfine, Seevögel und größere Raubfische. Sie bilden damit ein zentrales Glied im Nahrungsnetz des Meeres.

Fortpflanzung

Die Laichzeit hängt stark von der Region ab. Das Fischlexikon nennt folgende Zeiträume:

  • vor Portugal: Februar bis April
  • im Ärmelkanal: April
  • in der Nordsee: Juni bis August
  • im Mittelmeer: September bis Mai

Ein Weibchen gibt 50.000 bis 60.000 Eier ab. Jedes ist nur etwa 1,5 Millimeter groß. Die Eier treiben frei im Wasser, bis die Larven schlüpfen.

Sardinen als Speisefisch: Nährwerte

Die Sardine ist ein fettreicher Seefisch mit vielen Nährstoffen. Das Fischlexikon nennt diese Werte pro 100 Gramm Rohware:

Nährstoff Menge pro 100 g
Energie 151 kcal
Eiweiß 19,3 g
Fett 8,2 g
EPA (Omega-3) 747 mg
DHA (Omega-3) 1.337 mg
Vitamin D 11 µg
Selen 58 µg
Jod 31 µg
Calcium 85 mg
Purine 345 mg

Der hohe Puringehalt ist für Menschen mit Gicht wichtig. Sie sollten Sardinen nur in Maßen essen. In Dosen mit Gräten steigt der Calciumgehalt, da die weichen Gräten mitgegessen werden.

Kurzantwort: Sardinen liefern viel Eiweiß, reichlich Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Wegen der vielen Purine sollten Menschen mit Gicht vorsichtig sein.

Sardinen in der Küche

In Portugal und Spanien kommen frische Sardinen oft ganz auf den Grill. Dazu gibt es Brot, Salat und Zitrone. In Lissabon gehören gegrillte Sardinen im Juni fest zu den Stadtfesten. In Deutschland landen sie meist als Ölsardinen oder in Tomatensoße auf dem Tisch.

Frische Sardinen verderben schnell. Sie sollten klare Augen, rote Kiemen und einen frischen Meeresgeruch haben. Am besten werden sie noch am Kauftag zubereitet. Dosenware hält dagegen jahrelang und ist ein praktischer Vorrat.

Sardine, Sardelle oder Sprotte?

Die drei kleinen Fische werden oft verwechselt. Sie gehören zu verschiedenen Arten.

Fisch Art Typische Verwendung
Sardine Sardina pilchardus Ölsardinen, gegrillt, gebraten
Sardelle Engraulis encrasicolus Anchovis, gesalzen, Pizza, Caesar-Dressing
Sprotte Sprattus sprattus Kieler Sprotten, geräuchert

Fischerei und Bedeutung

Die Sardine zählt zu den wichtigsten Fischen der Welt. Laut Wikipedia belegt sie Platz acht der meistgefangenen Arten. 2022 stammten rund 2,3 Millionen Tonnen Fang von ihr. Marokko, Portugal und Spanien fangen am meisten. Die Welternährungsorganisation FAO stuft die marokkanische Fischerei als überfischt ein.

Wer auf Nachhaltigkeit achtet, prüft beim Kauf Fanggebiet und Siegel auf der Dose. Wie andere Fische reagieren Sardinen empfindlich auf Umweltveränderungen. Einen Überblick über auffällige Meeresbewohner gibt der Beitrag über die gefährlichsten Fische der Welt.

Fazit

Die Sardine ist ein kleiner, silbriger Schwarmfisch mit großer Bedeutung für Meer und Küche. Sie lebt im Nordostatlantik und im Mittelmeer, wandert mit den Jahreszeiten und frisst Plankton. Als Speisefisch punktet sie mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D.

FAQ – Häufige Fragen

Was für ein Fisch ist die Sardine?

Ein kleiner Schwarmfisch aus der Ordnung der Heringsartigen, wissenschaftlich Sardina pilchardus.

Wie groß werden Sardinen?

Im Schnitt etwa 20 Zentimeter, höchstens rund 28 Zentimeter.

Wie alt werden Sardinen?

Bis zu etwa 15 Jahre.

Wo leben Sardinen?

Im Nordostatlantik von der Nordsee bis Senegal, im Mittelmeer, im Marmarameer und im Schwarzen Meer.

Was fressen Sardinen?

Vor allem Plankton, dazu Fischlaich, Larven und kleine Krebstiere.

Sind Sardinen gesund?

Ja. Sie liefern Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Selen und Jod.

Wie viele Kalorien hat eine Sardine?

Rohe Sardinen haben rund 151 kcal pro 100 Gramm. Ölsardinen liegen durch das Öl höher.

Ist eine Sardelle dasselbe wie eine Sardine?

Nein. Die Sardelle ist eine eigene Art und wird als Anchovis verkauft.

Kann man Sardinen mit Gräten essen?

Bei Dosensardinen ja. Die weichen Gräten liefern zusätzlich Calcium.

Dürfen Menschen mit Gicht Sardinen essen?

Nur in Maßen. Mit 345 mg Purinen pro 100 Gramm gehören Sardinen zu den purinreichen Lebensmitteln.

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Quellen

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