Reifendruck für Fahrräder: Richtwerte und Tabelle

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Der richtige Reifendruck für Fahrräder liegt je nach Modell zwischen 2 und 9 bar. Breite Alltags- und Trekkingreifen brauchen 2 bis 4 bar, schmale Rennradreifen 6 bis 9 bar. Den genauen Bereich nennt die Reifenflanke, das Körpergewicht verschiebt den Wert innerhalb dieser Spanne.

Kurzantwort: Ein Citybike mit 47-mm-Reifen fährt gut mit 2,5 bar vorn und 3 bar hinten. Ein Rennrad mit 25-mm-Reifen braucht 6 bis 6,5 bar. Die Reifenflanke gibt Minimum und Maximum vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Breite Reifen brauchen weniger Druck als schmale.
  • Mehr Gewicht verlangt mehr Druck.
  • Ein Schlauch verliert etwa 1 bar pro Monat.
  • Ein Manometer an der Pumpe verhindert Raten.

Reifendruck beim Fahrrad: Richtwerte nach Reifenart

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) veröffentlicht Richtwerte für Fahrer bis 80 Kilogramm. Sie gelten als Startpunkt und dürfen um etwa 0,5 bar nach oben oder unten abweichen. Die folgende Tabelle gibt eine Auswahl wieder.

Reifengröße (mm) Einsatz Vorderrad (bar) Hinterrad (bar)
57-559 Ballonreifen, 26 x 2,125 2,0 2,5
47-622 Trekking, 28 x 1,75 2,5 3,0
37-622 Tourenrad, 28 x 1 3/8 3,5 4,0
28-622 Sportrad 4,5 5,0
25-622 Rennrad 6,0 6,5
23-622 Rennrad 6,5 7,0

Die erste Zahl der Reifengröße nennt die Breite in Millimetern, die zweite den Felgendurchmesser. Beide stehen auf der Flanke. Wer die Zahlen zuordnen kann, findet seinen Wert in Sekunden.

Warum Breite und Gewicht den Druck bestimmen

Nach Wikipedia gilt ein einfacher Zusammenhang: Die Aufstandsfläche des Reifens entspricht der Radlast geteilt durch den Reifendruck. Bei 50 Kilogramm Radlast und 5 bar entsteht ein Latsch von etwa 10 Quadratzentimetern. Schmale Reifen brauchen mehr Druck, weil ihre Fläche sonst zu klein für die Last wird.

Wer schwerer ist oder Gepäck trägt, pumpt entsprechend höher. Der Reifen darf sich unter Last nicht zu stark eindrücken. Für ein Pedelec mit Packtaschen liegt der Wert eher im oberen Bereich der Flankenangabe. Das Systemgewicht zählt: Fahrer, Rad, Akku und Taschen zusammen.

Zu wenig oder zu viel Luft im Fahrradreifen

Zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand, weil der Reifen stärker walkt. Das Rad fühlt sich schwammig an. In Kurven schwimmt es, und am Felgenhorn droht ein Durchschlag, der sogenannte Schlangenbiss.

Zu hoher Druck hat andere Folgen. Der Reifen überträgt Stöße direkt auf Rahmen und Handgelenke. Die Haftung sinkt, und auf rauem Asphalt hüpft das Rad. Die maximale Angabe der Flanke darf niemand überschreiten, denn Felge und Reifenwulst halten nur begrenzte Drücke aus.

Kurzantwort: Zu wenig Luft erhöht Rollwiderstand und Pannenrisiko. Zu viel Luft kostet Komfort und Haftung. Am besten liegt der Wert im mittleren bis oberen Bereich der Flankenangabe.

Fahrradreifen richtig aufpumpen: Schritt für Schritt

  • Ventiltyp bestimmen: Dunlop, Autoventil oder Sclaverand.
  • Ventilkappe abschrauben und Pumpenkopf fest aufsetzen.
  • Am Manometer den Zielwert ansteuern und langsam pumpen.
  • Pumpenkopf gerade abziehen, damit möglichst wenig Luft entweicht.
  • Kappe aufschrauben und beide Reifen vergleichen.

Standpumpen und Fußpumpen mit Manometer arbeiten am genauesten. Handpumpen taugen laut ADFC nur für den Notfall unterwegs. Ein kleines Messgerät für die Hosentasche kostet wenig und lohnt sich für alle, deren Pumpe keine Anzeige hat. Wer eine Panne unterwegs erlebt, findet im Beitrag zum Erste-Hilfe-Set und zum Warndreieck Hinweise zur Absicherung auf der Straße.

Reifendruck für Rennrad, Mountainbike und Fatbike

Rennräder rollen auf glattem Asphalt mit 6 bis 9 bar. Wer im Wettkampf startet, findet Disziplinen und Regeln im Beitrag über Radsport-Wettkampf-Disziplinen. Die lange Tradition zeigt der Text zur Geschichte des Rennsports.

Im Gelände fahren Mountainbiker mit weniger Luft. Der Reifen passt sich Wurzeln und Steinen an, und die Traktion steigt. Wikipedia nennt für Fatbike-Reifen einen Bereich von 0,3 bis 0,7 bar. Schlauchlose Reifen erlauben solche Werte ohne Durchschlagsgefahr, vertragen aber auf hakenlosen Felgen höchstens 5 bar.

Luftverlust und Kontrolle im Alltag

Selbst ein dichter Schlauch verliert Luft durch die Gummiwand. Der ADFC beziffert den Verlust auf ungefähr 1 bar pro Monat. Wer sein Rad wochenlang im Keller stehen lässt, startet also mit zu wenig Druck. Vor jeder längeren Fahrt lohnt ein Daumentest und danach die Kontrolle mit Manometer.

Der ADFC nennt eine weitere Zahl: Der richtige Druck verhindert etwa 80 Prozent aller Reifenpannen. Ein paar Sekunden an der Pumpe sparen also viel Ärger. Wer im Alltag zusätzlich Strom erzeugen möchte, kann sich den Artikel zum Strom erzeugen mit dem Fahrrad ansehen.

Fazit

Beim Reifendruck von Fahrrädern gibt es keinen einzigen Idealwert. Breite, Gewicht und Untergrund entscheiden. Die Flankenangabe zieht die Grenzen, die ADFC-Tabelle liefert einen brauchbaren Startwert. Ein Manometer und eine Kontrolle alle zwei Wochen genügen, um Panne, Kraftverlust und Rückenschläge zu vermeiden.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel Luftdruck braucht ein Fahrrad?

Das hängt von Reifenbreite und Gewicht ab. Breite Alltagsreifen laufen mit etwa 2 bis 4 bar, schmale Rennradreifen mit 6 bis 9 bar. Die Angabe auf der Reifenflanke setzt die Grenzen.

Wo steht der richtige Reifendruck?

Auf der Reifenflanke steht ein Bereich mit Minimal- und Maximalwert, meist in bar, PSI oder kPa. Wer innerhalb dieses Bereichs bleibt, fährt sicher.

Wie rechnet man bar in PSI um?

Ein bar entspricht rund 14,5 PSI. Ein Reifen mit 4 bar hat also etwa 58 PSI. Viele Pumpen zeigen beide Skalen an.

Wie oft sollte man den Reifendruck prüfen?

Ein dichter Schlauch verliert laut ADFC im Schnitt ungefähr 1 bar pro Monat. Ein Blick alle zwei Wochen ist deshalb sinnvoll, vor langen Touren auch öfter.

Was passiert bei zu wenig Luftdruck?

Der Reifen walkt stärker, der Rollwiderstand steigt und das Fahrverhalten wird schwammig. Außerdem droht ein Durchschlag des Schlauchs am Felgenhorn.

Was passiert bei zu viel Luftdruck?

Der Reifen gibt jede Unebenheit an Rahmen und Fahrer weiter. Zudem sinkt die Haftung, weil die Kontaktfläche schrumpft.

Braucht das Vorderrad weniger Druck als das Hinterrad?

Meist ja. Die Richtwerte des ADFC liegen vorn etwa 0,5 bar unter dem Hinterrad, weil hinten mehr Gewicht lastet.

Welcher Reifendruck passt für ein E-Bike?

E-Bikes wiegen mehr. Fahrer sollten sich am oberen Bereich der Reifenangabe orientieren und das Systemgewicht mit Gepäck einrechnen.

Welchen Druck vertragen Fatbike-Reifen?

Laut Wikipedia fahren Fatbikes mit 0,3 bis 0,7 bar. Ein Standard-Manometer für Autoreifen zeigt in diesem Bereich kaum genau an.

Passt ein Autoventil an jede Fahrradpumpe?

Nein. Fahrräder nutzen Dunlop-, Auto- oder Sclaverandventile. Viele Pumpen decken mehrere Typen ab, ein Adapter hilft bei den übrigen.

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Quellen

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