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Kurz gesagt: Bei der Magenspiegelung wird ein biegsamer Schlauch mit Kamera und Lichtquelle über den Mund durch Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm geführt. Die Untersuchung dauert meist fünf bis fünfzehn Minuten. Auf Wunsch wird ein Beruhigungsmittel gegeben, sodass man davon nichts mitbekommt.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Vorbereitung
Nüchtern sein: mindestens sechs Stunden nichts essen, zwei Stunden nichts trinken. Ein voller Magen macht die Untersuchung unmöglich und erhöht das Risiko, Mageninhalt in die Lunge zu bekommen.
Blutverdünnende Medikamente werden vorher besprochen — ob sie abgesetzt werden, entscheidet der Arzt, nicht der Patient. Eigenmächtiges Absetzen ist gefährlich.
Der Ablauf
Der Rachen wird mit einem Spray örtlich betäubt, das den Würgereiz dämpft. Ein Beißring schützt das Gerät und die Zähne.
Wer eine Sedierung möchte, bekommt ein kurz wirksames Mittel über die Vene und schläft für die Dauer der Untersuchung. Ohne Sedierung ist die Untersuchung möglich, aber unangenehmer.
Der Arzt führt das Endoskop ein und betrachtet Schleimhaut, Übergänge und Faltenrelief. Über einen Arbeitskanal lassen sich Gewebeproben entnehmen, Blutungen stillen oder Polypen abtragen. Die Probenentnahme selbst tut nicht weh — die Schleimhaut hat keine entsprechenden Schmerzfasern.
Wonach gesucht wird
- Entzündungen der Speiseröhre durch Rückfluss
- Magenschleimhautentzündung und Geschwüre
- Blutungsquellen bei schwarzem Stuhl oder Blutarmut
- Nachweis von Helicobacter pylori
- Zöliakie über Proben aus dem Zwölffingerdarm
- Auffälligkeiten, die weiter abgeklärt werden müssen
Danach
Nach örtlicher Betäubung des Rachens darf man erst wieder essen und trinken, wenn das Taubheitsgefühl weg ist — sonst verschluckt man sich.
Nach einer Sedierung gilt für 24 Stunden: kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen, keine wichtigen Entscheidungen. Eine Begleitperson für den Heimweg ist Pflicht.
Ein Druckgefühl im Bauch durch die eingeblasene Luft ist normal und vergeht.
Wann man sich sofort meldet
Bei starken Bauchschmerzen, Bluterbrechen, schwarzem Stuhl, Fieber oder Atemnot nach der Untersuchung. Ernste Zwischenfälle sind selten, aber sie kommen vor.
Wie man sich vorbereitet
Sechs bis acht Stunden vor der Untersuchung darf nichts mehr gegessen werden, zwei bis vier Stunden vorher nichts mehr getrunken. Der Magen muss leer sein, damit die Schleimhaut beurteilt werden kann. Die genauen Zeiten nennt die Praxis.
Blutverdünnende Medikamente müssen unter Umständen vorher pausiert werden, das entscheidet die behandelnde Praxis. Eigenmächtiges Absetzen ist gefährlich. Die vollständige Medikamentenliste gehört ins Vorgespräch.
Wer eine Beruhigung erhält, darf danach vierundzwanzig Stunden nicht selbst fahren und keine Maschinen bedienen. Eine Begleitperson ist deshalb nötig. Auch wichtige Entscheidungen sollten aufgeschoben werden.
Wie die Untersuchung abläuft
Der Rachen wird örtlich betäubt, danach wird ein biegsames Endoskop mit Kamera über den Mund eingeführt. Es wird durch Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm geführt. Die Bilder erscheinen auf einem Monitor.
Über einen Arbeitskanal lassen sich Gewebeproben entnehmen, Blutungen stillen und kleine Veränderungen abtragen. Die Probenentnahme ist schmerzfrei, weil die Schleimhaut keine entsprechenden Nerven hat. Die Untersuchung dauert meist zehn bis zwanzig Minuten.
Auf Wunsch wird ein kurz wirkendes Beruhigungsmittel gegeben, meist Midazolam oder Propofol. Damit schlafen die meisten Patienten während der Untersuchung. Ohne Beruhigung ist sie unangenehm, aber machbar.
Wann sie angezeigt ist
Gründe sind anhaltende Oberbauchbeschwerden, Schluckstörungen, unklare Blutarmut, Verdacht auf Blutungen und die Abklärung von Refluxbeschwerden. Auch der Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori erfolgt häufig darüber. Die Indikation stellt die behandelnde Praxis.
Bei Alarmzeichen wie Gewichtsverlust, Bluterbrechen, schwarzem Stuhl oder Schluckbeschwerden ist eine zügige Abklärung nötig. Diese Zeichen gelten als dringlich. Ein Abwarten ist dort nicht angebracht.
Zur Krebsvorsorge ohne Beschwerden ist sie in Deutschland nicht vorgesehen, anders als die Darmspiegelung. In Ländern mit hoher Erkrankungsrate wie Japan und Korea ist das anders geregelt. Der Grund liegt in der Häufigkeit.
Welche Risiken bestehen
Die Untersuchung gilt als sehr sicher, schwerwiegende Komplikationen sind selten. Möglich sind Blutungen nach Probenentnahme, Halsschmerzen, Übelkeit und sehr selten eine Verletzung der Speiseröhrenwand. Bei Beruhigung kommen Kreislaufreaktionen hinzu.
Nach der Untersuchung darf erst gegessen werden, wenn die Rachenbetäubung nachgelassen hat, sonst besteht Verschluckungsgefahr. Meist dauert das etwa eine Stunde. Die Praxis gibt den Zeitpunkt an.
Bei starken Bauchschmerzen, Fieber, Bluterbrechen oder Atemnot nach der Untersuchung ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Diese Zeichen sind selten, aber ernst. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was mit den Proben geschieht
Entnommene Gewebeproben werden in Formalin fixiert und in einem Labor für Pathologie untersucht. Das Ergebnis liegt meist nach wenigen Tagen bis zwei Wochen vor. Die Befundbesprechung erfolgt in der überweisenden Praxis.
Für den Nachweis von Helicobacter pylori gibt es zusätzlich einen Schnelltest direkt am Untersuchungstisch. Er liefert innerhalb weniger Minuten ein vorläufiges Ergebnis. Bestätigt wird es durch die Gewebeuntersuchung.
Wird ein Befund erhoben, folgt die Behandlung nach den einschlägigen Leitlinien. Bei nachgewiesenem Helicobacter ist das eine Kombination aus Antibiotika und Säureblocker. Die Dauer beträgt meist ein bis zwei Wochen.
Was die Untersuchung kostet
Bei medizinischer Indikation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten vollständig. Eine Zuzahlung fällt nicht an. Für die Beruhigung gilt dasselbe.
Ohne Indikation, etwa auf eigenen Wunsch zur Vorsorge, ist sie eine Selbstzahlerleistung. Die Praxis muss vorher schriftlich darüber informieren. Die Beträge liegen im dreistelligen Bereich.
Welche Alternativen es gibt
Für die Suche nach Helicobacter pylori gibt es Atem- und Stuhltests ohne Spiegelung. Sie eignen sich zur Erstuntersuchung und zur Therapiekontrolle. Gewebeproben liefern sie nicht.
Die Kapselendoskopie mit einer schluckbaren Kamera untersucht vor allem den Dünndarm. Für Magen und Speiseröhre ist sie nicht der Standard. Eingriffe sind damit ebenfalls nicht möglich.
Häufige Fragen
Tut eine Magenspiegelung weh?
Sie ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft; mit Sedierung merkt man nichts.
Wie lange dauert sie?
Meist fünf bis fünfzehn Minuten.
Wie lange muss man nüchtern sein?
Mindestens sechs Stunden.
Darf man danach Auto fahren?
Nach Sedierung 24 Stunden nicht.
Quellen
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