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Kurz gesagt: Beim Wasserfasten wird über einen festgelegten Zeitraum nur Wasser aufgenommen. Nach etwa 24 Stunden sind die Zuckerspeicher der Leber erschöpft, der Körper stellt auf Fettabbau um und bildet Ketonkörper als Ersatzbrennstoff für das Gehirn.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was im Körper passiert
Stunde 0 bis 12: Der Körper lebt von der letzten Mahlzeit und vom Leberglykogen.
Stunde 12 bis 24: Das Glykogen geht zur Neige. Der Insulinspiegel fällt, die Fettverbrennung steigt.
Ab Tag 2: Die Leber bildet Ketonkörper. Sie versorgen das Gehirn, das mit Fettsäuren allein nichts anfangen kann.
Ab Tag 3: Der Körper baut zusätzlich Eiweiß ab, um Glukose herzustellen — auch Muskulatur. Er drosselt den Grundumsatz.
Der Wasser- und Salzverlust
Jedes Gramm Glykogen bindet Wasser. Wird es abgebaut, wird das Wasser ausgeschieden. Die ersten Kilogramm auf der Waage sind deshalb kein Fett.
Mit dem Wasser gehen Mineralstoffe verloren — Natrium, Kalium, Magnesium. Das ist der Grund für Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufprobleme in den ersten Tagen und der Punkt, an dem längeres Fasten gefährlich wird.
Wer nicht fasten sollte
Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Untergewicht oder einer Essstörung in der Vorgeschichte, mit Diabetes, mit Nieren- oder Lebererkrankungen, mit Herzrhythmusstörungen — und wer Medikamente nimmt, deren Dosis an Mahlzeiten gekoppelt ist.
Das Refeeding-Syndrom
Nach längerem Fasten ist der Wiedereinstieg der kritische Teil. Wird zu schnell wieder gegessen, kann der plötzliche Insulinanstieg Mineralstoffe so rasch in die Zellen verschieben, dass es zu Herzrhythmusstörungen kommt. Deshalb baut man die Nahrung über mehrere Tage schrittweise auf.
Was der Körper als Energiequelle nutzt
In den ersten Stunden verbraucht der Körper die Zuckerreserven aus Leber und Muskulatur. Sie reichen etwa einen halben bis einen Tag. Danach stellt der Stoffwechsel auf Fettverbrennung um.
Weil das Gehirn Zucker braucht, bildet die Leber aus Fettsäuren sogenannte Ketonkörper als Ersatzbrennstoff. Dieser Zustand heißt Ketose und beginnt nach etwa zwei bis drei Tagen. Der typische Mundgeruch stammt daher.
Gleichzeitig baut der Körper Eiweiß ab, um daraus Zucker zu gewinnen. Betroffen ist auch Muskulatur, einschließlich des Herzmuskels. Genau darin liegt das Risiko längerer Fastenzeiten.
Warum Salz und Flüssigkeit entscheidend sind
Mit dem Verlust der Zuckerreserven scheidet der Körper Wasser aus, weil Zucker im Gewebe Wasser bindet. Der frühe Gewichtsverlust besteht deshalb überwiegend aus Wasser. Mit ihm gehen Natrium, Kalium und Magnesium verloren.
Ein Mangel an diesen Salzen führt zu Schwäche, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen und im Extremfall zu Herzrhythmusstörungen. Deshalb wird beim ärztlich begleiteten Fasten regelmäßig kontrolliert. Ohne Begleitung ist das nicht möglich.
Zu viel reines Wasser ohne Salz kann zusätzlich den Natriumspiegel gefährlich senken. Dieser Zustand heißt Hyponatriämie. Er ist bei Fastenden dokumentiert.
Wer nicht fasten sollte
Ausgeschlossen sind Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, Menschen mit Untergewicht oder Essstörungen sowie Personen mit Diabetes, Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen. Auch bei Einnahme bestimmter Medikamente ist Fasten gefährlich. Dazu zählen Blutdruck- und Blutzuckermittel.
Bei Gicht kann Fasten einen Anfall auslösen, weil Harnsäure ansteigt. Bei Herzrhythmusstörungen drohen Verschlechterungen. Diese Gegenanzeigen stehen in ärztlichen Leitlinien.
Wer Medikamente nimmt, muss vorher ärztlich klären, ob und wie sie angepasst werden. Eigenmächtiges Absetzen ist gefährlich. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Das Refeeding-Syndrom
Nach längerem Fasten kann der zu schnelle Kostaufbau lebensgefährlich werden, weil Insulin ausgeschüttet wird und Phosphat, Kalium und Magnesium schlagartig in die Zellen wandern. Der Blutspiegel dieser Stoffe fällt dann ab. Folgen können Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle sein.
Deshalb wird nach dem Fasten schrittweise aufgebaut, beginnend mit kleinen Mengen leichter Kost. In Kliniken erfolgt das unter Kontrolle der Blutwerte. Die Aufbautage sind fester Bestandteil jedes Fastenprogramms.
Das Syndrom ist gut beschrieben und betrifft nicht nur Fastende, sondern auch Menschen nach längerer Mangelernährung. Bei Anzeichen wie Herzstolpern oder Verwirrtheit ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Abwarten ist hier falsch.
Was belegt ist und was nicht
Untersucht sind vor allem kurzzeitige Effekte auf Blutdruck, Blutfette und Blutzucker, die sich bei manchen Menschen verbessern. Ob daraus ein langfristiger Nutzen entsteht, ist offen. Die Studienlage ist dünn und die Gruppen sind klein.
Behauptungen über Entgiftung oder Heilung von Krankheiten sind nicht belegt. Für die Entgiftung sind Leber und Nieren zuständig, unabhängig vom Essen. Solche Versprechen sollte man kritisch prüfen.
Was sich vom Heilfasten unterscheidet
Beim klassischen Heilfasten nach Buchinger werden geringe Mengen Saft und Brühe aufgenommen, sodass Salze und etwas Zucker zugeführt werden. Beim reinen Wasserfasten entfällt das vollständig. Die Belastung für den Körper ist deshalb höher.
Heilfasten wird in Kliniken und Kurhäusern unter Aufsicht angeboten, meist über eine bis zwei Wochen mit Entlastungs- und Aufbautagen. Wasserfasten über mehrere Tage ohne Begleitung gilt als riskant. Fachgesellschaften raten davon ab.
Wer Erfahrungen sammeln möchte, beginnt besser mit Intervallfasten, bei dem täglich über mehrere Stunden nichts gegessen wird. Die Datenlage dazu ist besser. Das Risiko ist deutlich geringer.
Was ärztliche Begleitung bedeutet
In Fastenkliniken werden vor Beginn Blutbild, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte bestimmt und während des Fastens kontrolliert. Blutdruck und Gewicht werden täglich gemessen. Bei Auffälligkeiten wird abgebrochen.
Auch die Medikation wird vorab angepasst, weil Blutdruck- und Blutzuckermittel im Fasten anders wirken. Diese Anpassung ist der wichtigste Sicherheitsschritt. Ohne sie drohen ernste Zwischenfälle.
Was nach dem Fasten bleibt
Das verlorene Gewicht kehrt nach dem Kostaufbau zu einem großen Teil zurück, weil Wasser und Glykogenspeicher wieder aufgefüllt werden. Ein dauerhafter Effekt entsteht nur durch veränderte Gewohnheiten. Fasten allein leistet das nicht.
Wer abnehmen möchte, erreicht mit einer moderaten dauerhaften Umstellung mehr als mit kurzen extremen Phasen. Das ist in Leitlinien zur Adipositastherapie so beschrieben. Begleitung durch eine Ernährungsberatung ist dabei hilfreich.
Häufige Fragen
Ab wann beginnt die Ketose?
Meist nach 24 bis 48 Stunden.
Verliert man dabei Muskeln?
Ab dem dritten Tag zunehmend ja.
Wie viel trinken?
Ausreichend, und auf Elektrolyte achten.
Wie steigt man wieder ein?
Langsam über mehrere Tage.
Quellen
Das passt dazu
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