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Kurz gesagt: Es gibt drei Bauarten. Klick-Handwärmer nutzen die Kristallisationswärme einer übersättigten Salzlösung und sind wiederverwendbar. Einwegpads erzeugen Wärme durch die Oxidation von Eisenpulver an der Luft. Akku-Wärmer heizen elektrisch.
Der Klick-Handwärmer
Im Kissen steckt eine übersättigte Lösung von Natriumacetat — mehr Salz, als bei dieser Temperatur eigentlich gelöst bleiben kann. Der Zustand ist labil.
Das Knicken des Metallplättchens setzt einen winzigen Impuls frei, der die Kristallisation auslöst. Sie läuft schlagartig durch das ganze Kissen, und dabei wird die zuvor gespeicherte Wärme frei — rund 50 Grad für 20 bis 40 Minuten.
Zum Wiederaufladen legt man das Kissen für einige Minuten in kochendes Wasser, bis alle Kristalle gelöst sind. Danach abkühlen lassen. Der Vorgang lässt sich hunderte Male wiederholen.
Das Einwegpad
Im Beutel stecken Eisenpulver, Aktivkohle, Salz, Wasser und Vermiculit. Solange die Verpackung dicht ist, passiert nichts. Sobald Luft hinzukommt, oxidiert das Eisen — chemisch dasselbe wie Rosten, nur beschleunigt.
Die Reaktion liefert 40 bis 55 Grad und läuft je nach Größe sechs bis zwölf Stunden. Sie lässt sich nicht anhalten und nicht wiederholen.
Der Akku-Wärmer
Ein Lithium-Akku speist ein Heizelement. Vorteil: regelbar, abschaltbar, oft mit Powerbank-Funktion. Nachteil: Gewicht und Ladezeit.
Worauf man achtet
Nicht direkt auf der bloßen Haut tragen, wenn das Empfinden eingeschränkt ist — bei Diabetes mit Nervenschädigung oder bei Durchblutungsstörungen sind Verbrennungen durch Dauerwärme beschrieben. Ein Tuch dazwischen genügt.
Was im Klick-Handwärmer chemisch passiert
Im Beutel steckt eine übersättigte Lösung von Natriumacetat in Wasser. Übersättigt heißt, dass mehr Salz gelöst ist, als bei dieser Temperatur eigentlich in Lösung bleiben kann. Der Zustand ist stabil, solange nichts die Kristallbildung auslöst.
Das Knicken des Metallplättchens erzeugt eine winzige Störung, an der sich der erste Kristall bildet. Von dort breitet sich die Kristallisation in Sekunden durch den ganzen Beutel aus. Dabei wird die zuvor gespeicherte Kristallisationswärme frei.
Die Temperatur steigt dabei auf etwa fünfzig Grad und hält sich, solange noch Flüssigkeit übrig ist. Danach kühlt der nun feste Beutel langsam ab. Energie wird dabei nicht erzeugt, sondern nur wieder abgegeben.
Wie er sich wieder aufladen lässt
Der Beutel wird für einige Minuten in kochendes Wasser gelegt, bis alle Kristalle verschwunden sind. Danach lässt man ihn ungestört abkühlen, ohne ihn zu schütteln oder zu knicken. So entsteht erneut die übersättigte Lösung.
Wichtig ist, dass wirklich jeder Kristall gelöst ist, sonst löst der Rest die Reaktion sofort wieder aus. Deshalb geben Hersteller eine Mindestdauer an. Zu kurzes Kochen ist der häufigste Grund für Fehlschläge.
Der Vorgang lässt sich sehr oft wiederholen, meist einige Hundert Mal. Begrenzt wird das nur durch die Haltbarkeit der Folie. Undichte Beutel gehören in den Restmüll.
Was im Einwegpad steckt
Die Einwegvariante enthält feines Eisenpulver, Aktivkohle, Salz, Wasser und ein Trägermaterial. Sobald der Luftabschluss der Verpackung entfällt, verbindet sich das Eisen mit dem Sauerstoff der Luft. Diese Oxidation ist im Grunde beschleunigtes Rosten und setzt Wärme frei.
Das Salz beschleunigt die Reaktion, die Aktivkohle verteilt die Wärme. Die Außenhülle ist so gewählt, dass sie nur begrenzt Luft durchlässt. Darüber steuert der Hersteller Temperatur und Laufzeit.
Je nach Größe halten solche Pads vier bis zwölf Stunden. Wieder verwenden lassen sie sich nicht, weil das Eisen aufgebraucht ist. Sie gehören nach Gebrauch in den Restmüll.
Sicherheit bei der Anwendung
Handwärmer erreichen Temperaturen, die bei direktem und langem Hautkontakt zu Verbrennungen führen können. Betroffen sind vor allem Menschen mit eingeschränktem Temperaturempfinden, etwa bei Diabetes mit Nervenschädigung. Für sie gilt: nie direkt auf die Haut und nicht im Schlaf verwenden.
Auch bei Kindern sollte immer eine Stoffschicht dazwischen liegen. Ein Handschuh oder eine Tasche genügt. Der Wärmeeindruck bleibt dabei erhalten.
Aufgeplatzte Einwegpads sollten nicht mit den Augen in Kontakt kommen. Der Inhalt ist nicht giftig, reizt aber. Bei Beschwerden hilft Ausspülen und im Zweifel ärztlicher Rat.
Wie lange die Wärme hält
Der Klick-Handwärmer gibt seine Wärme in der Regel dreißig bis sechzig Minuten ab, abhängig von Größe und Außentemperatur. Das Einwegpad hält deutlich länger, weil die Oxidation langsam und gleichmäßig verläuft. Akku-Wärmer laufen je nach Kapazität und Stufe zwei bis acht Stunden.
Entscheidend für die gefühlte Dauer ist, wie gut die Wärme am Körper gehalten wird. In einer geschlossenen Jackentasche bleibt sie länger nutzbar als in der offenen Hand. Isolierung wirkt hier stärker als die Bauart.
Bei starkem Frost verkürzt sich die Laufzeit aller Bauarten. Beim Einwegpad kommt hinzu, dass die Reaktion in der Kälte langsamer startet. Ein paar Minuten in der Tasche helfen beim Anlaufen.
Alternativen ohne Chemie und Strom
Kirschkernkissen und Traubenkernkissen speichern Wärme aus der Mikrowelle und geben sie über etwa zwanzig bis dreißig Minuten ab. Sie eignen sich eher für zu Hause als für unterwegs. Überhitzt können sie allerdings anbrennen.
Die klassische Wärmflasche hält deutlich länger, ist aber schwer und unhandlich. Für die Jackentasche ist sie ungeeignet. Im Bett bleibt sie die einfachste Lösung.
Wie sie richtig entsorgt werden
Klick-Handwärmer gehören als Kunststoffbeutel mit Salzlösung in den Restmüll, nicht in die Gelbe Tonne. Der Inhalt ist nicht gefährlich, aber nicht recycelbar. Solange sie dicht sind, lassen sie sich unbegrenzt weiterverwenden.
Akku-Wärmer enthalten Lithium-Ionen-Zellen und dürfen keinesfalls in den Hausmüll. Sie gehören zum Elektroschrott und werden von Wertstoffhöfen und Händlern zurückgenommen. Beschädigte Akkus sind zusätzlich eine Brandgefahr.
Häufige Fragen
Kann man Klick-Handwärmer wiederverwenden?
Ja, durch Auskochen.
Warum wird das Kissen beim Knicken heiß?
Die Kristallisation setzt gespeicherte Wärme frei.
Wie lange halten Einwegpads?
Sechs bis zwölf Stunden.
Sind sie giftig?
Natriumacetat ist ein Lebensmittelzusatzstoff; der Inhalt gehört trotzdem nicht in den Mund.
Quellen
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