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Kurz gesagt: Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer sie kauft, wird Miteigentümer – mit Anspruch auf einen Teil des Gewinns und einer Stimme auf der Hauptversammlung. Der Kurs entsteht aus Angebot und Nachfrage an der Börse.
Man kauft kein Papier, sondern einen Bruchteil einer Firma.
Warum Unternehmen Aktien ausgeben
Um Geld einzusammeln, ohne es zurückzahlen zu müssen. Ein Kredit muss getilgt und verzinst werden; Eigenkapital aus einem Börsengang nicht. Dafür geben die Alteigentümer Anteile und Mitsprache ab.
Das Geld aus dem Verkauf fließt dem Unternehmen allerdings nur beim Börsengang oder einer Kapitalerhöhung zu. Wer später an der Börse kauft, zahlt einen anderen Anleger aus – nicht die Firma.
Woher der Kurs kommt
An der Börse treffen Kauf- und Verkaufsaufträge zusammen. Der Kurs ist der Preis, zu dem die meisten Aufträge ausgeführt werden können.
Er spiegelt die Erwartung wider, nicht die Vergangenheit. Deshalb kann eine Aktie nach einem guten Quartalsergebnis fallen: erwartet worden war noch mehr.
Die zwei Ertragsquellen
Dividende. Ein Teil des Gewinns wird ausgeschüttet. Über die Höhe entscheidet die Hauptversammlung. Am Tag danach fällt der Kurs üblicherweise um den ausgeschütteten Betrag – Geld, das das Unternehmen verlässt, fehlt in seinem Wert.
Kursgewinn. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er entsteht erst beim Verkauf.
Welche Rechte Aktionäre haben
Stimmrecht auf der Hauptversammlung, Anspruch auf Dividende, Auskunftsrecht und ein Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen. Vorzugsaktien tauschen das Stimmrecht gegen eine höhere Dividende.
Kleinanleger haben faktisch keinen Einfluss – bei Millionen ausgegebener Aktien fällt eine Stimme nicht ins Gewicht.
Das Risiko
Aktionäre haften nicht mit ihrem Privatvermögen, können aber ihren gesamten Einsatz verlieren. Bei einer Insolvenz stehen sie in der Reihenfolge ganz hinten: erst die Gläubiger, zuletzt die Aktionäre.
Deshalb gilt Streuung als wichtigste Regel. Ein breit gestreuter Indexfonds verteilt das Risiko auf hunderte Unternehmen.
Was beim Kauf anfällt
Ein Depot bei Bank oder Broker, Ordergebühren und auf Erträge die Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ein Freistellungsauftrag stellt den Sparer-Pauschbetrag frei.
Der Unterschied zwischen Börsengang und Börsenhandel
Geld fließt dem Unternehmen nur beim Börsengang oder bei einer späteren Kapitalerhöhung zu. Wer danach eine Aktie an der Börse kauft, zahlt den Betrag an den bisherigen Eigentümer, nicht an die Gesellschaft. Diese Unterscheidung wird häufig übersehen.
Der laufende Handel dient also der Umverteilung bereits ausgegebener Anteile. Für das Unternehmen ist er dennoch wichtig, weil der Kurs die Bedingungen künftiger Kapitalaufnahmen bestimmt. Ein niedriger Kurs verteuert neues Eigenkapital.
Beim Börsengang selbst legt ein Bankenkonsortium gemeinsam mit dem Unternehmen eine Preisspanne fest. Anschließend sammeln die Banken Zeichnungswünsche ein und bestimmen daraus den Ausgabepreis. Dieses Verfahren heißt Bookbuilding.
Stamm- und Vorzugsaktien
Stammaktien geben ein Stimmrecht in der Hauptversammlung. Vorzugsaktien verzichten darauf und erhalten im Gegenzug meist eine höhere Dividende. Manche Unternehmen haben beide Gattungen an der Börse notiert.
Wird die Dividende auf Vorzugsaktien in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht gezahlt, leben die Stimmrechte nach dem Aktiengesetz auf. Diese Regelung schützt die Inhaber solcher Papiere. Sie greift in der Praxis selten.
Für Privatanleger ist der Unterschied vor allem beim Preis spürbar. Vorzugsaktien notieren häufig etwas günstiger. Rechte und Pflichten unterscheiden sich ansonsten kaum.
Wie Aktien in Deutschland besteuert werden
Kursgewinne und Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer von fünfundzwanzig Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Bank führt sie in der Regel automatisch ab. Eine eigene Angabe in der Steuererklärung ist dann meist nicht nötig.
Bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags bleiben Erträge steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Er liegt seit 2023 bei tausend Euro für Einzelpersonen. Ohne Auftrag wird die Steuer trotzdem einbehalten und muss später zurückgeholt werden.
Verluste aus Aktiengeschäften dürfen nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden. Diese Einschränkung gilt seit 2009. Sie überrascht viele Anlegerinnen und Anleger.
Warum Streuung entscheidend ist
Wer sein Geld auf ein einzelnes Unternehmen setzt, trägt dessen vollständiges Risiko. Verteilt man es auf viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern, gleichen sich Einzelfälle aus. Dieser Zusammenhang ist finanzwissenschaftlich gut belegt.
Praktisch umgesetzt wird das meist über breit gestreute Indexfonds. Sie bilden einen Markt insgesamt ab und kommen mit geringen laufenden Kosten aus. Für Einzelaktien spricht dagegen vor allem persönliches Interesse.
Dieser Text ist keine Anlageberatung. Er beschreibt allgemeine Zusammenhänge. Wer investiert, sollte nur Geld einsetzen, auf das er über Jahre verzichten kann.
Wie ein Kauf technisch abläuft
Der Auftrag geht von der Bank oder dem Broker an einen Handelsplatz, wo er mit passenden Gegenaufträgen zusammengeführt wird. Eine unlimitierte Order wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, eine limitierte nur bis zu einem festgelegten Preis. Bei wenig gehandelten Werten ist ein Limit deshalb dringend zu empfehlen.
Nach dem Abschluss folgt die Abwicklung, bei der Papier und Geld getauscht werden. In Europa dauert das derzeit zwei Handelstage, eine Verkürzung auf einen Tag ist beschlossen. Für Anlegerinnen und Anleger ist der Vorgang unsichtbar.
Was Anlegerinnen und Anleger häufig unterschätzen
Kurse schwanken auch ohne Nachrichten, allein durch Angebot und Nachfrage. Wer den Depotwert täglich prüft, erlebt diese Schwankungen als Belastung und verkauft häufiger zur Unzeit. Untersuchungen zeigen, dass seltener nachsehen die Ergebnisse verbessert.
Ebenfalls unterschätzt werden laufende Kosten. Ein Unterschied von einem Prozent pro Jahr summiert sich über zwanzig Jahre auf einen erheblichen Betrag. Deshalb lohnt der Vergleich von Depotgebühren und Fondskosten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Aktie und Fonds?
Eine Aktie ist ein einzelnes Unternehmen, ein Fonds bündelt viele. Das senkt das Einzelrisiko.
Wann bekommt man die Dividende?
Wer die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot hat, ist bezugsberechtigt; ausgezahlt wird kurz darauf.
Kann eine Aktie wertlos werden?
Ja, bei einer Insolvenz ohne verbleibendes Vermögen.
Was ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis?
Kurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Es zeigt, wie viele Jahresgewinne im Preis stecken – vergleichbar nur innerhalb derselben Branche.
Quellen
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