Wie funktioniert ein Induktionskochfeld? Die Technik

Kurz gesagt: Unter der Glaskeramik sitzt eine Kupferspule. Wechselstrom erzeugt darin ein schnell wechselndes Magnetfeld. Dieses Feld induziert im Boden eines ferromagnetischen Topfes elektrische Wirbelströme, und der elektrische Widerstand des Metalls verwandelt sie in Wärme. Die Wärme entsteht also im Topf selbst, nicht im Kochfeld.

Deshalb bleibt die Fläche neben dem Topf kalt und die Fläche darunter wird nur durch den Topf aufgeheizt.

Der physikalische Vorgang

Die Spule wird mit Wechselstrom von etwa 20 bis 50 Kilohertz betrieben — deutlich über der Netzfrequenz. Das entstehende Magnetfeld wechselt entsprechend oft seine Richtung.

Ein leitfähiger Körper in diesem Feld reagiert darauf: Es fließen Kreisströme, die Wirbelströme. Sie stoßen im Metall auf Widerstand, und dieser Widerstand setzt die Energie in Wärme um. Denselben Effekt nutzt die Industrie beim induktiven Härten von Stahl.

Hinzu kommt bei magnetischen Werkstoffen die Ummagnetisierungsarbeit: Die magnetischen Bezirke im Material werden zehntausende Male je Sekunde umgeklappt, was zusätzlich Wärme erzeugt.

Welche Töpfe funktionieren

Der Boden muss magnetisch sein. Der Test dauert Sekunden: Bleibt ein Kühlschrankmagnet am Topfboden haften, funktioniert der Topf.

  • Geeignet: Gusseisen, Stahlemaille, ferritischer Edelstahl, Töpfe mit eingelassener Stahlscheibe im Sandwichboden
  • Nicht geeignet: Aluminium, Kupfer, Glas, Keramik, austenitischer Edelstahl ohne Stahlkern

Der Topfboden sollte plan sein und ungefähr den Durchmesser der Kochzone haben. Ein zu kleiner Topf wird von der Erkennung teilweise nicht angenommen.

Der Wirkungsgrad

Weil die Wärme direkt im Topf entsteht, gehen kaum Verluste über die Kochfläche verloren. Der Wirkungsgrad liegt deutlich über dem von Ceran- oder Gaskochfeldern. In der Praxis bedeutet das kürzere Ankochzeiten und weniger Wärmeabgabe in den Raum.

Die Leistung lässt sich außerdem sofort ändern — beim Abschalten hört die Wärmeerzeugung schlagartig auf, es glüht nichts nach.

Das Brummen und Klicken

Geräusche kommen von der Elektronik und vom Topf selbst: Bei mehrschichtigen Böden können sich die Lagen minimal gegeneinander bewegen. Ein schwerer, gut verarbeiteter Topf ist leiser als ein dünner.

Auf hoher Stufe arbeitet der Lüfter der Elektronik mit — auch das ist normal.

Herzschrittmacher und Chipkarten

Das Feld reicht nur wenige Zentimeter über die Fläche hinaus und wird vom Topf weitgehend aufgenommen. Träger von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren sollten trotzdem den Abstand einhalten, den der Hersteller des Implantats angibt — die Angaben unterscheiden sich je nach Gerät.

Magnetstreifenkarten und mechanische Uhren gehören nicht auf ein eingeschaltetes Kochfeld.

Was oft schiefgeht

Ein Topf wird nicht erkannt, obwohl er magnetisch ist — meist ist der Boden verzogen oder der Durchmesser zu klein. Auch Kochgeschirr mit stark gewölbtem Boden macht Probleme, weil der Abstand zur Spule zu groß wird.

Und: Zucker- oder Milchreste brennen auf der Glaskeramik trotzdem ein, weil der heiße Topf die Fläche aufheizt. Sofort abwischen ist auch beim Induktionsfeld nötig.

Welches Geschirr geeignet ist

Der Topfboden muss ferromagnetisch sein, damit sich Wirbelströme bilden. Geeignet sind Edelstahl mit magnetischem Boden, Gusseisen und emaillierter Stahl. Reines Aluminium, Kupfer und die meisten Kunststoffe funktionieren nicht.

Der einfachste Test ist ein Magnet: Haftet er am Boden, ist der Topf geeignet. Dieser Test dauert Sekunden und ist zuverlässig. Er funktioniert auch im Geschäft.

Wichtig ist außerdem ein ebener Boden mit ausreichendem Durchmesser, weil das Feld sonst nicht vollständig erfasst wird. Zu kleine Töpfe werden von der Erkennung teilweise abgelehnt. Der Mindestdurchmesser steht in der Anleitung.

Warum es so schnell geht

Anders als bei Gas oder Ceran wird nicht erst die Kochstelle erhitzt, sondern unmittelbar der Topfboden. Dadurch entfällt der Umweg über eine Zwischenschicht. Der Wirkungsgrad liegt deshalb deutlich über dem anderer Kochstellen.

Ein Liter Wasser kocht damit in wenigen Minuten. Beim Abschalten endet die Wärmezufuhr sofort, weil kein heißes Kochfeld nachwirkt. Nur die Restwärme aus dem Topf bleibt.

Das Kochfeld selbst wird nur durch die Rückstrahlung des Topfes warm. Deshalb brennen übergelaufene Speisen kaum ein. Die Reinigung ist entsprechend einfach.

Was zu Sicherheit und Störungen bekannt ist

Das Feld reicht nur wenige Zentimeter über die Kochfläche hinaus und fällt mit dem Abstand schnell ab. Die Grenzwerte der Internationalen Strahlenschutzkommission werden bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eingehalten. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht keine Gefährdung.

Menschen mit Herzschrittmacher oder anderen Implantaten sollten dennoch Rücksprache halten und einen Mindestabstand einhalten. Die Herstellerangaben nennen konkrete Werte. Meist genügen einige Dutzend Zentimeter.

Metallische Gegenstände wie Löffel oder Messer sollten nicht auf dem eingeschalteten Feld liegen, weil sie sich erwärmen können. Auch Bankkarten mit Magnetstreifen gehören nicht darauf. Beides steht in der Bedienungsanleitung.

Was ein Induktionskochfeld verbraucht

Für dieselbe Menge Wasser braucht Induktion je nach Vergleich rund zwanzig bis vierzig Prozent weniger Strom als eine Ceranfläche. Gegenüber Gas ist die Bilanz von der Stromerzeugung abhängig. Bei Strom aus erneuerbaren Quellen fällt sie deutlich besser aus.

Voraussetzung ist ein passender Anschluss, meist Starkstrom mit 400 Volt. In Altbauten ist das nicht immer vorhanden. Ein Elektrofachbetrieb prüft das vor dem Kauf.

Warum manche Töpfe brummen

Geräusche entstehen, wenn sich Schichten im Topfboden durch die wechselnden Magnetfelder minimal bewegen. Besonders betroffen sind Töpfe mit mehrlagigem Sandwichboden. Bei hoher Leistung ist das Brummen deutlicher.

Hinzu kommt das Geräusch des Lüfters, der die Elektronik unter der Glasfläche kühlt. Er läuft auch nach dem Abschalten nach. Beides ist normal und kein Defekt.

Wie man ein Kochfeld pflegt

Gereinigt wird die Glaskeramik mit einem weichen Tuch und speziellem Reiniger, eingebrannte Reste mit einem Ceranschaber. Scheuermittel hinterlassen Kratzer. Zucker sollte sofort entfernt werden, weil er die Oberfläche angreift.

Töpfe sollten nicht über die Fläche geschoben, sondern angehoben werden. Sand unter dem Boden verursacht Kratzer. Diese sind nicht reparabel.

Häufige Fragen

Wird das Kochfeld selbst heiß?

Nur indirekt durch den Topf.

Wie erkennt man geeignete Töpfe?

Ein Magnet muss am Boden haften.

Warum brummt es?

Meist der Topfboden oder der Lüfter der Elektronik.

Ist es gefährlich für Herzschrittmacher?

Die Herstellerangaben zum Mindestabstand beachten.

Spart Induktion Strom?

Ja, der Wirkungsgrad ist höher als bei Ceran und Gas.

Quellen

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