Wie funktioniert ein Ovulationstest? LH richtig deuten

Kurz gesagt: Ein Ovulationstest misst das luteinisierende Hormon (LH) im Urin. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung steigt es stark an. Ein positiver Test kündigt den Eisprung also an – er beweist nicht, dass er stattgefunden hat.

Der Test misst ein Signal, kein Ereignis.

Was gemessen wird

LH wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und ist die ganze Zeit in geringer Menge vorhanden. Kurz vor dem Eisprung schüttet der Körper es in einem steilen Anstieg aus – dem LH-Peak. Dieser Anstieg löst das Platzen des Follikels aus.

Der Teststreifen enthält Antikörper, die an LH binden. Übersteigt die Menge einen Schwellenwert, färbt sich die Testlinie so stark wie die Kontrolllinie oder stärker.

Wann man testet

Bei einem 28-Tage-Zyklus beginnt man üblicherweise um den 11. Zyklustag. Bei kürzeren Zyklen früher, bei längeren später – als Faustregel 17 Tage vor der erwarteten nächsten Blutung.

Getestet wird täglich, bei unregelmäßigen Zyklen auch zweimal täglich, weil der Anstieg kurz sein kann.

Worauf beim Testen zu achten ist

Nicht der Morgenurin. Anders als beim Schwangerschaftstest ist später Vormittag bis früher Abend günstiger, weil LH im Tagesverlauf messbar wird.

Vorher wenig trinken. Zwei Stunden ohne größere Trinkmenge, sonst ist der Urin zu verdünnt.

Immer zur selben Zeit. So sind die Ergebnisse vergleichbar.

Das Ergebnis lesen

Anders als beim Schwangerschaftstest reicht eine schwache Linie nicht. Positiv ist der Test erst, wenn die Testlinie mindestens so kräftig ist wie die Kontrolllinie.

Fehlt die Kontrolllinie, ist der Test ungültig.

Warum ein positiver Test kein Beweis ist

Ein LH-Anstieg kann auch ohne folgenden Eisprung auftreten. Umgekehrt kann bei Erkrankungen wie dem polyzystischen Ovarialsyndrom dauerhaft erhöhtes LH zu ständig positiven Ergebnissen führen.

Belegen lässt sich ein Eisprung im Nachhinein über den Anstieg der Basaltemperatur oder per Ultraschall in der Praxis.

Wie der Zyklus abläuft

Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Blutung und endet mit dem Tag vor der nächsten. In der ersten Hälfte reift ein Follikel heran, danach folgt der Eisprung, in der zweiten Hälfte bildet sich der Gelbkörper. Die zweite Hälfte ist mit etwa vierzehn Tagen relativ konstant.

Die erste Hälfte schwankt dagegen deutlich, weshalb der Eisprung nicht einfach in der Mitte liegt. Bei längeren Zyklen verschiebt er sich nach hinten. Genau deshalb sind starre Berechnungen unzuverlässig.

Zyklen zwischen etwa dreiundzwanzig und fünfunddreißig Tagen gelten als normal. Auch Schwankungen von wenigen Tagen sind üblich. Erst starke Abweichungen sollten abgeklärt werden.

Welche Methoden es sonst gibt

Die Basaltemperatur steigt nach dem Eisprung leicht an, was rückblickend eine Bestätigung liefert. Für die Planung im laufenden Zyklus kommt sie zu spät. In Kombination mit anderen Zeichen ist sie dennoch nützlich.

Der Zervixschleim verändert sich vor dem Eisprung und wird klarer und spinnbarer. Diese Beobachtung ist kostenlos und liefert einen Hinweis im Voraus. Sie erfordert etwas Übung.

Symptothermale Methoden kombinieren Temperatur und Schleimbeobachtung nach festen Regeln. Sie sind gut untersucht und werden auch zur Verhütung eingesetzt. Dafür ist eine Einarbeitung nötig.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Fachgesellschaften empfehlen eine Abklärung, wenn nach etwa einem Jahr regelmäßigem Verkehr ohne Verhütung keine Schwangerschaft eintritt. Ab fünfunddreißig Jahren wird ein früherer Zeitpunkt genannt, meist nach sechs Monaten. Diese Empfehlungen beruhen auf statistischen Wahrscheinlichkeiten.

Untersucht werden dann beide Partner, weil die Ursachen etwa gleich verteilt sind. Zur Basisdiagnostik gehören Hormonwerte, Ultraschall und ein Spermiogramm. Diese Untersuchungen sind Kassenleistung.

Bei sehr unregelmäßigen Zyklen, ausbleibender Blutung oder starken Schmerzen ist eine frühere Abklärung sinnvoll. Dahinter können behandelbare Ursachen stecken. Abwarten hilft dann nicht.

Was Tests nicht können

Ein positiver Test zeigt den Hormonanstieg, nicht den Eisprung selbst. In seltenen Fällen folgt kein Eisprung, obwohl der Anstieg stattfand. Sicher nachweisen lässt sich der Eisprung nur per Ultraschall.

Bei bestimmten hormonellen Störungen kann der Wert dauerhaft erhöht sein, sodass Tests durchgehend positiv anzeigen. Dann sind sie nicht aussagekräftig. Das sollte ärztlich geklärt werden.

Auch bestimmte Medikamente beeinflussen das Ergebnis. Ein Blick in die Packungsbeilage klärt das. Bei Unsicherheit hilft die Apotheke weiter.

Kosten und Kaufhinweise

Einfache Teststreifen kosten wenige Cent pro Stück, digitale Tests deutlich mehr. Für die reine Anzeige des Anstiegs sind Streifen ausreichend, wenn man die Auswertung übernimmt. Digitale Tests erleichtern das Ablesen.

Wichtig ist die Empfindlichkeit, die auf der Packung angegeben ist. Zu empfindliche Tests zeigen häufiger positiv an. Bei unklaren Ergebnissen lohnt der Wechsel des Produkts.

Kombinationsgeräte mit App speichern Verläufe und werten sie aus. Datenschutzrechtlich ist zu bedenken, dass dabei Gesundheitsdaten übertragen werden. Die Datenschutzerklärung sollte gelesen werden.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wie lange die fruchtbare Zeit dauert

Spermien können im weiblichen Körper mehrere Tage überleben, die Eizelle dagegen nur etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden. Daraus ergibt sich ein Zeitfenster von etwa fünf bis sechs Tagen pro Zyklus. Die höchste Wahrscheinlichkeit liegt an den beiden Tagen vor dem Eisprung.

Deshalb ist es sinnvoll, den Hormonanstieg vorher zu erkennen statt den Eisprung selbst. Genau dafür sind die Tests gedacht. Ein Test nach dem Eisprung kommt zu spät.

Häufige Fragen

Wie lange nach dem positiven Test ist der Eisprung?

Meist innerhalb von 24 bis 36 Stunden.

Wie viele Tage im Zyklus ist eine Empfängnis möglich?

Spermien überleben bis zu fünf Tage, die Eizelle etwa 12 bis 24 Stunden. Das fruchtbare Fenster umfasst damit rund sechs Tage.

Beeinflussen Medikamente das Ergebnis?

Ja, hormonelle Präparate und einige Kinderwunschmedikamente können es verfälschen.

Funktioniert der Test bei unregelmäßigem Zyklus?

Eingeschränkt. Dann sind mehr Teststreifen nötig, und eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Was misst der Test?

Das luteinisierende Hormon im Urin.

Beweist ein positiver Test den Eisprung?

Nein, nur den Hormonanstieg.

Wann sollte man abklären lassen?

Nach etwa einem Jahr, ab 35 Jahren früher.

Quellen

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