Hund im Weltraum: Laika und die sowjetischen Weltraumhunde

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Der bekannteste Hund im Weltraum ist Laika. Die Hündin startete am 3. November 1957 an Bord der sowjetischen Kapsel Sputnik 2 und umkreiste als erstes gezielt ins All geschicktes Lebewesen die Erde. Sie starb wenige Stunden nach dem Start an Überhitzung und Stress. Die ersten Hunde, die lebend aus der Erdumlaufbahn zurückkehrten, waren Belka und Strelka im August 1960.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1951 flogen Dezik und Tsygan als erste Hunde bis in 110 Kilometer Höhe.
  • 1957 umkreiste Laika als erstes Lebewesen die Erde.
  • 1960 kehrten Belka und Strelka lebend aus dem Orbit zurück.
  • Die Hundeflüge bereiteten Juri Gagarins Flug 1961 vor.

Warum Hunde ins All flogen

In den 1950er-Jahren wusste niemand, ob ein Lebewesen den Start, die Schwerelosigkeit und die Rückkehr überstehen kann. Die Sowjetunion testete das mit Hunden, die USA setzten vor allem auf Affen. Die sowjetischen Forscher bevorzugten Straßenhunde aus Moskau. Sie hielten die Tiere für besonders widerstandsfähig gegenüber den Belastungen eines Raumflugs.

Die meisten Weltraumhunde waren Hündinnen. Laut Wikipedia sprachen dafür ihr ruhigeres Temperament und die Bauform der Anzüge, in denen die Ausscheidungen aufgefangen wurden. Die Tiere mussten klein und leicht sein, denn in den engen Kapseln zählte jedes Kilo.

Die ersten Hunde im All: Dezik und Tsygan

Am 22. Juli 1951 starteten Dezik und Tsygan zu einem suborbitalen Flug. Die Rakete erreichte eine Höhe von rund 110 Kilometern. Damit überschritten die beiden Hunde die Grenze zum Weltraum, ohne die Erde zu umkreisen. Beide wurden lebend geborgen. In den folgenden Jahren flogen zahlreiche weitere Hunde auf solchen kurzen Bahnen. Nicht alle überlebten.

Laika: der erste Hund im Orbit

Laika war eine Mischlingshündin, wohl aus Husky und Terrier, und wog etwa sechs Kilogramm. Sie lebte vorher auf den Straßen Moskaus und war rund drei Jahre alt. Ihr Name bedeutet auf Russisch „Kläffer“. Anfangs nannten die Forscher sie auch Kudrjawka, „Löckchen“.

Am 3. November 1957 startete sie mit Sputnik 2, nur einen Monat nach Sputnik 1. Eine Rückkehr war technisch nicht vorgesehen. Jahrzehntelang hieß es offiziell, Laika habe noch mehrere Tage gelebt. Erst 2002 machte der Biologe Dimitri Malaschenkow bekannt, dass sie bereits wenige Stunden nach dem Start starb. Der Wärmeschutz der Kabine hatte versagt, die Temperatur stieg auf rund 40 Grad Celsius.

Kurzantwort: Laika flog am 3. November 1957 mit Sputnik 2 in die Erdumlaufbahn. Sie starb wenige Stunden nach dem Start, weil die Kabine überhitzte.

Laikas Flug lieferte trotzdem wichtige Daten. Er zeigte, dass ein Säugetier Start und Schwerelosigkeit zunächst übersteht. 2008 wurde in Moskau ein Denkmal für die Hündin enthüllt. Ihr Schicksal prägt bis heute die Debatte über Tierversuche.

Belka und Strelka: die Rückkehr zur Erde

Am 19. August 1960 starteten die Hündinnen Belka („Eichhörnchen“) und Strelka („Pfeilchen“) mit dem Raumschiff Sputnik 5. Sie blieben einen Tag im Orbit und landeten sicher. Damit waren sie die ersten Lebewesen, die einen Flug in der Erdumlaufbahn überlebten. An Bord waren außerdem 42 Mäuse, zwei Ratten, Fliegen und Pflanzen.

Die Filmaufnahmen aus der Kapsel werteten Fachleute genau aus. Sie zeigten, wie die Hunde beim Start in Panik gerieten, sich dann aber an die Schwerelosigkeit gewöhnten. Diese Beobachtungen flossen direkt in die Planung des ersten bemannten Raumflugs ein.

Strelka bekam später sechs Welpen. Eine Hündin namens Puschinka schenkte Nikita Chruschtschow 1961 Caroline Kennedy, der Tochter des US-Präsidenten. Puschinka bekam mit dem Kennedy-Hund Charlie Nachwuchs. John F. Kennedy nannte die Welpen scherzhaft „Pupniks“.

Die Weltraumhunde im Überblick

Jahr Hunde Mission Ausgang
1951 Dezik, Tsygan suborbital, ca. 110 km Höhe überlebt
1957 Laika Sputnik 2, Erdumlaufbahn starb nach wenigen Stunden
1960 Belka, Strelka Sputnik 5, ein Tag im Orbit überlebt
März 1961 Tschernuschka eine Erdumrundung überlebt
März 1961 Swjosdotschka letzter Testflug vor Gagarin überlebt
1966 Weterok, Ugoljok 22 Tage im Orbit überlebt

Der Weg zu Juri Gagarin

Im März 1961 folgten die letzten Generalproben. Tschernuschka umrundete die Erde einmal und landete sicher. Kurz danach flog Swjosdotschka, deren Namen Juri Gagarin ausgesucht haben soll. Wenige Wochen später, am 12. April 1961, startete Gagarin selbst als erster Mensch ins All.

Den Rekord für Hunde stellten 1966 Weterok und Ugoljok auf. Sie blieben 22 Tage im Orbit und kehrten lebend zurück. Die Tiere zeigten danach vorübergehend Probleme mit Herz und Kreislauf. Solche Daten halfen, lange Aufenthalte von Menschen im All zu planen.

Kurzantwort: Den Rekord halten Weterok und Ugoljok. Die beiden Hunde verbrachten 1966 insgesamt 22 Tage im Orbit und überlebten.

Wer tiefer in Tierwissen einsteigen möchte, findet Rekorde auch im Beitrag Welches Tier hat die stärkste Beißkraft?. Fragen rund um Raumfahrt und Geschichte eignen sich außerdem gut für ein Quiz zum Allgemeinwissen mit Antworten.

Fazit

Hunde spielten eine zentrale Rolle auf dem Weg ins All. Dezik und Tsygan erreichten 1951 den Weltraum, Laika umkreiste 1957 als erstes Lebewesen die Erde und starb dabei. Belka und Strelka bewiesen 1960, dass eine sichere Rückkehr möglich ist. Ohne diese Flüge wäre Gagarins Start 1961 kaum denkbar gewesen.

FAQ – Häufige Fragen

Welcher Hund war als erstes im Weltraum?

Dezik und Tsygan erreichten am 22. Juli 1951 rund 110 Kilometer Höhe. Laika war 1957 der erste Hund in der Erdumlaufbahn.

Wann flog Laika ins All?

Am 3. November 1957 an Bord von Sputnik 2.

Woran starb Laika?

An Überhitzung und Stress, wenige Stunden nach dem Start. Das wurde erst 2002 öffentlich bekannt.

Was für ein Hund war Laika?

Eine Mischlingshündin, vermutlich aus Husky und Terrier, von den Straßen Moskaus.

Welche Hunde kamen lebend zurück?

Belka und Strelka waren 1960 die ersten, die einen Flug in der Erdumlaufbahn überlebten.

Warum wurden vor allem Hündinnen ausgewählt?

Wegen ihres ruhigeren Temperaments und weil die Anzüge zum Auffangen der Ausscheidungen besser passten.

Was wurde aus Strelkas Welpen?

Strelka bekam sechs Welpen. Die Hündin Puschinka ging 1961 als Geschenk an Caroline Kennedy.

Wie lange war ein Hund am längsten im All?

Weterok und Ugoljok blieben 1966 insgesamt 22 Tage im Orbit.

Gibt es ein Denkmal für Laika?

Ja. 2008 wurde in Moskau ein Denkmal für die Weltraumhündin enthüllt.

Was bedeutet der Name Laika?

Auf Russisch etwa „Kläffer“. Anfangs hieß sie auch Kudrjawka, „Löckchen“.

Mehr zum Thema

Quellen

Nach oben scrollen