Fahrprüfung Formeln: Anhalteweg, Bremsweg, Reaktionsweg

Veröffentlicht am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Für die Fahrprüfung braucht es vier Faustformeln. Reaktionsweg = (Geschwindigkeit ÷ 10) × 3. Bremsweg = (Geschwindigkeit ÷ 10) × (Geschwindigkeit ÷ 10). Bei einer Gefahrbremsung halbiert sich der Bremsweg. Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg. Bei 50 km/h ergibt das 15 Meter Reaktionsweg, 25 Meter Bremsweg und 40 Meter Anhalteweg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reaktionsweg: (v ÷ 10) × 3.
  • Bremsweg: (v ÷ 10) × (v ÷ 10), bei Gefahrbremsung das Ergebnis ÷ 2.
  • Anhalteweg: Reaktionsweg + Bremsweg.
  • Doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfachen Bremsweg.

Die vier Fahrprüfung Formeln im Überblick

Alle Formeln rechnen mit der Geschwindigkeit in km/h. Das Ergebnis erscheint in Metern. Der ADAC erklärt genau diese Faustformeln für Fahrschüler.

Eine Merkhilfe erleichtert das Lernen. Zuerst wird das Tempo durch 10 geteilt. Diese Grundzahl nimmt man beim Reaktionsweg mal drei. Beim Bremsweg nimmt man sie mal sich selbst. Für die Gefahrbremsung halbiert man am Ende.

Größe Faustformel Beispiel 50 km/h
Reaktionsweg (v ÷ 10) × 3 5 × 3 = 15 m
Bremsweg normal (v ÷ 10) × (v ÷ 10) 5 × 5 = 25 m
Bremsweg Gefahrbremsung (v ÷ 10) × (v ÷ 10) ÷ 2 25 ÷ 2 = 12,5 m
Anhalteweg normal Reaktionsweg + Bremsweg 15 + 25 = 40 m
Anhalteweg Gefahrbremsung Reaktionsweg + halber Bremsweg 15 + 12,5 = 27,5 m

Kurzantwort: Reaktionsweg = (v ÷ 10) × 3, Bremsweg = (v ÷ 10)², Anhalteweg = beides zusammen. Bei einer Gefahrbremsung wird der Bremsweg halbiert.

Reaktionsweg: die Strecke vor dem Bremsen

Der Reaktionsweg beginnt, wenn der Fahrer eine Gefahr erkennt. Er endet, wenn der Fuß auf der Bremse steht. In dieser Zeit fährt das Auto ungebremst weiter. Laut ADAC dauert die Reaktion meist 0,8 bis 1,2 Sekunden. Die Faustformel rechnet mit rund einer Sekunde.

Der Reaktionsweg wächst gleichmäßig mit der Geschwindigkeit. Bei 100 km/h sind es 30 Meter, doppelt so viel wie bei 50 km/h. Müdigkeit, Alkohol, Drogen und Ablenkung durch das Smartphone verlängern die Reaktionszeit deutlich.

Bremsweg und Gefahrbremsung

Der Bremsweg ist die Strecke vom Tritt auf die Bremse bis zum Stillstand. Er wächst im Quadrat zur Geschwindigkeit. Bei doppeltem Tempo wird er viermal so lang. Das ist der wichtigste Merksatz für die Prüfung.

Bei einer Gefahrbremsung tritt der Fahrer mit voller Kraft auf das Pedal. Der Bremsweg halbiert sich dann ungefähr. Die Faustformel teilt das Ergebnis deshalb durch zwei.

Physikalisch gilt: Bremsweg = v² ÷ (2 × a). Dabei steht v für die Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde und a für die Bremsverzögerung. Die Faustformel entspricht bei 50 km/h rechnerisch einer Verzögerung von etwa 3,9 m/s². Bei der Gefahrbremsung sind es rund 7,7 m/s².

Tabelle: Anhalteweg von 30 bis 130 km/h

Tempo Reaktionsweg Bremsweg Anhalteweg Anhalteweg Gefahrbremsung
30 km/h 9 m 9 m 18 m 13,5 m
50 km/h 15 m 25 m 40 m 27,5 m
70 km/h 21 m 49 m 70 m 45,5 m
100 km/h 30 m 100 m 130 m 80 m
130 km/h 39 m 169 m 208 m 123,5 m

Die Tabelle zeigt den Unterschied zwischen Tempo 30 und Tempo 50 deutlich. Der Anhalteweg wächst von 18 auf 40 Meter und mehr als verdoppelt sich damit.

Beispielaufgabe Schritt für Schritt

Eine typische Frage lautet: Wie lang ist der Anhalteweg bei 80 km/h und normaler Bremsung?

  1. Geschwindigkeit durch 10 teilen: 80 ÷ 10 = 8.
  2. Reaktionsweg: 8 × 3 = 24 Meter.
  3. Bremsweg: 8 × 8 = 64 Meter.
  4. Anhalteweg: 24 + 64 = 88 Meter.
  5. Bei Gefahrbremsung: 24 + 32 = 56 Meter.

Wer beim Kopfrechnen unsicher ist, übt vorher mit einfachen Zahlen. Grundlagen zum Rechnen mit Verhältnissen erklärt der Beitrag Wie funktioniert der Dreisatz?

Kurzantwort: Bei 80 km/h beträgt der Anhalteweg mit normaler Bremsung 88 Meter. Mit Gefahrbremsung sind es 56 Meter.

Sicherheitsabstand und äußere Einflüsse

Die Formeln gelten für trockene Straßen und gute Bremsen. Der ADAC nennt als Faustregel für den Abstand außerorts den „halben Tacho“ in Metern. Bei 100 km/h sind das 50 Meter. Innerorts reichen etwa drei Autolängen, rund 15 Meter. Bei Nässe, Glätte oder schlechter Sicht empfiehlt der ADAC den doppelten Abstand.

Auch Reifen, Beladung und Zustand der Bremsanlage verändern den Bremsweg. Bei Lkw arbeitet oft eine Federspeicherbremse als Feststellbremse. Wie sie funktioniert, zeigt der Beitrag zur Federspeicherbremse.

Fazit

Vier Faustformeln reichen für die Theorieprüfung: Reaktionsweg, Bremsweg, Gefahrbremsung und Anhalteweg. Der Rechenweg beginnt immer mit Geschwindigkeit ÷ 10. Der Reaktionsweg wächst linear, der Bremsweg im Quadrat. Wer die Beispielwerte für 50 und 100 km/h kennt, kann jede Aufgabe schnell kontrollieren.

FAQ – Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für den Reaktionsweg?

(Geschwindigkeit ÷ 10) × 3. Bei 50 km/h ergibt das 15 Meter.

Wie berechnet man den Bremsweg?

(Geschwindigkeit ÷ 10) × (Geschwindigkeit ÷ 10). Bei 50 km/h sind das 25 Meter.

Wie berechnet man den Bremsweg bei einer Gefahrbremsung?

Den normalen Bremsweg durch zwei teilen. Bei 50 km/h ergibt das 12,5 Meter.

Was ist der Anhalteweg?

Die Summe aus Reaktionsweg und Bremsweg. Er beschreibt die Strecke vom Erkennen der Gefahr bis zum Stillstand.

Wie lang ist der Anhalteweg bei 100 km/h?

Mit normaler Bremsung 130 Meter, mit Gefahrbremsung 80 Meter.

Was passiert mit dem Bremsweg bei doppelter Geschwindigkeit?

Er wird viermal so lang. Der Reaktionsweg verdoppelt sich dagegen nur.

Wie lange dauert die Reaktionszeit?

Laut ADAC meist 0,8 bis 1,2 Sekunden. Müdigkeit und Ablenkung verlängern sie.

Welchen Sicherheitsabstand braucht man außerorts?

Als Faustregel den halben Tacho in Metern. Bei 100 km/h also 50 Meter.

Gelten die Formeln auch bei Regen?

Sie beschreiben trockene Straßen. Bei Nässe oder Glätte wird der Bremsweg länger, der Abstand sollte sich verdoppeln.

Kommen die Formeln in der Theorieprüfung vor?

Ja. Rechenaufgaben zu Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg sind Teil der Theorieausbildung für den Führerschein.

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Quellen

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