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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Das babylonische Volk lebte in Babylonien, im Süden Mesopotamiens im heutigen Irak. Es war kein einheitlicher Stamm. Amoriter, Kassiten und Chaldäer prägten nacheinander das Land. Gemeinsam waren ihnen die Hauptstadt Babylon, die akkadische Sprache, die Keilschrift und der Gott Marduk. Das Reich bestand von etwa 1900 v. Chr. bis zur Eroberung durch die Perser im Jahr 539 v. Chr.
Das Wichtigste in Kürze
- Heimat: Babylon am Euphrat, rund 90 km südlich von Bagdad.
- Berühmte Könige: Hammurabi und Nebukadnezar II.
- Erbe: Gesetzessammlung, Astronomie, Zahlensystem zur Basis 60.
- Ende: Kyros II. eroberte Babylon 539 v. Chr.
Wer waren die Babylonier?
Babylonier nennt man die Bewohner Babyloniens, des Landes rund um die Stadt Babylon. Der Name der Stadt stammt aus dem Akkadischen. „Bāb-ilim“ bedeutet „Tor Gottes“. Babylon lag am Euphrat, etwa 90 Kilometer südlich des heutigen Bagdad.
Die Bevölkerung war gemischt. Die erste Dynastie gründeten Amoriter, ein Volk mit westsemitischer Sprache. Später herrschten die Kassiten aus dem Zagros-Gebirge. Das letzte große Reich führten Könige aus dem Volk der Chaldäer. Über alle Epochen hinweg blieb die Kultur erstaunlich stabil. Man sprach und schrieb Akkadisch in Keilschrift und verehrte Marduk als Stadtgott.
Kurzantwort: Die Babylonier waren die Bewohner Babyloniens im Süden Mesopotamiens. Das Volk setzte sich aus Amoritern, Kassiten, Chaldäern und älteren Bewohnern des Landes zusammen.
Die wichtigsten Epochen im Überblick
| Zeit | Epoche | Ereignis |
|---|---|---|
| um 1894 v. Chr. | Altbabylonisches Reich | Amoriter gründen die erste Dynastie |
| 1792 bis 1750 v. Chr. | Herrschaft Hammurabis | Babylon wird Großmacht |
| ab etwa 1600 v. Chr. | Kassitenzeit | rund 400 Jahre Herrschaft der Kassiten |
| 626 v. Chr. | Neubabylonisches Reich | Nabopolassar gründet das Reich |
| 605 bis 562 v. Chr. | Nebukadnezar II. | Blütezeit, Bau des Ischtar-Tors |
| 539 v. Chr. | Persische Eroberung | Kyros II. nimmt Babylon ein |
| 323 v. Chr. | Alexander der Große | stirbt am 10. Juni in Babylon |
Hammurabi und seine Gesetze
Hammurabi regierte von 1792 bis 1750 v. Chr. Er nutzte zunächst geschickt die Schwäche seiner Nachbarn aus. Später machte er Babylon zur führenden Macht Mesopotamiens. Marduk stieg unter ihm zum wichtigsten Gott auf.
Berühmt ist Hammurabi für seine Gesetzessammlung. Sie umfasst 282 Paragraphen und regelt die Rechte aller Schichten. Es geht um Handel, Familie, Eigentum und Strafen. Bekannt ist der Grundsatz der Vergeltung, bei dem die Strafe dem Schaden entspricht.
Nebukadnezar II. und die Pracht Babylons
Die zweite Blütezeit begann 626 v. Chr. mit Nabopolassar. Sein Sohn Nebukadnezar II. regierte von 605 bis 562 v. Chr. Er ließ Tempel erneuern und baute das prächtige Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße. Die Stadt hatte in ihren besten Zeiten vermutlich mehr als 200.000 Einwohner. Damit war Babylon zeitweise wohl die größte Stadt der Welt.
Im Zentrum stand der Tempel Esagila für Marduk. Daneben ragte der Stufenturm Etemenanki auf. Er gilt als Vorbild für den biblischen Turm zu Babel. Nebukadnezar zerstörte 587 v. Chr. Jerusalem. Damit begann die Babylonische Gefangenschaft, das Exil vieler Judäer in Babylon.
Kurzantwort: Die bekanntesten Herrscher der Babylonier waren Hammurabi mit seiner Gesetzessammlung und Nebukadnezar II., der das Ischtar-Tor bauen ließ.
Was wir den Babyloniern verdanken
- Zahlensystem: Die Babylonier rechneten mit der Basis 60. Daher hat eine Stunde 60 Minuten und ein Kreis 360 Grad.
- Astronomie: Babylonische Gelehrte berechneten das Sonnenjahr. Um 410 v. Chr. entstand das älteste bekannte Horoskop.
- Tierkreis: Die Himmelsbeobachtung in Babylon bildet eine Grundlage der späteren Sternbilder, wie beim Sternbild Schwan.
- Recht: Hammurabis Sammlung gehört zu den ältesten erhaltenen Rechtstexten.
- Schrift: Tausende Tontafeln in Keilschrift geben Einblick in Alltag, Handel und Religion.
Auch die Religion war eng mit dem Himmel verbunden. Götter wie Marduk oder Ischtar standen für Sterne und Planeten. Ähnlich wie bei den ägyptischen Göttern hatte jede Stadt ihren eigenen Schutzgott.
Alltag im alten Babylonien
Die Grundlage des Wohlstands war die Landwirtschaft. Zwischen Euphrat und Tigris fällt wenig Regen. Die Bauern leiteten deshalb Wasser über Kanäle auf ihre Felder. Angebaut wurden vor allem Gerste und Dattelpalmen. Aus Gerste brauten die Babylonier auch Bier, ein wichtiges Grundnahrungsmittel.
Die Gesellschaft war klar geordnet. An der Spitze stand der König, der sich als Beauftragter der Götter sah. Priester verwalteten die großen Tempel, die auch Wirtschaftsbetriebe waren. Händler, Handwerker und Bauern bildeten die Mehrheit. Es gab außerdem Sklaven. Verträge über Kauf, Miete oder Darlehen hielten Schreiber auf Tontafeln fest. Viele dieser Tafeln sind erhalten und zeigen, wie genau die Babylonier Buch führten.
Das Ende Babylons und die Wiederentdeckung
539 v. Chr. eroberte der Perserkönig Kyros II. Babylon. Die Stadt blieb danach noch lange bedeutend. Alexander der Große wollte sie zur Hauptstadt seines Reiches machen. Er starb dort am 10. Juni 323 v. Chr. Danach verlor Babylon an Gewicht und verfiel.
Der deutsche Archäologe Robert Koldewey grub die Stadt von 1899 bis 1917 systematisch aus. Teile des Ischtar-Tors stehen heute im Pergamonmuseum in Berlin. Seit 2019 zählt Babylon zum UNESCO-Welterbe.
Fazit
Das babylonische Volk war eine Gemeinschaft aus mehreren Völkern, die eine gemeinsame Kultur teilten. Über mehr als 1.300 Jahre prägten sie Mesopotamien. Ihr Erbe lebt in Uhrzeit, Kreisgrad, Astronomie und Recht bis heute weiter.
FAQ – Häufige Fragen
Wo lebten die Babylonier?
In Babylonien im Süden Mesopotamiens, im Gebiet des heutigen Irak.
Welche Sprache sprachen die Babylonier?
Akkadisch, eine semitische Sprache, geschrieben in Keilschrift.
Was bedeutet der Name Babylon?
Das akkadische „Bāb-ilim“ bedeutet „Tor Gottes“.
Wer war der berühmteste König Babylons?
Hammurabi und Nebukadnezar II. sind die bekanntesten Herrscher.
Wie viele Paragraphen hat der Codex Hammurabi?
Die Gesetzessammlung umfasst 282 Paragraphen.
Welchen Gott verehrten die Babylonier?
Hauptgott war Marduk, der Stadtgott von Babylon.
Wann ging Babylon unter?
539 v. Chr. eroberte der Perserkönig Kyros II. die Stadt.
Wo steht das Ischtar-Tor heute?
Eine Rekonstruktion steht im Pergamonmuseum in Berlin.
Gab es den Turm zu Babel?
Als Vorbild gilt der Stufenturm Etemenanki in Babylon.
Warum hat eine Stunde 60 Minuten?
Das geht auf das babylonische Zahlensystem mit der Basis 60 zurück.
Quellen

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.






