Inhalt
Kurz gesagt: Revolut ist eine App-Bank mit einer Banklizenz aus Litauen. Das Konto wird per Smartphone eröffnet, das Geld liegt auf einem Guthabenkonto, bezahlt wird per Karte oder Handy. Der Reiz liegt beim Umtausch von Fremdwährungen: Er läuft nahe am Interbankenkurs.
Die Eröffnung
Anmeldung in der App, Ausweis fotografieren, Video- oder Selfie-Prüfung. Das dauert Minuten statt Tage. Nach der Freischaltung gibt es sofort eine virtuelle Karte, die Plastikkarte kommt per Post.
Der Wechselkurs
Fremdwährungen werden zum Referenzkurs des Interbankenmarktes getauscht — dem Kurs, zu dem Banken untereinander handeln. Klassische Banken schlagen darauf eine Marge auf, oft ein bis zwei Prozent.
Zwei Einschränkungen: Am Wochenende, wenn die Devisenmärkte geschlossen sind, kommt ein Aufschlag hinzu. Und in den kostenlosen Tarifen gilt ein monatliches Freivolumen; darüber wird eine Gebühr fällig.
Die Einlagensicherung
Mit der litauischen Banklizenz gilt die dortige gesetzliche Einlagensicherung nach EU-Recht — 100.000 Euro je Kunde. Das ist derselbe Rahmen wie in Deutschland, aber eine andere Sicherungsstelle: Im Sicherungsfall wickelt Litauen ab, nicht Deutschland.
Was gut funktioniert
- Zahlen und Abheben im Ausland
- Mehrere Währungen in einem Konto
- Sofortige Benachrichtigung bei jeder Buchung
- Virtuelle Einmalkarten für Onlinekäufe
- Geld an andere Nutzer in Sekunden
Wo die Grenzen liegen
Bargeldeinzahlung ist umständlich. Für Lastschriften und Gehaltseingänge nutzen viele weiterhin ein deutsches Konto. Und der Kundendienst läuft über Chat — wer einen Ansprechpartner braucht, vermisst ihn.
Kommt es zu einer Sperre wegen eines Prüfverfahrens, ist das Geld vorübergehend nicht verfügbar. Wer sein gesamtes Vermögen dort liegen hat, hat dann ein Problem.
Was für ein Institut dahintersteht
Revolut ist ein Finanzunternehmen mit Ursprung in Großbritannien, das seine Dienste im Europäischen Wirtschaftsraum über eine Tochter mit Sitz in Litauen anbietet. Diese Tochter hat eine Banklizenz und untersteht der litauischen Aufsicht sowie der Europäischen Zentralbank. Für Kundinnen und Kunden im Euroraum ist damit litauisches Recht maßgeblich.
Das ist der Grund, warum Kontonummern häufig mit LT beginnen. Bei Arbeitgebern und Behörden führt das gelegentlich zu Rückfragen. Innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums ist eine solche Nummer aber gleichwertig.
Wer ausschließlich deutsche Nummern nutzen möchte, ist mit einer inländischen Bank besser bedient. Rechtlich zulässig ist eine Ablehnung ausländischer Nummern nicht. Sie kommt in der Praxis dennoch vor.
Wie die Einlagensicherung greift
Guthaben sind über die litauische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Person geschützt. Diese Grenze entspricht dem europäischen Standard. Im Sicherungsfall zahlt die litauische Stelle aus.
Nicht geschützt sind Beträge, die in Wertpapiere, Kryptowerte oder Rohstoffe investiert sind. Dort gelten andere Regeln, und Kursverluste sind ohnehin nicht abgesichert. Diese Unterscheidung wird häufig übersehen.
Wer größere Summen hält, sollte sie auf mehrere Institute verteilen. Das ist die einfachste Absicherung. Sie kostet nichts.
Wie der Wechselkurs zustande kommt
Umgetauscht wird zum Interbankenkurs, also dem Kurs, zu dem Banken untereinander handeln. Dieser Kurs ist deutlich günstiger als der übliche Sortenkurs. Genau darin liegt der Hauptvorteil des Angebots.
An Wochenenden und außerhalb der Handelszeiten wird ein Aufschlag erhoben, weil der Markt geschlossen ist. Auch oberhalb eines monatlichen Freibetrags fällt im kostenlosen Tarif eine Gebühr an. Beide Punkte stehen in den Bedingungen.
Für Bargeldabhebungen im Ausland gilt ebenfalls ein Freibetrag pro Monat. Darüber hinaus wird prozentual abgerechnet. Wer viel abhebt, sollte das nachrechnen.
Wo die Grenzen liegen
Der Kundenkontakt läuft überwiegend über die App, ein Filialnetz gibt es nicht. Bei Sperrungen oder Rückfragen kann das zu langen Wartezeiten führen. Beschwerden darüber sind verbreitet.
Für Bargeldeinzahlungen fehlt eine einfache Lösung, weil kein eigenes Automatennetz besteht. Auch Bausparen, Kredite und Immobilienfinanzierung gehören nicht zum Angebot. Als alleiniges Konto eignet es sich deshalb nur bedingt.
Sinnvoll ist es als Zweitkonto für Reisen, Fremdwährungen und Zahlungen im Ausland. Für den Gehaltseingang und die laufenden Lastschriften nutzen viele weiterhin eine inländische Bank. Diese Kombination ist verbreitet.
Was bei Steuern zu beachten ist
Wer Wertpapiere oder Kryptowerte über ein ausländisches Institut hält, muss Erträge in der Steuererklärung selbst angeben. Eine automatische Abführung der Abgeltungsteuer wie bei deutschen Banken gibt es nicht. Das wird häufig übersehen.
Die Finanzverwaltung erhält über internationale Meldeverfahren dennoch Kenntnis von Auslandskonten. Eine Nichtangabe fällt deshalb regelmäßig auf. Die Nachweise stellt der Anbieter in der App bereit.
Für reine Girokonten ohne Zinsen entsteht keine Steuerpflicht. Erst Erträge lösen sie aus. Im Zweifel klärt das die Steuerberatung.
Wie die Kontoeröffnung abläuft
Eröffnet wird über die App mit Ausweis und einem Video- oder Foto-Identifikationsverfahren. Das dauert meist wenige Minuten. Eine physische Karte wird auf Wunsch verschickt, eine virtuelle steht sofort bereit.
Voraussetzung ist ein Wohnsitz in einem der unterstützten Länder. Die Prüfung erfolgt automatisiert und kann in Einzelfällen abgelehnt werden. Eine Begründung wird dabei nicht immer genannt.
Es gibt mehrere Tarifstufen vom kostenlosen Basiskonto bis zu kostenpflichtigen Paketen mit Versicherungen und höheren Freibeträgen. Ob sich ein Paket lohnt, hängt vom Nutzungsverhalten ab. Ein Vergleich der Freibeträge klärt das.
Wie sicher das Konto ist
Zusätzlich zur Einlagensicherung gelten die üblichen Regeln für Zahlungsdienste, etwa die starke Kundenauthentifizierung bei Zahlungen. Bei unautorisierten Abbuchungen haftet grundsätzlich der Anbieter, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Diese Regeln stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch.
Praktisch wichtig sind Kartensperrung in der App, getrennte virtuelle Karten für Onlinekäufe und Benachrichtigungen bei jeder Zahlung. Alle drei senken das Risiko spürbar. Sie kosten nichts.
Für wen es sich lohnt
Sinnvoll ist das Angebot für Menschen, die häufig ins Ausland reisen, in Fremdwährungen zahlen oder Geld über Grenzen schicken. Dort ist der Kursvorteil spürbar. Für rein inländische Nutzung bringt es wenig.
Wer ein Konto ausschließlich für Gehalt und Lastschriften sucht, ist mit einer inländischen Bank meist besser bedient. Die Kombination aus beidem ist verbreitet. Sie kostet nichts zusätzlich.
Häufige Fragen
Ist das Geld gesichert?
Bis 100.000 Euro über die litauische Einlagensicherung.
Gibt es eine deutsche IBAN?
Standard ist eine litauische; SEPA funktioniert damit überall.
Was kostet der Umtausch?
Innerhalb des Freivolumens nichts, am Wochenende mit Aufschlag.
Kann man Bargeld einzahlen?
Nur eingeschränkt.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:






