Wie funktioniert die Spirale? Kupfer, Hormon, Sicherheit

Kurz gesagt: Es gibt zwei Arten. Die Kupferspirale wirkt durch Kupferionen, die Spermien beeinträchtigen. Die Hormonspirale gibt ein Gestagen ab, das den Schleim am Muttermund verdickt und die Gebärmutterschleimhaut dünn hält. Beide gehören mit einem Pearl-Index deutlich unter 1 zu den sichersten Verhütungsmitteln.

Ihr größter Vorteil ist zugleich der Grund für ihre Sicherheit: Man kann nichts vergessen.

Die Kupferspirale

Ein kleiner T-förmiger Kunststoffkörper mit Kupferdraht. Das abgegebene Kupfer beeinträchtigt die Beweglichkeit der Spermien und verhindert die Befruchtung.

Liegedauer: je nach Modell drei bis zehn Jahre.

Hormonfrei – der wesentliche Vorteil für viele.

Nachteil: Die Regelblutung wird bei vielen stärker, länger und schmerzhafter.

Daneben gibt es Kupferkette und Kupferball – dieselbe Wirkung, andere Bauform.

Die Hormonspirale

Sie gibt kontinuierlich eine sehr geringe Menge eines Gestagens direkt in die Gebärmutter ab.

Der Schleimpfropf am Muttermund wird für Spermien undurchlässig, die Gebärmutterschleimhaut baut sich kaum auf. Der Eisprung bleibt bei vielen erhalten.

Liegedauer: je nach Modell drei bis acht Jahre.

Vorteil: Die Blutung wird meist deutlich schwächer, bei einem Teil bleibt sie ganz aus. Sie wird deshalb auch bei sehr starken Regelblutungen eingesetzt.

Nachteil: In den ersten Monaten häufig Zwischenblutungen.

Das Einsetzen

Die Spirale wird in der gynäkologischen Praxis eingelegt, oft während der Regelblutung, weil der Muttermund dann leichter geöffnet ist.

Der Vorgang dauert wenige Minuten und wird sehr unterschiedlich empfunden – von kaum spürbar bis stark krampfartig. Über Schmerzmittel vorher und über örtliche Betäubung lässt sich sprechen; das ist ein berechtigtes Anliegen.

Danach wird die Lage per Ultraschall kontrolliert, typischerweise nach vier bis sechs Wochen und dann jährlich.

Die Sicherheit

Der Pearl-Index liegt bei beiden Varianten deutlich unter 1 – von 100 Frauen, die ein Jahr lang so verhüten, wird weniger als eine schwanger.

Damit gehören sie zu den sichersten Methoden überhaupt, sicherer als die Pille im Alltagsgebrauch, weil keine Einnahme vergessen werden kann.

Wer sie nutzen kann

Anders als lange angenommen ist die Spirale nicht auf Frauen beschränkt, die bereits geboren haben. Es gibt kleinere Modelle für einen kleineren Gebärmutterhals.

Nicht geeignet ist sie bei bestimmten Fehlbildungen, akuten Infektionen im Genitalbereich und ungeklärten Blutungen.

Was die Spirale kostet

Für Frauen ab dem 22. Geburtstag ist die Verhütung in der Regel keine Kassenleistung. Kosten entstehen für die Spirale selbst, das Einsetzen und die Kontrolluntersuchungen. Je nach Modell liegen sie insgesamt im mittleren dreistelligen Bereich.

Bis zum 22. Geburtstag übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel. Danach besteht kein Anspruch mehr. Einige Kommunen bieten Zuschüsse für Menschen mit geringem Einkommen an.

Umgerechnet auf die Liegedauer von drei bis zehn Jahren ist die Spirale dennoch eine der günstigsten Methoden. Der Betrag fällt allerdings auf einmal an. Danach entstehen nur noch Kontrollkosten.

Was beim Einsetzen zu erwarten ist

Das Einsetzen dauert wenige Minuten und wird meist während oder kurz nach der Regelblutung durchgeführt, weil der Gebärmutterhals dann leichter durchgängig ist. Viele empfinden dabei krampfartige Schmerzen. Über Möglichkeiten der Schmerzlinderung sollte vorher gesprochen werden.

Fachgesellschaften haben in den vergangenen Jahren betont, dass Schmerzen beim Einsetzen ernst zu nehmen und aktiv zu behandeln sind. Möglich sind örtliche Betäubung, Schmerzmittel vorab oder in Einzelfällen eine Narkose. Das ist eine Frage der Absprache mit der Praxis.

Nach dem Einsetzen wird die Lage per Ultraschall kontrolliert, meist nach vier bis sechs Wochen und danach jährlich. Die Rückholfäden lassen sich selbst ertasten. Fehlen sie plötzlich, ist eine Kontrolle angezeigt.

Welche Nebenwirkungen möglich sind

Bei der Kupferspirale werden die Blutungen häufig stärker und länger, besonders in den ersten Monaten. Bei der Hormonspirale werden sie meist schwächer, bei einem Teil der Anwenderinnen bleiben sie ganz aus. Beides ist bekannt und in den Fachinformationen beschrieben.

Seltener sind Zwischenblutungen, Kopfschmerzen oder Stimmungsveränderungen. Sehr selten kommt es beim Einsetzen zu einer Verletzung der Gebärmutterwand. Auch eine Ausstoßung der Spirale ist möglich, meist in den ersten Monaten.

Bei starken Schmerzen, Fieber oder ungewöhnlichem Ausfluss sollte umgehend eine Praxis aufgesucht werden. Diese Zeichen können auf eine Entzündung hinweisen. Abwarten ist hier nicht angebracht.

Was der Text nicht leisten kann

Die Angaben hier beschreiben allgemeine Zusammenhänge und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Welche Methode geeignet ist, hängt von Vorerkrankungen, Kinderwunsch und persönlichen Vorlieben ab. Diese Abwägung trifft die frauenärztliche Praxis gemeinsam mit der Patientin.

Unabhängige Informationen bieten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Beratungsstellen wie pro familia. Beide sind kostenfrei erreichbar. Sie beraten auch anonym.

Wie zuverlässig die Methode ist

Zur Einordnung der Sicherheit dient der Pearl-Index, der angibt, wie viele von hundert Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung schwanger werden. Für Kupfer- und Hormonspirale liegt er im Bereich weniger Zehntel. Damit gehören sie zu den sichersten Methoden überhaupt.

Ein Vorteil gegenüber der Pille ist, dass keine tägliche Einnahme nötig ist und damit Anwendungsfehler entfallen. Genau diese Fehler sind bei der Pille der Hauptgrund für ungewollte Schwangerschaften. Der Unterschied zwischen theoretischer und praktischer Sicherheit ist dort erheblich.

Vor Geschlechtskrankheiten schützt die Spirale nicht. Dafür ist ein Kondom nötig. Beide lassen sich kombinieren.

Wie lange sie liegen bleibt

Je nach Modell beträgt die Liegedauer drei bis zehn Jahre. Kupferspiralen und Kupferketten sind meist für fünf bis zehn Jahre zugelassen, Hormonspiralen je nach Produkt für drei bis acht Jahre. Die genaue Angabe steht in der Packungsbeilage.

Entfernt wird sie in der Praxis durch Zug an den Rückholfäden, meist in wenigen Sekunden. Danach ist die Fruchtbarkeit sofort wieder vorhanden. Eine Wartezeit gibt es nicht.

Häufige Fragen

Merkt man die Spirale?

Im Alltag in der Regel nicht. Die Rückholfäden sollten tastbar sein.

Zahlt die Krankenkasse?

Bis zum 22. Geburtstag übernimmt die gesetzliche Kasse die Kosten, danach in der Regel nicht.

Wie schnell ist man nach dem Entfernen wieder fruchtbar?

Sofort.

Schützt sie vor Geschlechtskrankheiten?

Nein. Dafür sind Kondome nötig.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

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