Wie funktioniert Snapchat? Snaps, Streaks und Snapmap

Kurz gesagt: Snapchat ist ein Messenger für Bilder und kurze Videos. Ein Snap wird nach dem Ansehen aus dem Chat entfernt, eine Story bleibt 24 Stunden sichtbar. Verschwunden heißt allerdings nicht, dass die Aufnahme nirgends mehr existiert.

Die Kamera ist die Startseite. Das ist der ganze Gedanke der App: erst aufnehmen, dann überlegen, an wen.

Der Aufbau

Wischt man von der Kamera nach rechts, landet man in den Chats. Nach links geht es zu Stories und Discover, nach oben zur eigenen Erinnerungssammlung, nach unten zur Karte.

Snap, Story und Chat

Snap. Ein Foto oder Video an bestimmte Personen. Nach dem Ansehen verschwindet es aus dem Chat.

Story. Ein Beitrag für alle Kontakte, 24 Stunden sichtbar, beliebig oft ansehbar.

Chat. Textnachrichten, die standardmäßig ebenfalls nach dem Lesen verschwinden. Einzelne Nachrichten lassen sich durch langes Antippen dauerhaft speichern.

Streaks

Schicken sich zwei Personen an mehreren Tagen hintereinander jeweils mindestens einen Snap, zeigt die App eine Flamme mit einer Zahl – die Zahl der Tage in Folge.

Bleibt an einem Tag der Snap aus, ist die Serie weg. Für viele Jugendliche ist das der eigentliche Grund, die App täglich zu öffnen. Genau darauf ist die Mechanik ausgelegt.

Snapmap

Auf der Karte sehen Kontakte den eigenen Standort – sofern man das erlaubt. Der Geistmodus schaltet die Anzeige ab und ist die Einstellung, die Eltern zuerst prüfen sollten.

Was „verschwunden“ wirklich bedeutet

Aus dem Chat verschwindet der Snap. Der Empfänger kann ihn aber abfotografieren, mit einem zweiten Gerät aufnehmen oder einen Screenshot machen.

Snapchat meldet dem Absender einen Screenshot – verhindern kann es ihn nicht. Wer etwas verschickt, das nicht öffentlich werden darf, sollte es gar nicht erst aufnehmen.

Zusätzlich speichert die Funktion „Erinnerungen“ Inhalte dauerhaft in der App, und Betreiber können Daten für eine gewisse Zeit vorhalten.

Altersgrenze

Snapchat gibt ein Mindestalter von 13 Jahren an. Für Kinder und Jugendliche unter 16 ist nach europäischem Datenschutzrecht in der Regel die Zustimmung der Eltern erforderlich.

Wer hinter der App steht

Snapchat gehört zur Snap Inc. mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Die App erschien 2011, damals noch unter dem Namen Picaboo. Gegründet wurde sie von Evan Spiegel und Bobby Murphy, die sich an der Universität Stanford kennengelernt hatten.

Snap bezeichnet sich selbst als Kamera-Unternehmen, nicht als soziales Netzwerk. Das erklärt, warum die App direkt mit geöffneter Kamera startet statt mit einem Feed. Diese Gestaltung unterscheidet sie bis heute von den meisten Konkurrenten.

Das Unternehmen ist seit 2017 börsennotiert und finanziert sich überwiegend über Werbung. Die Nutzerzahlen veröffentlicht es quartalsweise in seinen Finanzberichten. Diese Berichte sind öffentlich abrufbar.

Filter, Linsen und die Kamera

Linsen legen Effekte in Echtzeit über das Kamerabild, etwa veränderte Gesichtszüge oder eingeblendete Objekte. Sie arbeiten mit Gesichtserkennung direkt auf dem Gerät. Filter dagegen legen sich als Ebene über ein fertiges Bild, zum Beispiel mit Ortsangabe oder Uhrzeit.

Einen Teil der Linsen erstellen Nutzerinnen und Nutzer selbst mit einem kostenlosen Programm von Snap. Diese Community-Linsen machen inzwischen den größten Teil des Angebots aus. Sie lassen sich über einen Code oder die Suche aufrufen.

Ortsbezogene Filter, sogenannte Geofilter, können auch von Privatpersonen für begrenzte Zeit und ein begrenztes Gebiet gekauft werden. Genutzt wird das oft für Feiern. Der Preis richtet sich nach Fläche und Dauer.

Snapchat+ und der Chatbot

Seit Juni 2022 gibt es ein kostenpflichtiges Abo namens Snapchat+. Es schaltet Zusatzfunktionen frei, etwa eine andere Darstellung der Freundesliste oder das Anheften eines Kontakts. Die Grundfunktionen der App bleiben ohne Abo nutzbar.

2023 kam ein Chatbot namens My AI hinzu, der im Chatbereich auftaucht und auf Textnachrichten antwortet. Er lief zunächst nur im Abo und wurde später für alle geöffnet. Antworten eines solchen Systems können falsch sein.

Für Kinder und Jugendliche ist dabei wichtig, dass der Bot kein Mensch ist und Eingaben verarbeitet werden. Verbraucherzentralen weisen regelmäßig darauf hin. Persönliche Angaben gehören dort nicht hinein.

Standortdaten und Datenschutz

Die Snapmap zeigt den eigenen Standort auf einer Karte, sobald die Freigabe aktiv ist. Wer das nicht möchte, aktiviert den sogenannten Geistmodus, in dem niemand den Standort sieht. Diese Einstellung lässt sich jederzeit ändern.

Snap verarbeitet Daten teilweise außerhalb der Europäischen Union. Welche Kategorien erhoben werden, steht in der Datenschutzerklärung des Unternehmens. Für Nutzerinnen und Nutzer in der EU gilt die Datenschutz-Grundverordnung.

Praktisch heißt das: Auskunft über gespeicherte Daten kann jede Person verlangen, ebenso deren Löschung. Snap stellt dafür ein Formular im Konto bereit. Der Weg ist in der Hilfe des Anbieters beschrieben.

Worauf Eltern achten können

Snap bietet ein Family Center, über das Erziehungsberechtigte sehen, mit wem ihr Kind in Kontakt steht. Inhalte der Nachrichten werden dabei nicht angezeigt. Beide Konten müssen der Verknüpfung zustimmen.

Sinnvoll ist außerdem, gemeinsam die Einstellungen durchzugehen: Wer darf Nachrichten schicken, wer sieht die Story, ist der Standort freigegeben. Diese drei Punkte entscheiden über den größten Teil der Sichtbarkeit. Sie sind in wenigen Minuten geklärt.

Medienpädagogische Stellen wie klicksafe stellen dazu deutschsprachige Materialien bereit. Sie richten sich ausdrücklich an Eltern und Lehrkräfte. Der Zugriff ist kostenlos.

Häufige Fragen

Kann man gelöschte Snaps wiederherstellen?

Nicht als Nutzer. Was nicht in den Erinnerungen gespeichert wurde, ist in der App weg.

Sieht der andere, wenn ich einen Screenshot mache?

In der Regel ja, die App zeigt einen Hinweis.

Was bedeuten die Emojis neben Namen?

Sie zeigen an, wie oft und mit wem man schreibt – etwa das gelbe Herz für den engsten Kontakt beider Seiten.

Was ist My AI?

Ein in die App eingebauter Chatbot. Er ist ein Programm, kein Mensch, und Eingaben werden verarbeitet und gespeichert.

Quellen

Das passt dazu

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