Wie funktioniert Eurojackpot? Ziehung und Chancen

Kurz gesagt: Beim Eurojackpot kreuzt man 5 aus 50 Zahlen und 2 aus 12 Eurozahlen an. Gezogen wird dienstags und freitags. Es gibt zwölf Gewinnklassen; die Chance auf den Hauptgewinn liegt bei etwa 1 zu 140 Millionen.

Eurojackpot ist eine Lotterie mehrerer europäischer Länder. Der Topf wird länderübergreifend gefüllt – daher die hohen Summen.

Der Tippschein

Ein Tippfeld besteht aus zwei Bereichen: fünf Zahlen aus dem Feld 1 bis 50 und zwei Eurozahlen aus dem Feld 1 bis 12.

Beide Bereiche müssen ausgefüllt sein. Wer eine Zahl vergisst, hat keinen gültigen Tipp.

Die Ziehung

Gezogen wird zweimal pro Woche, dienstags und freitags am Abend in Helsinki. Annahmeschluss ist am jeweiligen Tag früher – die genaue Uhrzeit legt jede Lottogesellschaft selbst fest.

Die Gewinnklassen

Es gibt zwölf Klassen. Die höchste verlangt fünf Richtige plus beide Eurozahlen, die niedrigste zwei Richtige plus eine Eurozahl.

Die Gewinnsummen stehen nicht fest, sondern werden aus den Einsätzen gebildet. Bei jeder Ziehung wird ein Anteil des Spieleinsatzes auf die Klassen verteilt. Deshalb schwanken die Beträge von Ziehung zu Ziehung.

Wird der Jackpot nicht geknackt, wandert er in die nächste Ziehung. Für die Obergrenze und die Zahl der Übertragungen gelten feste Regeln, die die teilnehmenden Länder gemeinsam beschließen.

Wie hoch die Chancen sind

Für den Hauptgewinn liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 1 zu 140 Millionen. Für irgendeinen Gewinn – also mindestens die unterste Klasse – liegt sie bei etwa 1 zu 32.

Zum Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland innerhalb eines Jahres vom Blitz getroffen zu werden, liegt im Bereich von eins zu mehreren Millionen.

Was mit dem Einsatz passiert

Vom Spieleinsatz gehen ein Anteil in die Gewinnausschüttung, ein Anteil an den Staat und ein Anteil an Lottogesellschaften und Annahmestellen. Die genaue Aufteilung veröffentlichen die Gesellschaften.

Wer die Lotterie veranstaltet

Eurojackpot ist eine gemeinschaftliche Lotterie mehrerer europäischer Lotteriegesellschaften. In Deutschland wird sie von den staatlichen Lotteriegesellschaften der Länder angeboten. Die Ziehung findet zentral statt und wird notariell überwacht.

Die teilnehmenden Länder haben sich auf gemeinsame Regeln zu Gewinnklassen und Ausschüttung geeinigt. Änderungen werden gemeinsam beschlossen und vorab bekannt gegeben. Die letzte größere Anpassung betraf die Ziehungstage.

Gespielt werden kann in Annahmestellen und online bei erlaubten Anbietern. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind nicht zulässig. Eine Liste erlaubter Veranstalter wird amtlich geführt.

Wie die Chancen berechnet werden

Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus der Zahl möglicher Kombinationen. Bei fünf aus fünfzig und zwei aus zwölf liegt die Chance auf den Hauptgewinn im Bereich von eins zu mehreren zehn Millionen. Diese Zahl ist rechnerisch bestimmt, nicht geschätzt.

Zum Vergleich werden häufig Alltagsrisiken herangezogen, etwa vom Blitz getroffen zu werden. Solche Vergleiche sind anschaulich, hinken aber, weil sich die Bezugszeiträume unterscheiden. Die Größenordnung stimmt dennoch.

Mehrere Tippfelder erhöhen die Chance proportional, ändern aber nichts an der Größenordnung. Zehn Felder bedeuten zehnfache Chance auf einen extrem unwahrscheinlichen Treffer. Der Erwartungswert bleibt negativ.

Was mit dem Einsatz geschieht

Vom Spieleinsatz fließt ein festgelegter Anteil in die Gewinnausschüttung, der Rest in Steuern, Abgaben für gemeinnützige Zwecke, Vertrieb und Verwaltung. Die genaue Aufteilung ist in den Teilnahmebedingungen und Landesgesetzen geregelt. Sie ist öffentlich einsehbar.

Ein erheblicher Teil geht in Deutschland an Sport, Kultur, Soziales und Denkmalpflege. Die Verteilung regeln die Länder. Berichte darüber werden regelmäßig veröffentlicht.

Gewinne selbst sind in Deutschland einkommensteuerfrei, weil sie nicht aus einer Erwerbstätigkeit stammen. Erträge aus der Anlage des Gewinns sind dagegen steuerpflichtig. Auch Schenkungen daraus können Steuern auslösen.

Was passiert, wenn niemand gewinnt

Wird die höchste Gewinnklasse nicht getroffen, wächst der Betrag bis zu einer festgelegten Obergrenze an. Ist diese erreicht, fließt der Überschuss in darunterliegende Klassen. Diese Regel verhindert unbegrenztes Anwachsen.

Gewinne müssen innerhalb einer bestimmten Frist geltend gemacht werden, die je nach Land unterschiedlich ist. Danach verfällt der Anspruch und der Betrag fließt an gemeinnützige Zwecke. Deshalb sollten Scheine aufbewahrt und geprüft werden.

Bei Onlinespiel entfällt dieses Risiko, weil Gewinne automatisch gutgeschrieben oder gemeldet werden. Das ist ein praktischer Vorteil. Die Erlaubnis des Anbieters bleibt zu prüfen.

Beliebte Zahlen und Quoten

Die Zahlenwahl beeinflusst die Trefferwahrscheinlichkeit nicht, wohl aber die Höhe des Gewinns: Werden häufig getippte Kombinationen gezogen, teilen sich mehr Spieler den Betrag. Beliebt sind Geburtsdaten, weshalb Zahlen bis einunddreißig überproportional getippt werden. Wer höhere Zahlen wählt, teilt seltener.

Auch Muster auf dem Tippschein und Zahlenreihen werden häufig gespielt. Sie führen im Gewinnfall zu geringeren Quoten. Zufällig erzeugte Tipps vermeiden das.

An der Wahrscheinlichkeit ändert all das nichts. Es beeinflusst nur die Aufteilung. Diese Unterscheidung wird oft übersehen.

Wenn Spielen zum Problem wird

Warnzeichen sind steigende Einsätze, Verheimlichen, das Nachjagen von Verlusten und die Vernachlässigung anderer Verpflichtungen. Auch Lotterien können davon betroffen sein, auch wenn das Risiko geringer ist als bei schnellen Spielformen. Entscheidend ist das Verhalten, nicht die Spielart.

Kostenlose und anonyme Beratung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über eine bundesweite Hotline. Auch kommunale Suchtberatungsstellen helfen. Angehörige können sich ebenfalls beraten lassen.

Eine Spielersperre gilt bundesweit für alle erlaubten Anbieter und kann selbst beantragt werden. Sie ist ein wirksames Instrument. Der Antrag ist unkompliziert.

Häufige Fragen

Wann ist Annahmeschluss?

Am Ziehungstag, mehrere Stunden vor der Ziehung. Die genaue Uhrzeit steht bei der jeweiligen Lottogesellschaft.

Muss man Gewinne versteuern?

Der Gewinn selbst ist in Deutschland steuerfrei. Erträge daraus, etwa Zinsen, sind es nicht.

Wie lange kann man einen Gewinn einlösen?

Die Fristen legen die Lottogesellschaften fest; üblich sind mehrere Jahre. Bei anonymer Abgabe ohne Kundenkarte muss man den Schein selbst vorlegen.

Was ist der Unterschied zum Lotto 6 aus 49?

Anderes Zahlenfeld, andere Ziehungstage, anderer Gewinnplan – und Eurojackpot läuft länderübergreifend.

Wie hoch ist die Chance auf den Hauptgewinn?

Im Bereich von eins zu mehreren zehn Millionen.

Sind Gewinne steuerpflichtig?

Nein, aber Erträge daraus schon.

Beeinflusst die Zahlenwahl die Chance?

Nein, nur die Höhe der Quote.

Quellen

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