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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Verdana ist eine serifenlose Schrift, die Matthew Carter für Microsoft entworfen hat. Sie erschien 1996 und wurde gezielt für gute Lesbarkeit am Bildschirm entwickelt. Große Buchstabenhöhe, weite Abstände und klar getrennte Zeichen machen sie bis heute zu einer Standardwahl für Webtexte.
Kurzantwort: Verdana ist eine 1996 veröffentlichte Bildschirmschrift von Matthew Carter. Sie punktet mit großer x-Höhe, weiter Laufweite und eindeutigen Buchstabenformen.
Das Wichtigste in Kürze
- Entwurf: Matthew Carter, Veröffentlichung 1996 durch Microsoft
- Typ: serifenlose Linear-Antiqua für den Bildschirm
- Merkmale: große x-Höhe, weite Proportionen, viel Zeichenabstand
- Einsatz: Webtexte, Oberflächen, Präsentationen
Schriftart Verdana: Herkunft und Entstehung
Anfang der 1990er Jahre wurden Texte zunehmend am Monitor gelesen. Die Auflösung war damals gering. Ein Buchstabe bestand oft nur aus wenigen Bildpunkten. Klassische Druckschriften sahen in dieser Größe unscharf aus.
Microsoft beauftragte deshalb den Schriftdesigner Matthew Carter. Er hatte schon Schriften wie die Bell Centennial für Telefonbücher gezeichnet. Für Verdana arbeitete er mit Tom Rickner von Agfa Monotype zusammen. Rickner passte die Buchstaben von Hand an das Pixelraster an. Diese Arbeit heißt Hinting.
Laut Microsoft war die Familie am 8. Juli 1996 erstmals verfügbar. Version 1.01 kam damals in die „Core Fonts for the Web“. Mit dem Internet Explorer 3.0 folgte im August 1996 die breite Verteilung. Version 2.10 ergänzte 1997 weitere Zeichen. Spätere Fassungen brachten das Eurozeichen und vietnamesische Sonderzeichen.
Verdana Schrift: Die wichtigsten Merkmale
Verdana gehört zu den serifenlosen Schriften. Sie erinnert an humanistische Grotesken wie Frutiger. Microsoft betont allerdings, dass sie keine bloße Neuauflage klassischer Formen ist. Die Linien folgen dem Pixel und nicht dem Federstrich.
- Große x-Höhe: Kleinbuchstaben wirken groß und bleiben auch bei 10 oder 11 Punkt gut erkennbar.
- Weite Proportionen: Die Zeichen sind breit gebaut und laufen nicht zusammen.
- Großzügige Abstände: Ein „r“ und ein „n“ verschmelzen nicht zu einem „m“.
- Eindeutige Zeichen: Das kleine „l“, das große „I“ und die Ziffer „1“ lassen sich sicher unterscheiden.
- Kräftiger Fettschnitt: Auch bei 8 ppem bleibt Bold deutlich dunkler als Regular.
Verdana Schriftart im Vergleich mit Tahoma und Frutiger
Am nächsten steht Verdana die Schrift Tahoma. Sie ist ebenfalls für den Bildschirm gedacht, aber enger gesetzt. Wer viel Text auf wenig Platz braucht, greift oft zu Tahoma. Verdana braucht mehr Zeilenbreite und wirkt dafür ruhiger.
| Schrift | Laufweite | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Verdana | weit | Webtexte, Bildschirm |
| Tahoma | enger | Oberflächen, Dialogfenster |
| Frutiger | mittel | Beschilderung, Druck |
| DejaVu Sans | weit | freie Alternative |
Laut Wikipedia eignen sich Frutiger, DejaVu Sans und Bitstream Vera Sans besser für den Druck. Verdana bleibt die Schrift für den Monitor.
Verdana im Web: Einsatz und Schriftgrößen
Webdesigner nutzen Verdana seit Jahrzehnten für Fließtext. Wegen der Breite genügt oft schon eine etwas kleinere Größe. Ein Wert um 14 bis 16 Pixel liest sich angenehm. Eine Zeilenhöhe von 1,5 hilft zusätzlich.
Praktisch ist der Font-Stack. Er nennt zuerst Verdana und dann Ausweichschriften, falls ein Gerät sie nicht besitzt. Ein Beispiel lautet: font-family: Verdana, Geneva, sans-serif. So bleibt das Layout auf Windows, macOS und vielen Mobilgeräten stimmig.
Kurzantwort: Für Webtexte passt Verdana mit 14 bis 16 Pixel und 1,5-facher Zeilenhöhe. Als Ausweichschrift dient sans-serif.
Verdana Schriftart in Textverarbeitung und Präsentation
In Word, Excel und PowerPoint liegt Verdana meist vor. Auf einer Folie bringt sie Vorteile, weil der Text auch aus der letzten Reihe lesbar bleibt. Dokumente werden mit ihr allerdings länger, weil die Zeichen mehr Platz brauchen.
Ein Tipp für Drucksachen: Die Schrift eignet sich für Formulare und Merkblätter. Für Bücher oder lange Berichte greifen Setzer eher zu Schriften mit Serifen. Sie führen das Auge auf langen Zeilen besser.
Verdana Schrift: Stärken, Schwächen und Stil
Die Stärke liegt in der Klarheit. Verdana wirkt sachlich, freundlich und unaufgeregt. Zu einem verspielten Layout passt sie weniger. Wer ein Design bewusst mischt, kann sie mit einer Serifenschrift kombinieren. Ähnliche Gedanken finden sich im Artikel zum Eclectic Style.
Es gibt auch Schwächen. Die große Breite kostet Platz. Zudem entstehen bei deutschen Texten Probleme mit den Anführungszeichen. Laut Wikipedia nutzt die klassische Verdana für das schließende deutsche Anführungszeichen die Glyphe des gespiegelten englischen Zeichens. Es zeigt dann in die falsche Richtung. Die Fassung Verdana Pro behebt das.
Farblich wirkt Verdana besonders gut in ruhigen Tönen. Dunkelgrauer Text auf hellem Grund ist angenehmer als reines Schwarz. Passende Anregungen liefert der Beitrag über gedeckte Farben.
Verdana kaufen, laden oder installieren
Windows und macOS liefern die Schrift mit. Sie steckt außerdem in Microsoft Office. Die frühere Sammlung „Core Fonts for the Web“ stellte Verdana kostenlos für andere Systeme bereit. Laut Wikipedia bietet Microsoft sie in dieser Form inzwischen nicht mehr an.
Unter Linux greifen viele Nutzer zu DejaVu Sans. Sie ähnelt Verdana in Breite und Wirkung und steht unter einer freien Lizenz. Bei Weitergabe oder Einbettung in Produkte lohnt sich ein Blick in die Lizenzbedingungen von Microsoft.
Fazit
Verdana ist eine der bekanntesten Bildschirmschriften der Welt. Sie entstand 1996 aus einem klaren Ziel: gute Lesbarkeit bei kleiner Größe und niedriger Auflösung. Große x-Höhe, weite Abstände und eindeutige Zeichenformen prägen ihren Charakter. Für Web, Oberflächen und Folien bleibt sie eine verlässliche Wahl. Für lange gedruckte Texte gibt es passendere Schriften.
FAQ – Häufige Fragen
Wer hat die Schriftart Verdana entworfen?
Der Schriftdesigner Matthew Carter hat Verdana im Auftrag von Microsoft gestaltet. Den Feinschliff für kleine Bildschirmgrößen lieferte Hinting-Experte Tom Rickner.
Wann erschien Verdana?
Microsoft veröffentlichte die Schrift am 8. Juli 1996. Mit dem Internet Explorer 3.0 kam sie im August 1996 auf viele Rechner.
Ist Verdana eine Serifenschrift?
Nein. Verdana gehört zu den serifenlosen Schriften, die Fachleute Linear-Antiqua nennen. Die Buchstaben tragen keine kleinen Endstriche.
Warum wirkt Verdana so breit?
Die Zeichen sind weit geschnitten und haben großzügige Abstände. Bei niedrigen Auflösungen verhindert das, dass Buchstaben ineinanderlaufen.
Ist Verdana gut lesbar?
Für Bildschirmtexte gilt sie als sehr gut lesbar. Große x-Höhe und klar unterscheidbare Zeichen wie I, l und 1 helfen dabei.
Was ist der Unterschied zwischen Verdana und Tahoma?
Tahoma ist enger gesetzt und hat einen geringeren Buchstabenabstand. Verdana wirkt luftiger und braucht mehr Platz pro Zeile.
Welche Schriftschnitte gibt es?
Die Familie umfasst vier TrueType-Schriften: Regular, Bold, Italic und Bold Italic. Später kamen erweiterte Fassungen wie Verdana Pro hinzu.
Ist Verdana kostenlos?
Die Schrift liegt Windows und macOS bei. Microsoft bietet sie in der früheren Form der Core Fonts for the Web nicht mehr zum Download an.
Welche Schrift passt als Alternative zu Verdana?
Ähnlich wirken Frutiger, DejaVu Sans und Bitstream Vera Sans. Die beiden letzten stehen unter freien Lizenzen.
Wofür eignet sich Verdana weniger?
Für lange Drucktexte gibt es besser geeignete Schriften. Auch bei sehr platzarmen Layouts stört die große Breite.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






