Salz der Jodsäure heißt Iodat: Entstehung und Nutzung

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Salz der Jodsäure heißt Iodat, älter geschrieben Jodat. Es enthält das Anion IO3− und entsteht, wenn die Säure HIO3 ihr Wasserstoffion an eine Base abgibt. Der Beitrag zeigt Formel, Herstellung, Vorkommen und Verwendung.

Kurzantwort: Das Salz der Jodsäure ist das Iodat (Jodat, 5 Buchstaben). Beispiele sind Natriumiodat NaIO3 und Kaliumiodat KIO3.

Das Wichtigste in Kürze

  • Iodate sind die Salze der Iodsäure HIO3.
  • Das Anion hat die Formel IO3−.
  • Jodiertes Speisesalz enthält Natrium- oder Kaliumiodat.
  • Alle Iodate wirken als starke Oxidationsmittel.

Salz der Jodsäure: Name und Formel

In der Chemie schreibt man das Element heute Iod mit I. Im Alltag und in vielen Rätseln steht weiter das J. Deshalb tauchen Iodat und Jodat nebeneinander auf. Beide Wörter meinen dasselbe Salz.

Laut Wikipedia bilden die Iodate die Stoffgruppe der Salze der Iodsäure. Ihre allgemeine Formel lautet M(IO3)n. Das M steht für ein Metall, das n richtet sich nach dessen Wertigkeit. Beim Natrium ist n gleich 1, beim Calcium gleich 2.

Das Iod hat im Iodat die Oxidationsstufe +5. Deshalb heißt die Säure auch Iod(V)-säure. Die drei Sauerstoffatome sitzen wie bei Chlorat und Bromat um das zentrale Atom herum.

Jodsäure und Iodat: Wie das Salz entsteht

Die Iodsäure ist ein farbloser Feststoff mit der Summenformel HIO3. Sie schmilzt bei etwa 110 °C und zersetzt sich dabei. Die Molare Masse beträgt 175,91 g/mol. Wikipedia beschreibt sie als mittelstarke Säure mit einem pKs-Wert von 0,804.

Gibt die Säure ihr Proton an eine Base ab, bleibt das Iodat zurück. Das Prinzip gleicht jeder Neutralisation. Aus Säure und Lauge entstehen Salz und Wasser.

  • HIO3 + NaOH ergibt NaIO3 + H2O (Natriumiodat)
  • HIO3 + KOH ergibt KIO3 + H2O (Kaliumiodat)

Technisch geht es auch ohne die fertige Säure. Wikipedia nennt für Kaliumiodat die Reaktion von Iod mit heißer Kalilauge. Dabei entstehen Kaliumiodid und Kaliumiodat nebeneinander: 3 I2 + 6 KOH ergibt 5 KI + KIO3 + 3 H2O. Der Vorgang entspricht der Herstellung von Chloraten aus Chlor und heißer Lauge.

Iodsäure selbst herstellen: Der Weg zur Säure

Die Säure gewinnt man durch Oxidation von Iod. Als Oxidationsmittel dienen Salpetersäure, Chlor, Chlorsäure oder Wasserstoffperoxid. Wikipedia führt die Gleichung mit Chlor an. Dabei entsteht Salzsäure als Nebenprodukt. Sie muss aus dem Gleichgewicht verschwinden, sonst reduziert sie die Iodsäure wieder. Quecksilber(II)-oxid kann das leisten.

Umgekehrt lässt sich die Säure aus einem Iodat freisetzen. Schwefelsäure verdrängt sie aus dem Salz, wie es bei vielen schwachen und mittelstarken Säuren geschieht.

Kurzantwort: Iodat entsteht durch Neutralisation von Iodsäure mit einer Base oder aus Iod und heißer Lauge. Die Säure selbst gewinnt man durch Oxidation von Iod.

Eigenschaften der Iodate im Überblick

Alle Iodate sind starke Oxidationsmittel. Sie sind aber beständiger als Bromate und Chlorate und oxidieren deutlich schwächer. Mit brennbaren Stoffen gemischt reagieren sie schlagempfindlich und können explodieren. Das gilt auch für die Säure. Schwefel, Metallpulver und organische Stoffe gelten als kritische Partner.

Stoff Formel Molare Masse Löslichkeit in Wasser
Iodsäure HIO3 175,91 g/mol 2690 g/l bei 20 °C
Kaliumiodat KIO3 214,00 g/mol 92 g/l bei 25 °C

Kaliumiodat bildet weiße Kristalle, die sich bei etwa 560 °C zersetzen. Seine Löslichkeit steigt mit der Temperatur. Bei 0 °C lösen sich 4,6 Gramm in 100 Gramm Wasser, bei 100 °C sind es 32,3 Gramm.

Vorkommen von Iodat in Natur und Technik

In der Natur finden sich Iodate im Ozeanwasser, im Chilesalpeter sowie in Tang- und Algenaschen. Chilesalpeter enthält bis zu 0,1 Prozent Iodat. Nach Angaben von Wikipedia bildet dieses Mineral heute die wichtigste technische Grundlage für die Iod-Herstellung.

Wer im Haushalt mit Salz zu tun hat, kennt den Zusammenhang aus anderer Richtung. Wie Salz Haare und Pflanzen beeinflusst, zeigen die Beiträge über Haare nach Salzwasser und über Streusalz gegen Brombeeren. Dort geht es allerdings um Kochsalz und nicht um Iodat.

Jodiertes Speisesalz: Wo das Iodat im Alltag steckt

Der bekannteste Einsatz liegt in der Küche. Jodiertes Speisesalz enthält Natrium- und Kaliumiodat zur Vorbeugung gegen Kropf. Nach Wikipedia stecken in Deutschland etwa 20 ppm Kalium- oder Natriumiodat darin, also 0,020 Milligramm pro Gramm Salz.

Andere Länder gehen anders vor. In der Schweiz fügt man dem Salz Kaliumiodid zu. Österreich setzt seit 1963 wahlweise Kaliumiodid oder Kaliumiodat ein, mit 15 bis 20 Milligramm pro Kilogramm Salz.

Iodat im Labor: Titration und Landolt-Reaktion

In der analytischen Chemie dient Kaliumiodat als Urtiter. Das ist eine Substanz, deren Gehalt so genau feststeht, dass man mit ihr andere Lösungen einstellen kann.

Versetzt man saure Iodatlösung mit Iodid, entsteht Iod: 5 I− + IO3− + 6 H3O+ ergibt 3 I2 + 9 H2O. Diese Reaktion ist ein Teil der Landolt-Reaktion. Iodat und Sulfit reagieren mit Stärke, und nach einer festen Zeit färbt sich die Lösung plötzlich tiefblau. Die Wartezeit hängt von den Konzentrationen ab.

Wie Oxidationsmittel im Haushalt wirken, lässt sich am Beispiel Stoff bleichen nachvollziehen. Und wer wissen will, wie Säuren Kalk lösen, liest den Beitrag zum Entkalken von Gießwasser.

Iodat, Iodid und Periodat: Die Namen im Vergleich

Rätsel und Hausaufgaben verwechseln die Endungen gern. Die Regel ist einfach: Je mehr Sauerstoff, desto höher die Oxidationsstufe.

  • Iodid: I−, Salz des Iodwasserstoffs
  • Iodit: IO2−, Salz der iodigen Säure
  • Iodat: IO3−, Salz der Iodsäure
  • Periodat: IO4−, Salz der Periodsäure

Bei Kreuzworträtseln mit fünf Kästchen lautet die Lösung meist Iodat oder Jodat. Bei sechs Kästchen kommt Periodat nicht in Frage, denn das Wort hat acht Buchstaben.

Fazit

Das Salz der Jodsäure heißt Iodat oder Jodat. Es entsteht durch Neutralisation der Säure HIO3 mit einer Base oder aus Iod und heißer Lauge. Iodate oxidieren stark, bleiben aber stabiler als Chlorate und Bromate. Im Alltag begegnet man ihnen vor allem im jodierten Speisesalz.

FAQ – Häufige Fragen

Wie heißt das Salz der Jodsäure?

Es heißt Iodat, in älterer Schreibweise Jodat. Der Name gilt für alle Salze mit dem Anion IO3−.

Wie lautet die Formel von Iodat?

Das Anion schreibt man IO3−. Natriumiodat hat die Formel NaIO3, Kaliumiodat die Formel KIO3.

Ist Iodat dasselbe wie Iodid?

Nein. Iodid ist das einfache Ion I− und leitet sich von Iodwasserstoff ab. Iodat enthält zusätzlich drei Sauerstoffatome.

Was ist das Salz der Periodsäure?

Das Periodat mit dem Anion IO4−. Es enthält ein Sauerstoffatom mehr als das Iodat.

Wie viele Buchstaben hat Iodat beim Kreuzworträtsel?

Iodat und Jodat haben je fünf Buchstaben. Welche Schreibweise das Rätsel will, zeigt die Kreuzung mit den Nachbarwörtern.

Steckt Iodat im Speisesalz?

Ja. Jodiertes Speisesalz enthält laut Wikipedia Natrium- oder Kaliumiodat. In Deutschland sind es rund 20 ppm.

Ist Iodat giftig?

Iodate sind starke Oxidationsmittel. Kaliumiodat trägt den Hinweis „Gefahr“ und gilt als gesundheitsschädlich beim Verschlucken. In den Mengen im Speisesalz gilt der Zusatz als üblich.

Wie löst sich Iodat in Wasser?

Das hängt vom Salz ab. Kaliumiodat löst sich mäßig, bei 25 °C rund 92 Gramm pro Liter. Die Iodsäure selbst löst sich mit 2690 Gramm pro Liter sehr leicht.

Woher stammt Iodat in der Natur?

Iodate kommen im Meerwasser, im Chilesalpeter und in Algenaschen vor. Chilesalpeter enthält bis zu 0,1 Prozent Iodat.

Was zeigt die Landolt-Reaktion?

Iodat reagiert mit Sulfit und Stärke nach einer festen Wartezeit plötzlich tiefblau. Die Zeit hängt von der Konzentration ab. Der Versuch heißt auch Iod-Uhr.

Mehr zum Thema

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Iodversorgung hilft die Hausarztpraxis oder die Apotheke.

Quellen

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