Mecklenburg-Vorpommern Wappen: Bedeutung von Ochse, Greif und Adler

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Das Wappen von Mecklenburg-Vorpommern zeigt in seiner großen Fassung vier Felder. Zwei goldene Felder tragen den schwarzen Ochsenkopf für Mecklenburg. Ein roter Greif steht für Vorpommern, ein roter Adler für die brandenburgische Uckermark. Jede Figur erinnert an einen Teil der Landesgeschichte.

Kurzantwort: Ochsenkopf = Mecklenburg, Greif = Vorpommern, roter Adler = Uckermark (Brandenburg). Die zwei Ochsenköpfe stehen für Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt ein großes (geviertes) und ein kleines (gespaltenes) Landeswappen.
  • Der Ochsenkopf gilt seit 1219 als mecklenburgisches Symbol.
  • Der Greif geht auf die pommerschen Herzöge zurück.
  • Die heutigen Wappen gelten seit den Festlegungen nach 1990.

Das Landeswappen von Mecklenburg-Vorpommern im Überblick

Das Wappen ist das Hoheitszeichen des Landes. Es existiert in zwei Versionen. Das große Landeswappen ist geviert. In den Feldern 1 und 4 steht in Gold ein schwarzer, gold gekrönter Ochsenkopf. Er hat ein aufgerissenes Maul, weiße Zähne und eine rote Zunge. Das Halsfell endet in sieben Spitzen. Feld 2 zeigt in Silber einen aufgerichteten roten Greif mit goldenen Waffen. Feld 3 zeigt in Silber einen roten Adler mit goldenen Kleestängeln auf den Flügeln.

Das kleine Landeswappen ist gespalten. Links steht der Ochsenkopf in Gold, rechts der rote Greif in Silber. Der Landtag und die obersten Landesbehörden führen das große Wappen. Alle übrigen Landesbehörden verwenden das kleine.

Feld Figur Bedeutung
1 und 4 Schwarzer Ochsenkopf in Gold Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz
2 Roter Greif in Silber Vorpommern
3 Roter Adler in Silber Uckermark (Brandenburg)

Ochsenkopf: Symbol für Mecklenburg

Die mecklenburgischen Fürsten führten zunächst einen Greifen im Siegel. Seit 1219 zeigen sie den Ochsenkopf. Ursprünglich handelte es sich wohl um den Kopf eines Auerochsen. Das Symbol blieb nahezu ununterbrochen das mecklenburgische Stammwappen. Es überdauerte alle dynastischen Teilungen, zuletzt jene in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz bis 1934.

Deshalb erscheint der Ochsenkopf im großen Landeswappen zweimal. Beide Köpfe weisen auf die beiden früheren Teilstaaten hin. Im Volksmund heißt die Figur auch Stierkopf. Die amtliche Beschreibung spricht vom Ochsenkopf.

Greif und Adler: Vorpommern und die Uckermark

Der Greif verbindet Adler und Löwe. Er hat den Kopf mit spitzen Ohren, Flügel und Vorderfüße eines Adlers, der Unterkörper stammt vom Löwen. Heraldische Greife sind seit dem Ende des 12. Jahrhunderts bekannt. In Pommern und Mecklenburg lässt sich das Tier früh nachweisen. Der älteste Hinweis auf den Greifen der pommerschen Herzöge stammt aus einer Urkunde der Jahre 1191 bis 1194.

Den roten Greif im silbernen Feld belegt ein Banner von 1410. Herzog Kasimir V. führte es in der Schlacht von Tannenberg. Im Landeswappen steht der Greif für Vorpommern. Ab 1880 war der Greifenschild das Wappen der preußischen Provinz Pommern.

Kurzantwort: Der rote Adler auf Silber ist der brandenburgische Adler. Er steht für die Teile der Uckermark, die heute zu Mecklenburg-Vorpommern gehören.

Der Adler zeigt zugleich die alte Nähe zwischen Pommern und Brandenburg. Beide Gebiete waren über Jahrhunderte eng verbunden. Wer sich für andere Tiersymbole interessiert, findet bei der Bedeutung des Ouroboros ein Beispiel für ein sehr altes Zeichen.

Geschichte: Wie das Wappen entstand

Das Land entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Befehl der Sowjetischen Militäradministration vom 9. Juli 1945. Die Verfassung von 1947 legte die mecklenburgischen Landesfarben Blau, Gelb und Rot fest. Ein Wappen enthielt sie nicht. Ministerpräsident Wilhelm Höcker suchte damals nach einem Entwurf. Sein erster Vorschlag zeigte oben den Ochsenkopf und unten den Greif. Der Stralsunder Oberbürgermeister Otto Kortüm lehnte ihn ab.

Am 30. September 1948 beriet der Landtag über ein Wappengesetz. Der Entwurf kam in einen Ausschuss und erschien nicht wieder. Ein großes Landeswappen wurde nie vergeben. 1952 teilte die DDR das Land in drei Bezirke auf. Erst nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die heutigen Wappen festgelegt.

Die Landesflagge: Farben mit Bedeutung

Die Landesflagge ist horizontal gestreift. Von oben nach unten folgen Ultramarinblau, Weiß, Gelb, Weiß und Zinnoberrot. Die Streifen verhalten sich wie 4:3:1:3:4. Geregelt ist das im Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes vom 29. Januar 1991. Die Farben kombinieren die Flaggen Mecklenburgs (Blau-Gelb-Rot) und Vorpommerns (Blau-Weiß). Symbolisch stehen sie auch für Meer und Himmel, Felder und Backstein.

Die Landesdienstflagge zeigt ohne Schild die Wappenfiguren beider Landesteile, also Stierkopf und Greif. Eine andere Flagge mit ähnlichen Farben beschreibt der Beitrag zur Flagge in Rot, Weiß und Blau.

Wappen richtig lesen: Heraldik in Kürze

Wappenbeschreibungen folgen festen Regeln. „Geviert“ bedeutet, der Schild ist in vier Felder geteilt. „Gespalten“ heißt eine senkrechte Teilung. „Hersehend“ meint einen Kopf, der den Betrachter von vorn ansieht. „Bewehrt“ bezeichnet Krallen, Schnabel oder Zunge, die in einer anderen Farbe erscheinen. Wer diese Begriffe kennt, versteht jede amtliche Beschreibung.

Auch andere Symbole tragen feste Bedeutungen, ob bei Vereinsabzeichen wie den Patches der Hells Angels oder bei Masken in der japanischen Kultur. Bei Landeswappen sind die Regeln allerdings gesetzlich festgelegt.

Fazit

Das Wappen von Mecklenburg-Vorpommern erzählt die Geschichte des Landes in Bildern. Der Ochsenkopf steht für die mecklenburgischen Herzogtümer. Der Greif steht für Vorpommern. Der Adler verweist auf Brandenburg und die Uckermark. So verbindet das Wappen mehrere Landesteile mit sehr unterschiedlicher Herkunft.

FAQ – Häufige Fragen

Was zeigt das Wappen von Mecklenburg-Vorpommern?

Das große Landeswappen zeigt vier Felder mit zwei Ochsenköpfen, einem roten Greif und einem roten Adler. Jede Figur steht für einen Landesteil oder eine historische Verbindung.

Warum hat das Wappen zwei Ochsenköpfe?

Die beiden Ochsenköpfe erinnern an die früheren Teilstaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Beide führten den Ochsenkopf als Stammwappen.

Wofür steht der Greif im Landeswappen?

Der rote Greif im silbernen Feld steht für Vorpommern. Er geht auf das Wappen der pommerschen Herzöge zurück.

Was bedeutet der rote Adler?

Der rote Adler auf silbernem Grund ist der brandenburgische Adler. Er steht für die Teile der Uckermark, die zu Mecklenburg-Vorpommern gehören.

Ist es ein Stier oder ein Ochse?

Beide Bezeichnungen sind üblich. Die Blasonierung spricht von einem Ochsenkopf, ursprünglich handelte es sich wohl um den Kopf eines Auerochsen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen großem und kleinem Landeswappen?

Das große Wappen ist geviert und zeigt alle vier Felder. Das kleine Wappen ist geteilt und enthält nur Ochsenkopf und Greif.

Wer darf das große Landeswappen führen?

Den viergeteilten Schild führen der Landtag und die obersten Landesbehörden. Die übrigen Landesbehörden verwenden das kleine Wappen.

Seit wann gibt es das heutige Wappen?

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die Wappen festgelegt. Das Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes stammt vom 29. Januar 1991.

Welche Farben hat die Landesflagge?

Die Flagge zeigt von oben nach unten Blau, Weiß, Gelb, Weiß und Rot im Verhältnis 4:3:1:3:4. Sie verbindet mecklenburgische und vorpommersche Farben.

Wie alt ist der mecklenburgische Ochsenkopf?

Die mecklenburgischen Fürsten führen den Ochsenkopf seit 1219 im Siegel. Damit gehört er zu den ältesten Symbolen des Landes.

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Quellen

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