Lendentuch der Inder: Dhoti, Lungi und ihre Bedeutung

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Das Lendentuch der Inder heißt meist Dhoti. Es ist ein langes Stück Stoff, das Männer in der Taille verknoten und hosenartig um die Beine schlingen. Wer nach dem „Lendentuch der Inder“ sucht, meint fast immer dieses Kleidungsstück. Hinzu kommen der Lungi als Wickelrock und der Langoti als kurzer Schurz.

Kurzantwort: Der Dhoti ist das traditionelle Beinkleid der Männer auf dem indischen Subkontinent. Mahatma Gandhi machte ihn weltweit bekannt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dhoti: langes Tuch, hosenartig um die Beine geschlungen.
  • Lungi: Wickelrock für Männer in Südasien.
  • Langoti: kurzer Lendenschurz sehr armer Männer.
  • Berühmtester Träger: Mahatma Gandhi.

Was ist das Lendentuch der Inder?

Die deutsche Wikipedia beschreibt den Dhoti als traditionelles Beinkleid der Männer auf dem indischen Subkontinent. Er gilt als Gegenstück zum Sari der Frauen. Das Kleidungsstück besteht aus einem langen Stück Stoff. Meist ist es dünne Baumwolle, früher auch Seide und heute oft Kunstfaser.

Der Stoff wird in der Taille zusammengeknotet. Danach schlingt man ihn hosenartig um die Beine. Das Ergebnis wirkt wie eine weite, luftige Hose ohne Naht. Wer es zum ersten Mal sieht, hält es leicht für einen Rock.

Dhoti, Lungi und Langoti im Überblick

Die Begriffe werden im Deutschen oft durcheinandergeworfen. Dabei beschreiben sie drei verschiedene Kleidungsstücke. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.

Name Form Wer trägt es
Dhoti Langes Tuch, zwischen den Beinen hosenartig gezogen Männer in Indien, im Alltag und bei Festen
Lungi Wickelrock, röhrenförmig getragen Männer in Südasien, gelegentlich auch Frauen
Langoti Kurzer Lendenschurz Sehr arme Männer, früher verbreitet

Die Wikipedia nennt den Lungi einen Wickelrock, den Männer in Südasien tragen. In Myanmar heißt er Longyi. Frauen tragen ihn gelegentlich, etwa im indischen Kerala. Der Begriff „Lendenschurz“ dient in der Wikipedia als Oberbegriff. Dort werden String, Dhoti und Lungi als Formen genannt.

Herkunft und Geschichte des Dhoti

Bis ins 19. Jahrhundert war der Dhoti auf dem indischen Subkontinent weit verbreitet. Nur sehr arme Männer trugen kurze Lendenschurze, die Langoti. Mit der britischen Kolonialzeit änderte sich das Bild. Der Dhoti galt nun als rückständig. Die Mittelschicht griff zu westlicher Kleidung.

Der Wandel zeigt, wie stark Kleidung mit Macht und Status verknüpft ist. Ähnliche Muster kennt man aus vielen Kulturen. Wer sich für solche Zeichen interessiert, findet weitere Beispiele im Beitrag über die Bedeutung von Symbolen.

Der Dhoti als Symbol des Widerstands

Im Jahr 1905 teilten die Briten Bengalen. Daraufhin wurde der Dhoti für rund fünf Jahre zum Protestsymbol. Er stand für die heimische Wirtschaft, die auf Hindi swadeshi heißt. Schon 1872 hatte Justice Ranade swadeshi als Mittel des Widerstands propagiert. Ganesh Vasudeo Joshi spann laut Wikipedia jeden Tag Garn für seinen eigenen Dhoti.

Kurzantwort: Nach der Teilung Bengalens 1905 trugen Inder den Dhoti bewusst als Zeichen gegen die britische Herrschaft und für heimische Stoffe.

Mahatma Gandhi und das Lendentuch

Der bekannteste Träger ist Mahatma Gandhi. Die Wikipedia berichtet, dass er sich seit 1921 wie die Ärmsten nur noch mit einem Lendentuch kleidete. Damals stand er auf dem Zenit seines Ruhms. Arbeiter, Bauern und Beamte streikten. Britische Importkleidung wurde öffentlich verbrannt.

Das schlichte Tuch war eine Botschaft. Gandhi zeigte damit Nähe zu den Armen und Ablehnung englischer Fabrikware. Selbstgesponnener Stoff wurde zum Bild seiner Bewegung. Bis heute prägt dieses Foto die Vorstellung vom „Lendentuch der Inder“.

Wer trägt heute noch ein Lendentuch in Indien?

Die städtische Mittelschicht trägt den Dhoti heute vorwiegend bei religiösen Anlässen. Meist kombiniert sie ihn mit der Kurta, einem langen Hemd. Ärmere Männer tragen ihn dagegen täglich. Er kostet nur einen Bruchteil einer Hose. Auch ältere Männer bleiben oft bei diesem Kleidungsstück.

In der Geschäftswelt herrscht westliche Kleidung. Politiker treten in der Öffentlichkeit dagegen oft im Dhoti auf. Häufig kombinieren sie ihn mit einem Jackett mit Stehkragen oder einer ärmellosen Weste. Premierminister wie Narendra Modi sieht man in den Medien oft so gekleidet. Wer mehr über Kleidung zu bestimmten Anlässen wissen möchte, liest den Beitrag zur Kleidung beim Polterabend.

Warum ist der Dhoti im Klima so praktisch?

Im indischen Klima ist ein Dhoti angenehmer als jede noch so leichte Hose. Die Luft zirkuliert frei. Der Stoff trocknet schnell. Baumwolle nimmt zudem Schweiß gut auf. Ein Dhoti lässt sich außerdem ohne Naht und Reißverschluss anlegen und braucht wenig Pflege.

Auch zur Ernährung und zum Alltag in Indien gibt es passende Lektüre. Ein Beispiel ist der Beitrag über das indische Frühstück. Kulturelle Feinheiten wie Kleidung und Essen gehören eng zusammen.

Lendentuch der Inder im Kreuzworträtsel

Als Rätselfrage taucht das Lendentuch der Inder häufig auf. Die Lösung lautet in der Regel Dhoti mit fünf Buchstaben. Gelegentlich wird auch Lungi mit fünf Buchstaben oder Langoti mit sieben Buchstaben gesucht. Ein Blick auf die Buchstabenzahl und auf vorgegebene Felder klärt schnell, welches Wort passt.

Fazit

Das Lendentuch der Inder hat mehrere Gesichter. Der Dhoti ist das klassische Beinkleid der Männer, der Lungi ein Wickelrock und der Langoti ein kurzer Schurz. Aus dem Alltagskleidungsstück wurde ein Zeichen des Widerstands. Mahatma Gandhi hat es weltweit bekannt gemacht. Heute trägt man den Dhoti bei religiösen Festen, im Alltag ärmerer Männer und bei Auftritten indischer Politiker.

FAQ – Häufige Fragen

Wie heißt das Lendentuch der Inder?

Meist lautet der Name Dhoti. Für Wickelröcke wie den Lungi gilt oft dieselbe Umschreibung. Der Kurzschurz der ärmsten Männer heißt Langoti.

Wie schreibt man Dhoti richtig?

Üblich ist „Dhoti“. Die Hindi-Schreibung lautet धोती, in Umschrift dhotī. Das Wort ist im Deutschen weiblich.

Wer trägt heute noch einen Dhoti?

Ältere Männer und ärmere Bevölkerungsgruppen tragen ihn im Alltag. Die Mittelschicht kleidet sich damit vor allem zu religiösen Anlässen. Politiker zeigen sich ebenfalls gern darin.

Trug Mahatma Gandhi einen Dhoti?

Ja. Die deutsche Wikipedia nennt Gandhi als bekannten Träger des Dhotis. Seit 1921 kleidete er sich laut Wikipedia nur noch mit einem Lendentuch.

Was ist der Unterschied zwischen Dhoti und Lungi?

Der Dhoti wird hosenartig durch die Beine gezogen. Der Lungi ist ein Wickelrock und hängt röhrenförmig bis zu den Knöcheln.

Tragen indische Frauen auch ein Lendentuch?

Frauen tragen traditionell den Sari. Den Lungi tragen sie gelegentlich, zum Beispiel im indischen Kerala. Der klassische Dhoti gilt als Männerkleidung.

Woraus besteht ein Dhoti?

Meist aus dünner Baumwolle. Früher kam auch Seide zum Einsatz. Heute gibt es zudem Kunstfasern.

Wie bindet man einen Dhoti?

Der Stoff wird in der Taille verknotet. Danach schlingt man das Ende hosenartig um die Beine. Vorher legt man den Stoff in gleichmäßige Falten.

Was hat der Dhoti mit Swadeshi zu tun?

Nach der Teilung Bengalens 1905 wurde der Dhoti für rund fünf Jahre zum Protestsymbol gegen die Briten. Er stand für die heimische Wirtschaft, auf Hindi swadeshi.

Ist ein Dhoti bequemer als eine Hose?

Im indischen Klima gilt er als angenehmer als jede noch so leichte Hose. Die Luft zirkuliert frei um die Beine.

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Quellen

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