Inhalt
Kurzantwort: Eine Beatmungsmaske, meist Taschenmaske genannt, liegt über Mund und Nase des Betroffenen und trennt Helfer und Patient durch ein Einwegventil mit Filter. Sie senkt die Hemmschwelle zur Beatmung und schützt vor direktem Kontakt mit Speichel, Blut und Erbrochenem. Pflicht ist sie nicht: Weder der Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164 noch der Betriebsverbandkasten nach DIN 13157 enthält eine. Wer nicht beatmen kann oder will, drückt durchgehend weiter.
Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist der Teil der Ersten Hilfe, vor dem sich die meisten Menschen scheuen. In Kursen wird das offen ausgesprochen, und die Leitlinien nehmen darauf Rücksicht.
Beatmungshilfen sind die technische Antwort darauf. Sie kosten wenige Euro, passen in jede Jackentasche und nehmen der Situation einen Teil des Unbehagens.
Wichtig bleibt die Reihenfolge: Herzdruckmassage zuerst, Beatmung danach. Wer erst nach einer Maske sucht, während niemand drückt, verschenkt die wertvollsten Minuten.
Was eine Beatmungsmaske ist
Die Taschenmaske besteht aus einem durchsichtigen Formteil mit weichem Rand, einem Mundstück und einem Einwegventil. Das Ventil lässt die Luft nur in eine Richtung durch.
Viele Modelle haben zusätzlich einen Filter und einen Sauerstoffanschluss, den Laien nicht brauchen. Zusammengefaltet passt die Maske in eine harte Schale von der Größe einer Zigarettenschachtel.
Der weiche Rand dichtet Mund und Nase gemeinsam ab. Dadurch entfällt das Zuhalten der Nase, das bei der klassischen Mund-zu-Mund-Beatmung nötig ist.
Einige Masken sind für den Einmalgebrauch gedacht, andere lassen sich reinigen und mit einem neuen Ventil bestücken. Was gilt, steht in der Anleitung des Herstellers.
Beatmungstuch, Taschenmaske, Beatmungsbeutel
Das Beatmungstuch ist die flache, billige Variante. Eine Folie mit Mundstück wird über das Gesicht gelegt und dient als mechanische Barriere. Eine Filterwirkung hat es nicht.
Die Taschenmaske dichtet besser ab und liegt stabiler. Sie ist die übliche Ausrüstung betrieblicher Ersthelfer und passt auch in größere Wanderrucksäcke.
Der Beatmungsbeutel gehört in andere Hände. Er erfordert Übung, weil Maskensitz und Druck gleichzeitig kontrolliert werden müssen. Für Laien ist er nicht gedacht.
Was in den Verbandkästen steckt
Der Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164:2022-02 enthält seit Februar 2022 zwei medizinische Gesichtsmasken nach DIN EN 14683. Das sind Mund-Nasen-Schutz-Masken, keine Beatmungshilfen.
Auch im kleinen Betriebsverbandkasten nach DIN 13157 findet sich eine Gesichtsmaske und ein umfangreiches Verbandsortiment, aber keine Taschenmaske.
Wer eine Beatmungshilfe im Auto oder im Betrieb haben will, kauft sie separat. Sie kostet je nach Ausführung zwischen drei und fünfzehn Euro und hat ein Haltbarkeitsdatum, weil der weiche Rand mit den Jahren aushärtet.
Viele Betriebe stellen ihren Ersthelfern trotzdem eine Taschenmaske zur Verfügung, obwohl die Norm sie nicht verlangt. Sie zählt dann zur freiwilligen Zusatzausstattung neben dem vorgeschriebenen Verbandkasten.
Wer regelmäßig als Ersthelfer eingeteilt ist, sollte wissen, wo diese Maske hängt. In der Praxis scheitert der Einsatz seltener am Material als daran, dass niemand den Aufbewahrungsort kennt.
So setzt du sie richtig ein
Der Kopf wird leicht nach hinten überstreckt, das Kinn angehoben. Ohne diesen Handgriff verschließt die Zunge den Rachen, und keine Luft erreicht die Lunge.
Die Maske kommt mit der Spitze auf den Nasenrücken, der breite Teil liegt in der Kinnfalte. Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden ein C auf dem Maskenrand, die übrigen Finger ziehen den Unterkiefer nach oben.
Jede Beatmung dauert etwa eine Sekunde. Der Brustkorb soll sich sichtbar heben, mehr Luft bringt keinen Vorteil und drückt Luft in den Magen.
Nach zwei Beatmungen geht es sofort zurück zur Herzdruckmassage. Die gesamte Unterbrechung soll unter zehn Sekunden bleiben.
Wann Beatmung überhaupt nötig ist
Geschulte Helfer arbeiten im Verhältnis 30 Kompressionen zu zwei Beatmungen. Ungeschulte oder unsichere Helfer drücken durchgehend, so sehen es die Leitlinien des European Resuscitation Council ausdrücklich vor.
Besonders wichtig wird die Beatmung, wenn Sauerstoffmangel die Ursache des Stillstands ist. Das gilt beim Ertrinken, bei Erstickung, bei Vergiftungen und bei Kindern, deren Herz meist erst nach einem Atemproblem stehen bleibt.
Bei Kindern beginnt die Wiederbelebung deshalb mit fünf Beatmungen, bevor gedrückt wird.
Kaufen, lagern und prüfen
Sinnvoll ist eine Maske dort, wo sie im Ernstfall in Reichweite liegt: im Erste-Hilfe-Set, in der Arbeitstasche, am Schlüsselbund als flache Variante.
Achte auf ein CE-Kennzeichen, ein aufgedrucktes Haltbarkeitsdatum und eine harte Schutzhülle. Weiche Beutel gehen im Rucksack schnell kaputt.
Einmal im Jahr wird geprüft, ob das Ventil noch beweglich und der Rand noch elastisch ist. Ist die Maske benutzt worden, wird sie ersetzt, sofern der Hersteller nichts anderes vorsieht.
Und der wichtigste Punkt: Eine Maske, deren Anwendung du nie geübt hast, hilft wenig. In jedem Erste-Hilfe-Kurs kannst du danach fragen.
Sinnvoll ist außerdem ein Paar Einmalhandschuhe direkt neben der Maske. Beides zusammen deckt den Eigenschutz in den meisten Situationen ab, in denen Laien helfen.
Häufige Fragen
Ist eine Beatmungsmaske Pflicht?
Nein. Weder für Fahrzeuge noch für den normalen Betriebsverbandkasten schreibt eine Norm sie vor.
Kann ich mich bei Mund-zu-Mund-Beatmung anstecken?
Dokumentierte Übertragungen sind sehr selten. Die Sorge davor ist trotzdem ein häufiger Grund, gar nicht zu helfen, und genau dagegen hilft eine Maske.
Was ist besser: Tuch oder Taschenmaske?
Die Taschenmaske dichtet besser und lässt sich sicherer halten. Das Tuch ist leichter und billiger.
Darf ich die Maske mehrfach benutzen?
Nur wenn der Hersteller es vorsieht und das Ventil getauscht wird. Sonst ist sie ein Einwegprodukt.
Was mache ich bei Erbrochenem im Mund?
Kopf zur Seite drehen, Mund ausräumen, dann weiter. Die Maske schützt dich dabei zusätzlich.
Hebt sich der Brustkorb nicht, was dann?
Kopfposition korrigieren und Maskensitz prüfen. Höchstens zwei Versuche, danach sofort weiter drücken.
Quellen
- German Resuscitation Council: Leitlinien
- DRK: Inhalt Verbandkasten DIN 13157
- ADAC: Verbandkasten im Auto
- DGUV: Fachbereich Erste Hilfe
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Erste-Hilfe-Set: Inhalt, Normen und Sets für unterwegs
- Rotes Kreuz Erste-Hilfe-Kurse: Ablauf, Dauer und Kosten
- Erste-Hilfe-Tasche: Inhalt, Normen und wann sie Pflicht ist
Geschrieben von Clara, Redaktion wissenkosmos.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.






