Auslöser des Ersten Weltkriegs: Das Attentat von Sarajevo

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Der Auslöser des Ersten Weltkriegs war das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Der bosnisch-serbische Nationalist Gavrilo Princip erschoss dort den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie. Daraus entwickelte sich binnen fünf Wochen ein Krieg der Großmächte.

Kurzantwort: Die Morde von Sarajevo lösten die Julikrise aus. Österreich-Ungarn erklärte Serbien am 28. Juli 1914 den Krieg, und die Bündnisse zogen weitere Staaten hinein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlass: Attentat auf Franz Ferdinand am 28. Juni 1914
  • Attentäter: Gavrilo Princip, Mitglied der Bewegung Mlada Bosna
  • Kriegsbeginn: Österreich-Ungarn gegen Serbien am 28. Juli 1914
  • Tiefere Ursachen: Bündnisse, Wettrüsten, Nationalismus und Imperialismus

Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914

Franz Ferdinand besuchte im Juni 1914 Bosnien-Herzegowina. Er wollte dort Manöver der k.u.k. Armee besichtigen. Bosnien gehörte seit der Annexion von 1908 zu Österreich-Ungarn. Viele Serben lehnten diese Herrschaft ab.

Am Vormittag des 28. Juni fuhr der Thronfolger im offenen Wagen durch Sarajevo. Ein erster Attentäter warf eine Bombe, verfehlte aber das Auto. Kurz darauf nahm der Fahrer eine falsche Abzweigung. Dabei stand Gavrilo Princip plötzlich neben dem Wagen. Er schoss zweimal. Franz Ferdinand und seine Frau Sophie starben wenig später.

Princip war erst 19 Jahre alt. Er gehörte zur Bewegung Mlada Bosna („Junges Bosnien“). Die Waffen stammten laut Wikipedia aus dem Umfeld der serbischen Geheimgesellschaft Schwarze Hand. Diese Gruppe hatte das Attentat geplant.

Die Julikrise: Vom Mord zum Krieg

Zwischen dem Attentat und den ersten Kriegserklärungen lagen nur wenige Wochen. Historiker nennen diese Zeit die Julikrise. Die wichtigsten Schritte zeigt die Tabelle.

Datum 1914 Ereignis
28. Juni Attentat von Sarajevo
5./6. Juli Das Deutsche Reich sichert Österreich-Ungarn Unterstützung zu („Blankoscheck“)
23. Juli Österreich-Ungarn stellt Serbien ein Ultimatum mit 48 Stunden Frist
25. Juli Serbien antwortet und lehnt nur einzelne Forderungen ab
28. Juli Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg
1. August Deutschland erklärt Russland den Krieg
3. August Deutschland erklärt Frankreich den Krieg
4. August Deutsche Truppen marschieren in Belgien ein, Großbritannien tritt in den Krieg ein

Warum wurde aus einem Mord ein Weltkrieg?

Ein Attentat allein macht noch keinen Weltkrieg. Der Anlass traf auf ein Europa, das seit Jahren unter Spannung stand. Mehrere Entwicklungen verstärkten sich gegenseitig.

  • Bündnissysteme: Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Italien bildeten den Dreibund. Frankreich, Russland und Großbritannien standen in der Entente zusammen.
  • Wettrüsten: Vor allem Deutschland und Großbritannien bauten ihre Flotten aus. Die Heere wuchsen ebenfalls stark.
  • Nationalismus: Auf dem Balkan strebten Völker nach eigenen Staaten. Serbien wollte die Südslawen vereinen.
  • Imperialismus: Die Großmächte konkurrierten um Kolonien, Märkte und Einfluss.
  • Balkankriege: Die Kriege von 1912 und 1913 hatten die Region weiter destabilisiert.

Der Erste Weltkrieg als Bündniskrieg

Die Bündnisse wirkten wie eine Kette. Russland sah sich als Schutzmacht Serbiens und mobilisierte sein Heer. Deutschland betrachtete das als Bedrohung und stellte ein Ultimatum. Als Russland nicht einlenkte, folgte die Kriegserklärung.

Deutschland verfolgte zudem den Schlieffen-Plan. Er sah vor, zuerst Frankreich rasch zu besiegen und danach Russland. Dafür zogen die Truppen durch das neutrale Belgien. Das brachte Großbritannien auf die Seite der Gegner. Wer sich mit dem Krieg in Europa beschäftigt, findet bei den größten Seen Europas übrigens eine gute Karte der Region im Kopf. Die Fronten verliefen jedoch durch ganz andere Landschaften.

Kurzantwort: Der Auslöser war der Doppelmord von Sarajevo. Die Ursachen lagen tiefer, nämlich in Bündnissen, Aufrüstung und dem Streit um den Balkan.

Wer trug die Schuld? Die Kriegsschuldfrage

Über die Schuld am Krieg streiten Fachleute bis heute. Der Versailler Vertrag von 1919 wies Deutschland und seinen Verbündeten die Verantwortung zu. In Deutschland löste das große Empörung aus.

In den 1960er Jahren belegte der Historiker Fritz Fischer, dass die Reichsleitung 1914 das Risiko eines großen Krieges bewusst einging. Spätere Forscher wie Christopher Clark sehen mehr gemeinsame Verantwortung aller Großmächte. Die Wikipedia-Seite zur Julikrise hält fest, dass Motive und Handlungen aller Beteiligten bis heute kontrovers diskutiert werden.

Die Folgen des Ersten Weltkriegs im Überblick

Der Krieg dauerte bis November 1918. Nach Schätzungen starben etwa 9 bis 10 Millionen Soldaten. Hinzu kamen Millionen Zivilisten. Vier Kaiserreiche gingen unter, nämlich das Deutsche, das Österreichisch-Ungarische, das Russische und das Osmanische Reich.

Neue Staaten entstanden, darunter Polen, die Tschechoslowakei und Jugoslawien. Die Bedingungen des Friedens belasteten die Weimarer Republik schwer. Historiker sehen darin eine Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Auch andere Länder veränderten sich stark. Wie sich etwa Japan in dieser Zeit entwickelte, zeigt der Beitrag zur Geschichte Japans.

Wie Schulen und Museen den Kriegsbeginn erklären

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg bietet einen Überblick über die Jahre 1914 bis 1918. Er verbindet Ursachen, Kriegsverlauf und Folgen. Das Thema gehört in Deutschland zum festen Lehrplan der Sekundarstufe.

Wer Zusammenhänge spielerisch nachvollziehen will, kann Strategiespiele nutzen. Die Risiko-Spielregeln zeigen etwa, wie Bündnisse und Angriffe Kräfteverhältnisse verschieben. Ein Geschichtsbuch ersetzt das Spiel aber nicht.

Fazit

Der Auslöser des Ersten Weltkriegs steht fest. Es war der Mord an Franz Ferdinand und Sophie am 28. Juni 1914. Zum Weltkrieg wurde daraus erst durch Bündnisse, Aufrüstung und Fehlentscheidungen der Regierungen. Historiker gewichten diese Faktoren unterschiedlich.

FAQ – Häufige Fragen

Was war der Auslöser des Ersten Weltkriegs?

Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Gavrilo Princip erschoss den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie.

Wer erschoss Franz Ferdinand?

Gavrilo Princip, ein 19-jähriger bosnischer Serbe. Er gehörte zur Bewegung Mlada Bosna.

Warum wurde Franz Ferdinand in Sarajevo ermordet?

Die Täter wollten die österreichisch-ungarische Herrschaft über Bosnien beenden. Sie strebten einen Anschluss an Serbien an.

Wann begann der Erste Weltkrieg genau?

Mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914. Für Deutschland gilt oft der 1. August 1914 als Beginn.

Was sind die Ursachen des Ersten Weltkriegs?

Dazu zählen Bündnissysteme, Wettrüsten, Nationalismus, Imperialismus und die Krisen auf dem Balkan.

Was war die Julikrise?

So heißt die Zeit zwischen dem Attentat und dem Kriegsausbruch. Sie umfasst Ultimatum, Mobilmachungen und Kriegserklärungen.

Was war der Blankoscheck?

Anfang Juli 1914 sicherte die deutsche Reichsleitung Österreich-Ungarn ihre Unterstützung zu. Das galt auch für den Fall eines Krieges gegen Serbien.

Warum trat Großbritannien in den Krieg ein?

Nach dem deutschen Einmarsch in das neutrale Belgien am 4. August 1914 erklärte Großbritannien Deutschland den Krieg.

Wer war schuld am Ersten Weltkrieg?

Darüber gibt es keine einhellige Meinung. Die Forschung sieht Verantwortung bei mehreren Mächten, gewichtet sie aber unterschiedlich.

Wie viele Menschen starben im Ersten Weltkrieg?

Schätzungen gehen von etwa 9 bis 10 Millionen gefallenen Soldaten aus. Dazu kommen viele zivile Opfer.

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Quellen

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