Bild abpausen: Anleitung für Anfänger

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ein Bild abpausen gelingt am einfachsten mit Transparentpapier. Das Papier liegt über der Vorlage, und die sichtbaren Linien werden mit einem weichen Bleistift nachgezogen. Danach wird die Zeichnung umgedreht und auf die Zielfläche gedrückt oder direkt neu abgezeichnet.

Kurzantwort: Vorlage fixieren, Transparentpapier darauflegen, Linien mit HB-Bleistift nachfahren. Für Stoff oder Holz kommt Kohlepapier zwischen Vorlage und Untergrund.

Das Wichtigste in Kürze

  • Transparentpapier ist der Klassiker für Anfänger.
  • Ein Fenster ersetzt jeden Leuchttisch.
  • Kohlepapier überträgt Motive auf Holz, Stoff und Karton.
  • Malerkrepp verhindert das Verrutschen der Vorlage.

Bild abpausen: Was dahintersteckt

Beim Pausen wird eine Vorlage Linie für Linie auf ein zweites Blatt übertragen. Das Verfahren ist alt. Schon Künstler des 18. Jahrhunderts pausten Zeichnungen durch, wie Beispiele auf Wikipedia zeigen. Dort ist auch beschrieben, dass Pauspapier zur manuellen Anfertigung von Kopien in der bildenden Kunst und für technische Zeichnungen dient.

Heute nutzen es Hobbyzeichner, Sticker, Schneiderinnen und Bastler. Wer Proportionen lernen will, gewinnt durch das Nachfahren ein Gefühl für Linienführung. Die Technik ersetzt kein Zeichentalent, hilft aber beim Einstieg.

Material für das Abpausen im Überblick

Für die meisten Motive reichen wenige Dinge. Die Tabelle zeigt, was wofür taugt.

Material Einsatz Vorteil
Transparentpapier Zeichnungen, Skizzen Linien sind gut sichtbar
Butterbrotpapier Einfache Motive Steht fast überall bereit
Backpapier Grobe Umrisse Günstig und robust
Kohlepapier Stoff, Holz, Karton Überträgt ohne Umdrehen
Malerkrepp Fixieren Lässt sich rückstandsarm lösen

Dazu kommen ein Bleistift der Härte HB oder 2B, ein Radiergummi und eine ebene Unterlage. Bei Kohlepapier ist ein harter Stift von Vorteil, weil er den Druck gleichmäßig weitergibt.

Anleitung: Bild abpausen mit Transparentpapier

Diese Schritte funktionieren für Anfänger ohne Vorkenntnisse.

  • Die Vorlage flach auf den Tisch legen und an den Ecken mit Malerkrepp fixieren.
  • Das Transparentpapier darüberlegen und ebenfalls festkleben.
  • Zuerst die Umrisse nachfahren, danach Details wie Augen, Falten oder Muster.
  • Leichten Druck ausüben, damit die Linien fein bleiben.
  • Das Papier abheben und die Pause prüfen.
  • Fehlende Stellen mit einem Blick auf die Vorlage ergänzen.

Wer die Pause auf Zeichenkarton übertragen will, dreht das Papier um. Die Rückseite wird mit weichem Bleistift flächig geschwärzt. Anschließend wird die Pause mit der geschwärzten Seite nach unten auf den Karton gelegt und nochmals nachgefahren. So bleibt eine feine Linie auf dem Karton zurück.

Kurzantwort: Zum Übertragen die Rückseite der Pause mit Bleistift schwärzen, mit der Graphitseite auf den Karton legen und die Linien erneut nachziehen.

Ein Bild abpausen am Fenster oder mit dem Tablet

Ohne Spezialpapier hilft Tageslicht. Vorlage und leeres Blatt werden mit Klebeband an eine Fensterscheibe geklebt. Das Licht scheint durch beide Lagen, und die Linien der Vorlage werden sichtbar. Am besten klappt das an einem hellen Vormittag.

Alternativ dient ein Tablet mit vollflächig weißem Bildschirm als Leuchtpult. Die Helligkeit sollte hoch stehen, der Bildschirm bleibt dabei sauber. Auch ein Leuchttisch aus dem Fachhandel arbeitet nach diesem Prinzip. Für gelegentliche Nutzung reicht aber das Fenster völlig aus.

Motive mit Kohlepapier durchpausen

Kohlepapier trägt Farbe auf die darunterliegende Fläche. Laut Wikipedia heißt es auch Blaupapier oder Durchschlagpapier und dient ursprünglich der Anfertigung von Zweitschriften. Für Bastelarbeiten hat sich die Methode bewährt, weil sie Linien auf Holz, Stoff oder dickem Karton hinterlässt.

Die Farbschicht zeigt nach unten. Zuerst kommt der Untergrund, dann das Kohlepapier, obenauf die Vorlage. Alle Lagen werden fixiert. Beim Nachfahren mit festem Stift überträgt sich die Farbe. Wer Holz bemalen möchte, kann Motive auf diese Weise vorzeichnen.

Auf hellem Stoff bleibt die Linie teils sichtbar. Ein Test an einer verdeckten Stelle klärt, ob sie sich auswaschen lässt. Für Textilien gibt es spezielle Schneiderkopierpapiere, die sich meist wieder entfernen lassen.

Typische Fehler beim Bild abpausen vermeiden

  • Zu viel Druck hinterlässt Rillen im Untergrund.
  • Ein zu harter Stift erzeugt blasse Linien auf glattem Papier.
  • Fehlende Fixierung lässt die Vorlage rutschen.
  • Zu dickes Papier verschluckt feine Linien.
  • Übertragene Linien nicht überarbeitet wirken oft steif.

Hilfreich ist es, die Pause als Grundgerüst zu sehen. Schatten, Struktur und Feinheiten entstehen erst beim anschließenden Ausarbeiten. Wer das Ergebnis später mit Farbe füllen möchte, zeichnet die Linien nur ganz zart vor. Ein weicher Radiergummi entfernt Überschüsse.

Motive vergrößern und größere Bilder abpausen

Kleine Vorlagen lassen sich mit Pauspapier nur in der Originalgröße übertragen. Für Vergrößerungen kopiert ein Drucker das Motiv auf die gewünschte Größe, und die Kopie wird anschließend gepaust. Bei sehr großen Motiven hilft die Aufteilung in Felder. Jedes Feld bekommt eine Nummer, und Passmarken an den Rändern sichern das genaue Zusammensetzen.

Für Wanddekoration oder Schablonen ist das ein bewährter Weg. Wer Filzhut selber machen möchte, überträgt Schnittmuster auf gleiche Weise. Passend dazu bietet sich Muttizettel selber schreiben als kleines Handschriftprojekt an.

Urheberrecht beim Abpausen beachten

Zum eigenen Üben stellt das Nachzeichnen selten ein Problem dar. Sobald Werke veröffentlicht, verschenkt oder verkauft werden, gilt das Urheberrecht des Originals. Lebende Künstler und Fotografen behalten ihre Rechte. Freie Motive, eigene Fotos und gemeinfreie Werke sind eine sichere Wahl. Im Zweifel klärt eine Anfrage beim Urheber die Nutzung.

Fazit

Abpausen ist ein einfacher Einstieg ins Zeichnen. Transparentpapier, ein Bleistift und etwas Klebeband genügen. Am Fenster klappt es ohne zusätzliche Geräte, und Kohlepapier öffnet den Weg zu Holz, Stoff und Karton. Wer sauber fixiert und mit wenig Druck arbeitet, erhält brauchbare Ergebnisse schon beim ersten Versuch.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Bild abpausen?

Beim Abpausen wird ein Motiv mit Hilfe von durchscheinendem Papier oder Druck auf eine neue Fläche übertragen. Das Original bleibt dabei unverändert.

Welches Papier eignet sich zum Abpausen am besten?

Transparentpapier oder Butterbrotpapier funktioniert gut. Beide Papiere sind dünn genug, damit die Linien darunter sichtbar bleiben.

Kann man ein Bild ohne Pauspapier abpausen?

Ja. Ein Fenster oder ein Tablet mit weißer Fläche dient als Lichtquelle. Das Original und das leere Blatt werden dabei übereinandergelegt.

Wie pause ich ein Motiv auf Stoff oder Holz durch?

Dafür braucht es Kohle- oder Kopierpapier. Es wird zwischen Vorlage und Untergrund gelegt, und die Linien werden mit einem Stift nachgefahren.

Wie lässt sich eine Pause später wieder entfernen?

Bleistiftlinien lassen sich mit einem weichen Radiergummi entfernen. Bei Kohlepapier auf Stoff hilft oft Auswaschen, sofern der Hersteller das vorsieht.

Warum verrutscht die Vorlage beim Abpausen?

Meist fehlt eine Fixierung. Malerkrepp an den Ecken hält beide Blätter zuverlässig an ihrem Platz.

Welcher Stift ist zum Nachfahren geeignet?

Ein Bleistift der Härte HB liefert saubere Linien. Bei Kohlepapier hilft ein harter Stift oder ein leerer Kugelschreiber, weil er gleichmäßig Druck überträgt.

Darf man fremde Bilder abpausen?

Zum privaten Üben ist das meist unproblematisch. Für Veröffentlichung oder Verkauf gilt das Urheberrecht, daher sind eigene oder freie Motive sinnvoll.

Ist Abpausen Schummeln beim Zeichnen?

Nein. Das Verfahren ist seit Jahrhunderten üblich und trainiert Augen und Hand. Viele Künstler pausen Entwürfe, um Proportionen zu übertragen.

Wie pause ich große Bilder ab?

Das Motiv wird in Abschnitte geteilt und Stück für Stück übertragen. Passmarken an den Rändern sorgen dafür, dass die Teile später zusammenpassen.

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Quellen

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