Herbstanfang kalendarisch: Wann der Herbst wirklich beginnt

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Der kalendarische Herbstanfang liegt auf der Tagundnachtgleiche, dem astronomischen Herbstbeginn. Das ist auf der Nordhalbkugel der 22., 23. oder 24. September. Im Jahr 2026 fiel der Termin auf den 23. September. Wer den 1. September meint, spricht vom meteorologischen Herbstanfang.

Kurzantwort: Kalendarisch, also astronomisch, beginnt der Herbst mit der Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September. Meteorologisch startet er immer am 1. September.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kalendarischer Herbstanfang: Tagundnachtgleiche um den 22. oder 23. September
  • Meteorologischer Herbstanfang: immer der 1. September
  • Das Datum schwankt, weil das Kalenderjahr nicht genau zum Sonnenjahr passt
  • Der kalendarische Herbst endet mit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember

Herbstanfang kalendarisch: Was das Wort bedeutet

Im Alltag hört man „kalendarischer Herbstanfang“ meist als Gegenstück zum Wetterbericht. Gemeint ist der Termin, den Astronomen berechnen. Die Wikipedia nennt den Herbst eine der vier meteorologischen und astronomischen Jahreszeiten. Astronomisch beginnt er auf der Nordhalbkugel mit der Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September.

Das Wort „kalendarisch“ verweist darauf, dass der Kalender diesen Termin festhält. Wer im Kalender nach dem Herbst sucht, findet meist genau diesen Tag eingetragen. Die Sonne steht dann senkrecht über dem Äquator. Ab diesem Moment neigt sich die Nordhalbkugel von der Sonne weg. Die Tage werden kürzer als die Nächte.

Astronomischer Herbstanfang und Tagundnachtgleiche erklärt

Die Erdachse steht schräg zur Erdbahn. Deshalb wandert die Sonne im Lauf des Jahres scheinbar zwischen den beiden Wendekreisen hin und her. Zweimal im Jahr kreuzt sie den Himmelsäquator. Das geschieht Ende März und Ende September. Fachleute sprechen vom Äquinoktium.

Laut Wikipedia fallen die Tagundnachtgleichen auf den 19., 20. oder 21. März und auf den 22., 23. oder 24. September. Im Jahr 2025 lag der genaue Moment im Herbst bei 20:19 Uhr MESZ am 22. September. Der Zeitpunkt zählt auf die Minute, deshalb kann derselbe Moment in anderen Zeitzonen schon auf den Folgetag fallen.

Kurzantwort: Am Äquinoktium überquert die Sonne den Himmelsäquator. Tag und Nacht sind dann fast gleich lang, weltweit zur selben Sekunde.

Meteorologischer Herbstanfang am 1. September

Der Deutsche Wetterdienst legt die Jahreszeiten anders fest. Sie beginnen laut DWD immer am 1. desjenigen Monats, in dem astronomisch ihr Beginn liegt. Jede Jahreszeit dauert damit drei volle Monate. Der meteorologische Herbst umfasst September, Oktober und November.

Der Grund ist rein praktisch. Klimadaten liegen meist als Monatsmittel, Monatssummen oder Extremwerte vor. Mit ganzen Monaten lassen sich Herbste verschiedener Jahre direkt vergleichen. Deshalb melden Wetterdienste und Medien oft schon Anfang September den „Herbstanfang“, obwohl der Sommer astronomisch noch drei Wochen dauert.

Herbstbeginn im Vergleich: Kalendarisch, meteorologisch, phänologisch

Neben den beiden bekannten Terminen gibt es einen dritten. Die Phänologie beobachtet Pflanzen. Sie unterscheidet Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst. Der Beginn hängt vom Standort und vom Jahr ab. Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied.

Art Beginn Ende Grundlage
Kalendarisch (astronomisch) 22. bis 24. September 21. oder 22. Dezember Stand der Sonne
Meteorologisch 1. September 30. November Ganze Monate
Phänologisch Wechselnd Wechselnd Entwicklung der Pflanzen

Der astronomische Herbst dauert etwas mehr als 89 Tage. Der meteorologische Herbst zählt immer 91 Tage. Wer also von „drei Monaten Herbst“ spricht, meint fast immer die meteorologische Variante.

Warum der kalendarische Herbstanfang jedes Jahr wandert

Ein Sonnenjahr dauert etwa 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten. Der Kalender kennt nur ganze Tage. Ohne Korrektur würde der Termin jedes Jahr um knapp sechs Stunden nach hinten rutschen. Alle vier Jahre gleicht der Schalttag das wieder aus. Übrig bleibt ein Zickzack von einem Tag.

Jahr Kalendarischer Herbstanfang
2024 22. September
2025 22. September
2026 23. September
2027 23. September
2028 22. September

Der 24. September kommt in dieser Zeit praktisch nie vor. Meist wechseln sich der 22. und der 23. September ab.

Was ändert sich am ersten Herbsttag?

Ab der Tagundnachtgleiche geht die Sonne später auf und früher unter. Die Mittagshöhe sinkt Tag für Tag. In Deutschland verlieren die Tage im Herbst zunächst rund drei bis vier Minuten Licht pro Tag. Im Oktober wird der Verlust schwächer, im November wieder etwas größer.

Die Natur reagiert auf dieses Licht. Laubbäume ziehen das Blattgrün zurück. Zugvögel sammeln sich. Igel fressen sich Reserven an. Wer sich für die Tierwelt zwischen den Jahreszeiten interessiert, findet auf dieser Seite Hintergründe zum Igel im Sommer und zu nachtaktiven Vögeln. Die Zeitumstellung ändert zusätzlich, wann es abends dunkel wird. Den Stand dazu erklärt der Beitrag Zeitumstellung abgeschafft.

Herbstanfang auf der Südhalbkugel und am Äquator

Die Jahreszeiten laufen auf der Südhalbkugel gegenläufig. Dort beginnt der astronomische Herbst im März. In Australien, Südafrika oder Argentinien ernten Menschen im April Äpfel, während in Deutschland der Frühling beginnt.

In den Tropen gibt es keinen Herbst im europäischen Sinn. Dort wechseln Regenzeiten, Trockenzeiten und Übergangszeiten. Die Tagundnachtgleiche gilt trotzdem weltweit. Am Äquator steht die Sonne an diesem Tag mittags nahezu senkrecht am Himmel.

Fazit

Zwei Termine für den Herbstanfang sind kein Widerspruch. Der kalendarische Herbstanfang folgt dem Lauf der Sonne und liegt am 22. oder 23. September. Der meteorologische Herbstanfang folgt der Statistik und liegt am 1. September. Für Schule, Behörden und Kalender zählt meist der astronomische Termin, für Wetterberichte der meteorologische. Wer mehr über Himmel und Erde lesen möchte, findet im Beitrag zum Umfang des Mondes weitere Zahlen.

FAQ – Häufige Fragen

Wann ist der kalendarische Herbstanfang?

Der kalendarische Herbstanfang fällt auf die Tagundnachtgleiche am 22., 23. oder 24. September. In den Jahren 2024 bis 2028 liegt er am 22. oder 23. September.

Ist der 1. September der kalendarische Herbstanfang?

Nein, der 1. September gilt als meteorologischer Herbstanfang. Der Wetterdienst rechnet die Jahreszeiten in ganzen Monaten, damit sich Statistiken sauber vergleichen lassen.

Warum wechselt das Datum des Herbstanfangs?

Die Erde braucht für einen Umlauf rund 365,24 Tage. Das Kalenderjahr hat 365 Tage. Schaltjahre gleichen den Rest nur grob aus. Deshalb springt der Zeitpunkt um einen Tag hin und her.

Sind Tag und Nacht am Herbstanfang gleich lang?

Fast, aber nicht exakt. Die Sonne hat am Äquinoktium ihre Mitte auf dem Himmelsäquator. Dank Lichtbrechung in der Luft und der Größe der Sonnenscheibe ist der Tag ein paar Minuten länger als die Nacht.

Was bedeutet Äquinoktium?

Das Wort stammt aus dem Lateinischen und heißt sinngemäß „gleiche Nacht“. Gemeint ist der Moment, in dem die Sonne den Himmelsäquator überquert.

Wann beginnt der Herbst auf der Südhalbkugel?

Dort beginnt der astronomische Herbst um den 20. oder 21. März. Die Jahreszeiten laufen auf beiden Erdhälften genau gegenläufig.

Wann endet der kalendarische Herbst?

Er endet mit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. Der meteorologische Herbst endet dagegen mit dem 30. November.

Was ist der phänologische Herbst?

Er richtet sich nach Pflanzen statt nach dem Kalender. Der Frühherbst beginnt zum Beispiel, wenn Holunder und Kornelkirsche reifen. Der Vollherbst startet mit der Laubfärbung.

Warum sind die Jahreszeiten unterschiedlich lang?

Die Erdbahn ist leicht elliptisch. Auf der Nordhalbkugel läuft die Erde im Nordwinter schneller um die Sonne, daher ist der Herbst etwas kürzer als der Sommer.

Gilt in der Schweiz und in Österreich derselbe Termin?

Ja. Die Tagundnachtgleiche gilt weltweit am selben Zeitpunkt. Wegen der Zeitzonen kann das Datum in Australien oder Neuseeland allerdings einen Tag später erscheinen.

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Quellen

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