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Kurz gesagt: Super 6 ist eine Zusatzlotterie zum Lotto. Auf dem Spielschein steht eine sechsstellige Losnummer, die man nicht wählen kann. Gezogen wird eine sechsstellige Gewinnzahl, verglichen wird von hinten nach vorn: Stimmt die letzte Ziffer, gewinnt man; je mehr Ziffern von hinten übereinstimmen, desto höher die Klasse.
Wie gespielt wird
Super 6 wird nicht getippt. Auf jedem Lottoschein steht bereits eine Losnummer; man kreuzt lediglich an, ob man mitspielen möchte.
Die Teilnahme kostet einen festen Betrag je Ziehung zusätzlich zum Lottoeinsatz. Gezogen wird zweimal wöchentlich, mittwochs und samstags, im Anschluss an die Lottoziehung.
Die Gewinnklassen
Verglichen wird ausschließlich vom Ende her. Eine Übereinstimmung in der Mitte zählt nicht.
- Klasse 6: die letzte Ziffer stimmt
- Klasse 5: die letzten zwei Ziffern
- Klasse 4: die letzten drei Ziffern
- Klasse 3: die letzten vier Ziffern
- Klasse 2: die letzten fünf Ziffern
- Klasse 1: alle sechs Ziffern in richtiger Reihenfolge
Ein Beispiel: Die Gewinnzahl lautet 401882, die eigene Losnummer 337882. Übereinstimmung in den letzten drei Ziffern — das ergibt einen Treffer in Klasse 4. Dass die erste Ziffer nicht passt, spielt keine Rolle, weil ohnehin von hinten gezählt wird.
Die Gewinne
Anders als beim Lotto sind die Beträge weitgehend fest und hängen nicht davon ab, wie viele Menschen mitspielen. Die kleinste Klasse zahlt einen kleinen Festbetrag, die höchste Klasse den Höchstgewinn.
Diese Festbeträge legen die Landeslotteriegesellschaften fest; die aktuellen Werte stehen auf dem Spielschein und im Aushang der Annahmestelle.
Die Wahrscheinlichkeit
Für die letzte Ziffer liegt sie bei eins zu zehn. Das ist die häufigste Auszahlung — und zugleich die kleinste.
Für alle sechs Ziffern liegt sie bei eins zu einer Million. Zum Vergleich: Der Lotto-Jackpot mit sechs Richtigen und Superzahl steht bei rund eins zu 140 Millionen. Der Höchstgewinn bei Super 6 ist also deutlich wahrscheinlicher — dafür auch erheblich kleiner.
Der Unterschied zu Spiel 77
Beide funktionieren nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in drei Punkten:
- Stellenzahl: Super 6 hat sechs Ziffern, Spiel 77 hat sieben.
- Ziehung: Beide werden getrennt gezogen. Es gibt keine gemeinsame Zahl.
- Höchstgewinn: Bei Spiel 77 ist er höher, dafür ist die Wahrscheinlichkeit geringer.
Beide lassen sich unabhängig voneinander ankreuzen, auch beide zusammen.
Was viele falsch verstehen
Die Losnummer ist an den Schein gebunden, nicht an die getippten Zahlen. Wer zwei Scheine abgibt, hat zwei verschiedene Losnummern.
Bei einer Dauerspielteilnahme bleibt die Losnummer dagegen über die gesamte Laufzeit dieselbe. Wer ungern jede Woche eine neue Nummer möchte, wählt diesen Weg.
Und: Eine Übereinstimmung ganz vorne bringt nichts. Wer 882401 auf dem Schein hat und 401882 wird gezogen, hat keinen Treffer.
Der Nachweis im Gewinnfall
Der Spielschein oder die Spielquittung ist der Beleg. Ohne ihn gibt es bei einem anonymen Schein aus der Annahmestelle keine Auszahlung.
Gewinne verjähren; die Frist beträgt in der Regel mehrere Jahre nach der Ziehung, ist aber je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Wer online spielt, wird über einen Treffer benachrichtigt.
Ein Wort zum Einsatz
Lotterien sind Glücksspiel. Die Auszahlungsquote liegt unter dem Einsatz — auf Dauer verliert die Gesamtheit der Spielenden Geld, das ist rechnerisch so angelegt.
Wer merkt, dass er mehr setzt als geplant oder Verlusten hinterherspielt, findet bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anonyme Beratung.
Wie viel vom Einsatz ausgeschüttet wird
Von jedem eingezahlten Euro fließt bei den deutschen Lotterien nur ein Teil in die Gewinne zurück. Der Rest verteilt sich auf Lotteriesteuer, Konzessionsabgaben, Zweckerträge für Sport, Kultur und Soziales sowie die Kosten des Vertriebs.
Diese Aufteilung ist der Grund, warum sich Glücksspiel rechnerisch nie lohnt. Sie ist zugleich der Grund, warum Lotterien in Deutschland staatlich organisiert sind: Ein erheblicher Teil der Einnahmen ist gesetzlich zweckgebunden.
Online oder in der Annahmestelle
Beide Wege führen zur selben Ziehung. Der Unterschied liegt in der Abwicklung.
In der Annahmestelle bekommt man eine anonyme Quittung — sie ist der einzige Nachweis und muss aufbewahrt werden. Geht sie verloren, ist ein Gewinn nicht mehr durchsetzbar.
Online ist der Schein dem Konto zugeordnet. Ein Verlust ist ausgeschlossen, Gewinne werden automatisch gutgeschrieben oder überwiesen. Dafür ist eine Registrierung mit Identitätsprüfung nötig.
Wer online spielt, sollte auf die Erlaubnis der zuständigen Behörde achten. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind nicht dasselbe wie die staatlichen Lotteriegesellschaften, auch wenn die Seiten ähnlich aussehen.
Steuern auf den Gewinn
Lotteriegewinne sind in Deutschland einkommensteuerfrei. Sie gehören zu keiner der sieben Einkunftsarten und müssen nicht in der Steuererklärung angegeben werden.
Steuerpflichtig werden erst die Erträge daraus: Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen. Wer den Gewinn verschenkt, muss zudem die Freibeträge der Schenkungsteuer im Blick behalten.
Wenn mehrere gemeinsam spielen
Spielgemeinschaften sind verbreitet, im Freundeskreis wie im Betrieb. Rechtlich entsteht dabei eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch wenn niemand daran denkt.
Vor der ersten Ziehung sollte deshalb schriftlich festgehalten werden, wer mit welchem Anteil beteiligt ist, wer den Schein verwahrt und wie ausgezahlt wird. Ein Foto des ausgefüllten Scheins in der Gruppe reicht als Beleg für die Teilnahme, nicht aber für die Aufteilung.
Streit entsteht fast immer an derselben Stelle: Jemand hat in einer Woche nicht eingezahlt, war aber überzeugt, weiterhin dabei zu sein. Eine kurze Liste mit Datum und Einzahlung verhindert das.
Häufige Fragen
Kann man die Losnummer wählen?
Nein, sie ist aufgedruckt.
Wie wird verglichen?
Von der letzten Ziffer aus nach vorn.
Wann wird gezogen?
Mittwochs und samstags.
Wie hoch ist die Chance auf den Höchstgewinn?
Eins zu einer Million.
Was unterscheidet Super 6 von Spiel 77?
Sechs statt sieben Ziffern und eine eigene Ziehung.
Braucht man den Spielschein zum Abholen?
Ja, er ist der Nachweis.
Sind Lotteriegewinne steuerfrei?
Ja, die Erträge daraus jedoch nicht.
Was passiert bei verlorener Quittung?
Bei einem anonymen Schein entfällt der Anspruch.
Worauf sollte eine Spielgemeinschaft achten?
Anteile, Verwahrung und Auszahlung vorher schriftlich festhalten.






