Wie funktioniert ein Entsafter? Bauarten im Vergleich

Kurz gesagt: Es gibt drei Bauarten. Der Zentrifugenentsafter reibt das Obst und schleudert den Saft heraus. Der Slow Juicer presst es langsam mit einer Schnecke. Der Dampfentsafter erhitzt es, bis die Zellwände aufbrechen.

Der Zentrifugenentsafter

Eine Reibscheibe zerkleinert das Obst, ein Siebkorb rotiert mit mehreren tausend Umdrehungen je Minute. Die Fliehkraft drückt den Saft durch das Sieb, der Trester bleibt zurück.

Vorteil: schnell, große Einfüllöffnung, günstig.

Nachteil: Durch das schnelle Drehen wird viel Luft eingerührt. Der Saft schäumt, oxidiert schneller und sollte gleich getrunken werden. Bei Blattgemüse und Kräutern ist die Ausbeute schlecht.

Der Slow Juicer

Eine Pressschnecke dreht sich mit 40 bis 80 Umdrehungen je Minute und quetscht das Obst gegen ein Sieb. Kein Reiben, kaum Lufteintrag.

Vorteil: höhere Ausbeute, weniger Schaum, längere Haltbarkeit im Kühlschrank, funktioniert auch bei Blattgemüse, Kräutern und Gräsern.

Nachteil: langsamer, teurer, das Obst muss klein geschnitten werden.

Die oft genannte Erwärmung beim Zentrifugieren ist gering — der wesentliche Unterschied liegt beim Sauerstoffeintrag, nicht bei der Temperatur.

Der Dampfentsafter

Drei Töpfe übereinander: unten Wasser, in der Mitte die Saftschale, oben das Obst in einem Lochkorb. Der aufsteigende Dampf erhitzt die Früchte, die Zellwände platzen, der Saft tropft nach unten und wird über einen Schlauch abgelassen.

Vorteil: große Mengen auf einmal, der Saft ist heiß und kann direkt in Flaschen abgefüllt werden — dadurch monatelang haltbar. Ideal für die Ernte.

Nachteil: Hitzeempfindliche Vitamine gehen zum Teil verloren, und es dauert eine Stunde und länger.

Welcher wofür

  • Schnell ein Glas Apfel- oder Möhrensaft: Zentrifuge
  • Grüne Säfte, Sellerie, Kräuter, tägliche Nutzung: Slow Juicer
  • Zwanzig Kilo Äpfel aus dem Garten haltbar machen: Dampfentsafter

Was oft übersehen wird

Beim Entsaften bleiben die Ballaststoffe im Trester. Saft ist deshalb nicht dasselbe wie das ganze Obst — der Zucker kommt ohne die bremsenden Fasern. Ein Smoothie behält sie, ein Saft nicht.

Und: Die Reinigung entscheidet über die Nutzung. Ein Gerät, dessen Sieb zehn Minuten Bürsten braucht, bleibt im Schrank.

Der Zentrifugenentsafter

Eine schnell drehende Reibscheibe zerkleinert das Obst, die Fliehkraft presst den Saft durch ein Sieb nach außen. Der Trester bleibt im Siebkorb oder wird in einen Behälter geschleudert. Drehzahlen von mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute sind üblich.

Vorteil ist die Geschwindigkeit: Ein Apfel ist in Sekunden verarbeitet. Nachteil sind der stärkere Lufteintrag und die geringere Ausbeute bei Blattgemüse. Für harte Früchte ist die Bauart gut geeignet.

Durch den Lufteintrag oxidiert der Saft schneller und wird braun. Er sollte deshalb zügig getrunken werden. Ein Spritzer Zitrone verlangsamt den Vorgang.

Der Slow Juicer

Hier zerquetscht eine langsam drehende Schnecke das Obst gegen ein Sieb. Die Drehzahl liegt bei wenigen Dutzend Umdrehungen pro Minute. Dadurch entsteht weniger Wärme und weniger Lufteintrag.

Die Ausbeute ist bei Blattgemüse, Kräutern und weichen Früchten deutlich höher als bei der Zentrifuge. Bei harten Äpfeln ist der Unterschied kleiner. Der Saft ist trüber und setzt sich ab.

Nachteile sind der höhere Preis, die längere Verarbeitungszeit und die aufwendigere Reinigung. Wer täglich entsaftet, nimmt das in Kauf. Für gelegentliche Nutzung ist es viel Aufwand.

Der Dampfentsafter

Er arbeitet nach einem ganz anderen Prinzip: Wasserdampf erhitzt die Früchte, deren Zellwände platzen und den Saft abgeben. Der Saft läuft in eine Auffangschale und wird über einen Schlauch abgefüllt. Für große Mengen ist das die einfachste Lösung.

Weil der Saft heiß abgefüllt wird, ist er ohne weitere Behandlung lange haltbar. Genau deshalb wird er zum Einkochen verwendet. Vitamine gehen dabei allerdings teilweise verloren.

Geeignet ist die Bauart für Beeren, Steinobst und Äpfel in größeren Mengen. Für ein Glas Saft am Morgen ist sie zu aufwendig. Sie steht meist im Keller, nicht in der Küche.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Wichtig sind die Öffnungsweite des Einfüllschachts, die Leichtigkeit der Reinigung und die Verfügbarkeit von Ersatzsieben. Ein breiter Schacht spart das Zerkleinern. Spülmaschinenfeste Teile sparen Zeit.

Für Blattgemüse und Weizengras eignet sich nur der Slow Juicer. Für gelegentlichen Apfelsaft genügt die Zentrifuge. Für die Ernte im Garten ist der Dampfentsafter die richtige Wahl.

Zu bedenken ist außerdem, dass beim Entsaften die Ballaststoffe im Trester bleiben. Ernährungsfachleute empfehlen deshalb, Obst überwiegend ganz zu essen. Saft ist ein Genussmittel, kein Ersatz.

Wie viel Saft am Ende herauskommt

Aus einem Kilogramm Äpfel entstehen je nach Gerät und Sorte etwa sechshundert bis siebenhundert Milliliter Saft. Slow Juicer liegen dabei meist etwas höher als Zentrifugen. Bei Blattgemüse ist der Unterschied deutlich größer.

Der Trester lässt sich weiterverwenden, etwa für Kuchen, Suppen oder als Zusatz im Brot. Er enthält den größten Teil der Ballaststoffe. Wegwerfen ist deshalb schade.

Wie man das Gerät reinigt

Am einfachsten ist die Reinigung direkt nach dem Entsaften, solange nichts angetrocknet ist. Das Sieb wird mit einer Bürste unter fließendem Wasser ausgespült. Getrocknete Reste lassen sich kaum noch entfernen.

Verfärbungen durch Karotten oder Beeren sind unbedenklich und lassen sich mit Öl oder Zitronensäure mindern. Die Funktion leidet nicht darunter. Spülmaschinenfeste Teile erleichtern die Arbeit.

Wie lange frischer Saft haltbar ist

Frisch gepresster Saft sollte innerhalb weniger Stunden getrunken werden, weil Vitamine durch Licht und Sauerstoff abgebaut werden. Im Kühlschrank und in einem gut gefüllten, verschlossenen Gefäß hält er etwas länger. Slow Juicer liefern dabei stabilere Ergebnisse.

Wer auf Vorrat entsaftet, kann portionsweise einfrieren. Geschmack und Farbe leiden dabei kaum. Vitamine bleiben besser erhalten als bei Lagerung im Kühlschrank.

Häufige Fragen

Welcher Entsafter bringt die höchste Ausbeute?

Der Slow Juicer.

Zerstört die Zentrifuge Vitamine durch Hitze?

Kaum – das Problem ist der Sauerstoffeintrag.

Wofür ist der Dampfentsafter gut?

Für große Mengen und haltbaren Saft.

Bleiben Ballaststoffe im Saft?

Nein, sie bleiben im Trester.

Quellen

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