Wie funktioniert ein Barcode? Striche und Prüfziffer

Kurz gesagt: Ein Barcode enthält nur eine Nummer. Der Scanner liest sie über hell-dunkel-Wechsel aus, die Kasse schlägt damit in der Warendatenbank Bezeichnung und Preis nach. Im Strichcode selbst steht kein Preis.

Deshalb kann ein Supermarkt Preise ändern, ohne ein einziges Etikett zu tauschen.

Wie der Scanner liest

Der Scanner beleuchtet den Code und misst das zurückgeworfene Licht. Weiße Flächen reflektieren stark, schwarze kaum. Aus diesem Wechsel entsteht ein Signal.

Entscheidend ist nicht die Zahl der Striche, sondern ihre Breite. Jede Ziffer wird durch eine feste Folge aus zwei Strichen und zwei Lücken unterschiedlicher Breite dargestellt.

Weil das Verhältnis der Breiten zählt und nicht die absolute Größe, funktioniert derselbe Code auf einer Streichholzschachtel und auf einer Palette.

Die 13 Ziffern des EAN-Codes

Der übliche Handelscode heißt EAN-13, international GTIN-13.

Die ersten Ziffern stehen für die vergebende Organisation – 400 bis 440 für Deutschland. Sie sagen nichts über das Herstellungsland aus.

Der mittlere Block ist die Nummer des Unternehmens, das die Nummer beantragt hat.

Danach folgt die Artikelnummer, die das Unternehmen selbst vergibt.

Die letzte Ziffer ist die Prüfziffer.

Wozu die Prüfziffer dient

Sie wird aus den vorherigen zwölf Ziffern berechnet: Jede zweite Ziffer wird verdreifacht, alles addiert, und die Prüfziffer füllt auf das nächste Vielfache von zehn auf.

Beim Scannen wird sofort nachgerechnet. Passt es nicht, war der Lesevorgang fehlerhaft – die Kasse piept nicht. Deshalb kommt es praktisch nie zu einem falsch gelesenen Artikel.

Die Randzeichen

Links, rechts und in der Mitte stehen längere Striche ohne Ziffernbedeutung. Sie markieren Anfang, Mitte und Ende. Daran erkennt der Scanner auch, ob der Code von links oder rechts gelesen wurde – man darf das Produkt also verkehrt herum halten.

QR-Code und Barcode

Der klassische Barcode speichert Information nur in einer Richtung. Ein QR-Code nutzt die Fläche und fasst damit ein Vielfaches – ganze Adressen oder Internetadressen. Zusätzlich kann er beschädigte Teile rechnerisch ausgleichen.

Wie Nummern vergeben werden

Die Nummernkreise für Artikelnummern werden weltweit von einer Standardisierungsorganisation vergeben, in Deutschland über deren nationale Vertretung. Unternehmen erhalten einen Basisnummernbereich und vergeben daraus eigene Artikelnummern. Dafür fallen jährliche Gebühren an.

Die ersten Ziffern kennzeichnen den Vergabebereich, nicht zwingend das Herstellungsland. Ein Produkt mit deutschem Präfix kann anderswo gefertigt sein. Diese Verwechslung ist verbreitet.

Für kleine Mengen gibt es Einzelnummern ohne Mitgliedschaft, etwa für Selbstständige mit wenigen Produkten. Auch Handelsmarken nutzen eigene Nummernkreise. Beides ist geregelt.

Wie die Prüfziffer berechnet wird

Die letzte Ziffer ergibt sich aus den vorhergehenden über eine feste Rechenvorschrift mit abwechselnder Gewichtung. Stimmt sie nicht, verweigert der Scanner die Annahme. Damit werden Lesefehler zuverlässig erkannt.

Das Verfahren erkennt alle einzelnen Ziffernfehler und die meisten Vertauschungen benachbarter Ziffern. Vollständig fehlerfrei ist es nicht. Für den Handel reicht die Sicherheit aus.

Wer die Rechnung nachvollziehen will, findet sie in der frei zugänglichen Spezifikation. Sie lässt sich mit Papier und Stift durchführen. Für Unterricht ist das ein dankbares Beispiel.

Andere Codearten

Neben dem verbreiteten Handelscode gibt es Codes für Logistik, Bibliotheken, Apotheken und industrielle Anwendungen. Sie unterscheiden sich in Zeichenvorrat und Aufbau. Manche können Buchstaben und Sonderzeichen speichern.

Zweidimensionale Codes wie der QR-Code speichern deutlich mehr Daten auf kleiner Fläche und enthalten Fehlerkorrektur. Dadurch bleiben sie auch beschädigt lesbar. Das erklärt ihre Verbreitung.

In der Pharmazie ist ein zweidimensionaler Code mit Seriennummer vorgeschrieben, um Fälschungen zu erkennen. Apotheken prüfen ihn beim Verkauf. Diese Regelung gilt europaweit.

Warum der Preis nicht im Code steht

Der Code enthält nur eine Nummer, der Preis liegt in der Warenwirtschaft des Händlers. Deshalb lassen sich Preise zentral ändern, ohne Etiketten zu tauschen. Das ist der eigentliche Vorteil des Systems.

Weicht der Kassenpreis vom ausgezeichneten Preis ab, gilt zunächst der Preis, zu dem der Vertrag geschlossen wird, also der an der Kasse verlangte. Ein Anspruch auf den niedrigeren Regalpreis besteht nicht automatisch. Viele Händler geben ihn aus Kulanz.

Verbraucherzentralen raten, den Kassenbon zu prüfen und Abweichungen sofort anzusprechen. Später ist der Nachweis schwierig. Bei wiederholten Abweichungen kann die Eichbehörde informiert werden.

Barcodes selbst erzeugen

Für interne Zwecke, etwa Inventar oder Archiv, lassen sich Codes frei erzeugen, ohne Nummern zu kaufen. Dafür eignen sich Codearten, die auch Buchstaben aufnehmen. Kostenlose Programme und Bibliotheken gibt es reichlich.

Wichtig sind ausreichende Größe, Kontrast und ein freier Rand um den Code, weil Scanner sonst nicht lesen. Diese Ruhezone ist Teil der Spezifikation. Sie wird häufig zu klein gewählt.

Wer Produkte in den Handel bringt, braucht dagegen offiziell vergebene Nummern. Selbst erfundene Nummern führen zu Kollisionen. Handelspartner verlangen deshalb einen Nachweis.

Was beim Drucken schiefgehen kann

Häufige Fehler sind zu geringer Kontrast, verzerrte Größenverhältnisse und fehlende Ruhezonen am Rand. Auch glänzende Oberflächen und Wölbungen stören die Lesung. Deshalb werden Codes auf gekrümmten Verpackungen längs zur Krümmung gedruckt.

Für die Qualität gibt es genormte Prüfverfahren, die Codes benoten. Handel und Logistik verlangen Mindestnoten. Bei Beanstandungen drohen Vertragsstrafen.

Wo Barcodes an ihre Grenzen stoßen

Ein linearer Strichcode speichert nur wenige Zeichen und verweist deshalb immer auf einen Datensatz in einem System. Ohne Datenbank ist die Nummer wertlos. Genau das unterscheidet ihn von zweidimensionalen Codes mit größerem Inhalt.

Für Chargen, Haltbarkeitsdaten und Seriennummern nutzt der Handel deshalb zunehmend den zweidimensionalen Nachfolger. Der Umstieg ist international abgestimmt und läuft über mehrere Jahre. Kassensysteme müssen dafür beide Varianten lesen können.

Häufige Fragen

Steht im Barcode der Preis?

Nein, nur die Artikelnummer. Ausnahme sind Waagenetiketten für Waren nach Gewicht – dort ist der Preis eincodiert.

Was bedeutet die 4 am Anfang?

Sie zeigt, dass die Nummer über die deutsche Vergabestelle beantragt wurde. Produziert werden kann das Produkt überall.

Warum funktioniert ein zerknitterter Code nicht?

Weil die Breitenverhältnisse verzerrt werden und die Prüfziffer dann nicht mehr passt.

Steht der Preis im Barcode?

Nein, nur eine Artikelnummer.

Wozu dient die Prüfziffer?

Sie erkennt Lesefehler zuverlässig.

Sagt das Präfix das Herstellungsland?

Nein, nur den Vergabebereich der Nummer.

Quellen

Das passt dazu

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