Symbol mit Bedeutung: Sechs bekannte Zeichen im Überblick

Kurzantwort: Herz, Anker, Eule, Schmetterling, Baum des Lebens und Unendlichkeitszeichen gehören zu den meistgesuchten Symbolen mit fester Bedeutung. Ihre Herkunft ist unterschiedlich gut belegt: Beim Unendlichkeitszeichen kennen wir Erfinder und Jahr, beim Herzsymbol nur grobe Jahrhunderte, und manche Deutung bleibt bis heute umstritten.

Manche Symbole tragen ihre Bedeutung seit Jahrtausenden, andere sind erst wenige Jahrhunderte alt. Wer wissen will, was ein bestimmtes Zeichen wirklich bedeutet, sollte nach der Quelle fragen, nicht nach der ersten Erklärung, die im Netz kursiert. Viele Deutungsseiten übernehmen Behauptungen voneinander, ohne die ursprüngliche Herkunft noch einmal zu prüfen.

Dieser Artikel stellt sechs Symbole vor, ordnet sie thematisch in drei Gruppen und nennt jeweils, was über ihre Herkunft tatsächlich bekannt ist – und wo die Forschung selbst nur Vermutungen anbietet.

Symbole für Liebe und Hoffnung

Herz

Das Herzsymbol geht laut Wikipedia auf stilisierte Blattformen zurück, die sich bereits im 3. Jahrtausend vor Christus finden. Efeublätter galten in griechischer, römischer und frühchristlicher Kultur als Zeichen ewiger Liebe, weil die Pflanze außergewöhnlich lange lebt. Die heute bekannte Herzform als Symbol der Liebe entwickelte sich im 15. Jahrhundert und verbreitete sich im 16. Jahrhundert in Europa. Der Bezug zum echten menschlichen Herzen kam erst später hinzu. In vielen Sprachen steht das Wort für das Organ bis heute metonymisch für Gefühle, obwohl biologisch das Gehirn für Emotionen zuständig ist – die Symbolik hat sich von der Anatomie gelöst.

Anker

Im Hebräerbrief 6,19 heißt es, die Hoffnung sei „ein sicherer und fester Anker der Seele“. Dieser Satz prägte die Bedeutung des Ankers im Christentum bis heute. In den ersten Jahrhunderten, als das Christentum im Römischen Reich verfolgt wurde, diente der Anker zusätzlich als getarntes Kreuz: für Eingeweihte erkennbar, für Außenstehende ein gewöhnliches Seefahrtssymbol. Die frühesten bildlichen Zeugnisse dieser Verwendung stammen aus den Katakomben Roms und werden auf das 2. Jahrhundert datiert.

Symbole für Weisheit und Verwandlung

Eule

Die Eule, genauer der Steinkauz, war der griechischen Göttin Athene heilig, der Göttin der Weisheit und Schutzgöttin Athens, wie der Wikipedia-Artikel zur „Eule der Minerva“ dokumentiert. In der römischen Tradition wurde Athene mit Minerva gleichgesetzt und die Eule blieb ihr Attribut. Auf antiken athenischen Münzen war die Eule ein festes Bildmotiv. Der Komödiendichter Aristophanes prägte um 400 vor Christus die Redewendung „Eulen nach Athen tragen“ für eine überflüssige Handlung, weil Eule und Stadt bereits damals untrennbar verbunden galten.

Schmetterling

Im Altgriechischen bedeutet das Wort „Psyche“ sowohl Seele als auch Schmetterling. Die vollständige Verwandlung des Tiers von der Raupe über die Puppe zum fertigen Insekt lieferte das Bild für die Entwicklung der menschlichen Seele. In der griechischen Mythologie wird Psyche entsprechend häufig mit Schmetterlingsflügeln dargestellt. Biologisch durchläuft der Schmetterling vier klar abgegrenzte Stadien: Ei, Raupe, Puppe und schließlich der fertige Falter – eine vollständige Metamorphose, wie sie nur wenige Insektengruppen kennen.

Symbole für Ewigkeit und das große Ganze

Baum des Lebens

Der Baum des Lebens ist laut Wikipedia ein in der Religionsgeschichte weit verbreitetes Mythenmotiv, das als Weltachse Himmel, Erde und Unterwelt verbindet. In der nordischen Mythologie trägt der Weltenbaum Yggdrasil neun Welten in Ästen, Krone und Wurzeln und gilt als immergrün – ein Sinnbild für Leben und Fruchtbarkeit. Ähnliche Motive finden sich auch in biblischen und in kabbalistischen Texten, jeweils mit eigener Deutung und eigenem Namen für den Baum.

Unendlichkeitszeichen

Das liegende Achtzeichen ∞ führte der englische Mathematiker John Wallis 1655 in seiner Schrift zu Kegelschnitten ein. Warum er genau diese Form wählte, ist laut Wikipedia nicht sicher geklärt: Vermutet wird eine Ligatur des römischen Zahlzeichens CIƆ für 1000 aus dem 7. Jahrhundert, andere Quellen sehen im Zeichen eine geschlossene Form des griechischen Kleinbuchstabens Omega. Heute taucht das Zeichen weit über die Mathematik hinaus auf, etwa in Schmuck als Symbol für endlose Liebe oder Verbundenheit.

Bei allen sechs Symbolen zeigt sich derselbe Befund: Je älter ein Symbol, desto lückenhafter die Quellenlage zu seiner ursprünglichen Bedeutung. Beim erst 1655 erfundenen Unendlichkeitszeichen kennen wir Erfinder und Jahr genau, beim jahrtausendealten Herzsymbol bleiben nur grobe Zeiträume und mehrere konkurrierende Theorien.

Häufige Fragen

Seit wann steht das Herz für Liebe?

Die heute bekannte Form entwickelte sich im 15. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert in Europa populär. Vorläufer in Blattform reichen bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurück, standen damals aber noch nicht für Liebe im heutigen Sinn.

Woher kommt die Verbindung von Anker und Hoffnung?

Aus dem Hebräerbrief 6,19, wo die Hoffnung als Anker der Seele beschrieben wird. Frühchristliche Gemeinden nutzten das Bild zusätzlich als getarntes Kreuzsymbol, belegt durch Funde in den römischen Katakomben.

Warum steht die Eule für Weisheit?

Weil sie der griechischen Göttin Athene heilig war, die für Weisheit und Strategie stand. Die Römer übernahmen die Verbindung über die Göttin Minerva, weshalb die Eule auch heute noch als Sinnbild von Klugheit gilt.

Was hat der Schmetterling mit der Seele zu tun?

Im Altgriechischen bezeichnet ein Wort beides: Psyche steht für Seele und für Schmetterling. Die Verwandlung des Tiers von der Raupe zum Falter stand sinnbildlich für die Entwicklung der Seele.

Wer erfand das Unendlichkeitszeichen?

Der Mathematiker John Wallis, im Jahr 1655. Die genaue Herkunft der Form gilt als nicht abschließend geklärt, obwohl mehrere Theorien dazu existieren.

Ist der Baum des Lebens ein christliches oder nordisches Symbol?

Keins von beiden ausschließlich. Er taucht in vielen Kulturen unabhängig voneinander auf, von der nordischen Mythologie mit Yggdrasil bis zu biblischen und kabbalistischen Texten mit jeweils eigener Deutung.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion wissenkosmos.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.

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