Rettungsdecke kaufen: Worauf es beim Kauf wirklich ankommt

Kurzantwort: Eine Rettungsdecke für den Kfz-Verbandkasten muss der Norm DIN 13164 entsprechen und die Maße 210 mal 160 Zentimeter haben. Sie gehört laut dem Medizinprodukteverband BVMed bereits seit der Norm-Fassung von 1998 zum Pflichtinhalt jedes Verbandkastens. Beim Kauf zählen die DIN-Kennzeichnung auf der Verpackung und eine unbeschädigte, versiegelte Folienhülle – der Preis unterscheidet sich zwischen Marken kaum.

Wer eine Rettungsdecke kauft, tut das selten aus Interesse an der Technik. Meist schreibt der Verbandkasten im Auto sie vor, oder eine alte Decke hat ihr Haltbarkeitsdatum überschritten.

Dieser Artikel erklärt, welche Norm zählt, worauf du beim Kauf achten solltest und wie die Decke im Ernstfall richtig eingesetzt wird.

Was eine Rettungsdecke ist und woraus sie besteht

Eine Rettungsdecke ist laut Wikipedia eine Folie mit den Maßen 210 mal 160 Zentimeter, die verunglückte Personen vor Unterkühlung, Nässe und Wind schützt. Sie besteht aus metallisierter Kunststofffolie nach DIN 13232: einer 12 Mikrometer dünnen Polyesterfolie mit aufgedampfter Aluminium-Reflexionsschicht, teils mit einer zweiten Schutzschicht. Die silberfarbene Seite reflektiert rund 99 Prozent der Infrarot-Wärmestrahlung, die goldfarbene Seite etwa 97 Prozent. Der wichtigste Effekt ist dabei gar nicht allein die Reflexion. Entscheidend ist die dichte Ummantelung, die den Wärmeverlust durch Wind und Verdunstung bremst.

Warum die Rettungsdecke im Auto Pflicht ist

Nach § 35h der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) muss jedes Kraftfahrzeug einen Verbandkasten nach DIN 13164 mitführen. Aktuell erkennen Prüfstellen drei Fassungen der Norm als gültig an: die Ausgaben von Januar 1998, Januar 2014 und Februar 2022. Die Rettungsdecke gehört laut BVMed bereits seit der Fassung von 1998 zum vorgeschriebenen Inhalt, damit auch medizinische Laien eine verunglückte Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vor Unterkühlung schützen können. Fehlt sie oder ist der Verbandkasten unvollständig, drohen laut ADAC bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarnungsgeld bis zu 10 Euro und bei der Hauptuntersuchung die Einstufung als geringer Mangel.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Achte auf den Aufdruck „DIN 13164″ auf der Verpackung, sonst zählt die Decke nicht als vorschriftsmäßiger Bestandteil des Kfz-Verbandkastens. Die Maße sollten 210 mal 160 Zentimeter betragen. Die Folienhülle sollte unbeschädigt und original versiegelt sein, da Mikrorisse die Reflexionsschicht beeinträchtigen können. Manche Hersteller drucken ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Verpackung; ist dieses überschritten, muss die Decke laut ADAC ausgetauscht werden, auch wenn sie äußerlich intakt wirkt.

Wo du eine Rettungsdecke bekommst

Rettungsdecken gibt es einzeln oder als Teil eines kompletten Verbandkastens in Apotheken, Baumärkten, im Autozubehörhandel und im Onlinehandel. Für den Kfz-Verbandkasten reicht ein einzelnes Modell nach DIN 13164; für den Hausgebrauch, etwa beim Wandern oder Camping, bieten Fachhändler zusätzlich robustere, mehrfach verwendbare Varianten an, die allerdings nicht automatisch die Kfz-Norm erfüllen müssen. Wer ohnehin einen neuen Verbandkasten braucht, kauft meist günstiger im Komplettset, statt Einzelteile zusammenzustellen. Achte in beiden Fällen darauf, dass die Rettungsdecke eine eigene, geschlossene Verpackung hat und nicht lose zwischen anderem Verbandmaterial liegt.

Die Rettungsdecke richtig anwenden

Bei Verdacht auf Unterkühlung gilt nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): Die silberne Seite zeigt zum Körper, die goldene nach außen. Die Decke sollte nicht direkt auf unbekleideter Haut liegen. Sie wird seitlich unter die betroffene Person gelegt, die Person vorsichtig zurückgedreht und anschließend vollständig eingehüllt, um weiteren Wärmeverlust zu verhindern. Aktive Wärmezufuhr durch Reiben oder eine Wärmflasche ist bei einer stärkeren Unterkühlung ausdrücklich zu vermeiden, weil sie den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Das DRK unterscheidet dabei zwei Stadien: Im ersten Stadium zeigt sich Unterkühlung durch Kältezittern sowie erhöhte Atmung und erhöhten Kreislauf, im zweiten Stadium durch verlangsamte Atmung, Muskelstarre und zunehmende Bewusstlosigkeit. Ab dem zweiten Stadium sind keine weiteren Aufwärmversuche mehr angezeigt, stattdessen gehört die betroffene Person in die stabile Seitenlage, und der Notruf 112 muss gewählt werden.

Häufige Fehler beim Kauf und bei der Anwendung

Der häufigste Fehler ist eine Decke ohne erkennbare Normkennzeichnung, die bei einer Kontrolle nicht als vorschriftsmäßig zählt. Der zweithäufigste ist ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum, das beim jährlichen Blick in den Verbandkasten leicht übersehen wird. Bei der Anwendung führt vor allem eine zu späte oder zu zögerliche Nutzung dazu, dass der Schutz nicht mehr rechtzeitig greift – die Decke wirkt nur, wenn sie zügig und vollständig um die betroffene Person gelegt wird. Ein weiterer Fehler ist, die Decke direkt auf kalten Boden oder Asphalt zu legen: Ohne eine isolierende Unterlage wie Kleidung oder eine Luftmatratze geht Wärme von unten weiter verloren, selbst wenn die Person oben vollständig eingehüllt ist.

Häufige Fragen

Welche Norm muss eine Rettungsdecke fürs Auto erfüllen?

DIN 13164, in einer der aktuell gültigen Fassungen von 1998, 2014 oder 2022. Der Aufdruck sollte auf der Verpackung erkennbar sein.

Seit wann ist die Rettungsdecke im Verbandkasten Pflicht?

Laut BVMed bereits seit der DIN-13164-Fassung von 1998, verpflichtend für neu gekaufte Verbandkästen ab Juli 2000.

Welche Strafe droht ohne Rettungsdecke im Auto?

Ein Verwarnungsgeld bis zu 10 Euro bei einer Verkehrskontrolle, laut ADAC. Bei der Hauptuntersuchung zählt ein unvollständiger Verbandkasten als geringer Mangel.

Welche Seite der Rettungsdecke gehört zum Körper?

Nach DRK-Angaben die silberne Seite zum Körper, die goldene nach außen. Direkter Kontakt mit unbekleideter Haut sollte vermieden werden.

Kann eine Rettungsdecke ablaufen?

Ja, manche Hersteller geben ein Mindesthaltbarkeitsdatum an. Ist es überschritten, muss die Decke laut ADAC ausgetauscht werden, auch wenn die Verpackung äußerlich unbeschädigt wirkt.

Reicht eine einfache Rettungsdecke auch für Wanderungen?

Für den ersten Notfall ja. Für regelmäßige Touren in Kälte oder auf Bergtouren bieten Fachhändler robustere, mehrfach verwendbare Varianten an, die widerstandsfähiger sind als die dünne Einwegfolie im Kfz-Verbandkasten.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion wissenkosmos.de — sie schreibt hier über Wissensthemen und ordnet sie ein.

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